Fußgängerübergang in Regenbogenoptik?

Bunter Zebrastreifen als Symbol für Münchner Queer-Bewegung? – BA will Freddie Mercury ehren

Der betreffende Zebrastreifen am Rosenkavalierplatz ist stark ramponiert. Im Hintergrund: das Arabella-Hochhaus.
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Der betreffende Zebrastreifen am Rosenkavalierplatz ist stark ramponiert. Im Hintergrund: das Arabella-Hochhaus.

Wird es in Bogenhausen einen Fußgängerübergang in Regenbogenoptik geben? Das hat der BA nun beantragt. Ein Symbol für Diversity soll damit enstehen.

Bogenhausen - Ein regenbogenfarbiger Zebrastreifen am Rosenkavalierplatz: Beantragt haben das die Lokalpolitiker erst einmal für die Zeit von Christopher-Street-Day und Pride-Week, die heuer von Samstag, 3. Juli, bis Sonntag, 11. Juli, stattfinden.

„Am liebsten hätten ihn einige von uns deutlich länger“, sagt Jeanne Riedel vom BA Bogenhausen.

Die Fraktion der Queer-Aktivistin hat den Antrag dafür gestellt. Der BA stimmte mehrheitlich zu. Der Regenbogen ist ein Symbol für die Bewegung von homo-, trans-, inter-, bisexuellen und anderen diskriminierten Gruppen, die im Juli wieder öffentlich in München für Gleichberechtigung kämpfen werden.

Die Lage des Streifens mit Sicht aufs Arabella-Hochhaus ist bewusst gewählt. „Wir wollen Freddie Mercury, den Sänger der Band Queen, ehren“, so Riedel. „Er war wichtig für die Münchner Queer-Bewegung.“

Freddie Mercury mit Schauspielerin Barbara Valentin in München.

Der Rockstar lebte hier von 1979 bis 1985, hatte eine Liebesbeziehung zu einem Münchner Wirt und nahm Songs auf – in den Musicland-Studios im Keller des Arabella-Hauses.

Auch BA Moosach will Zeichen für Toleranz setzen: Zebrastreifen in der Riesstraße soll in Regenbogenfarben markiert werden

Auch der BA Moosach möchte ein Zeichen für Toleranz setzen. Auf Initiative der Grünen fordert das Gremium, einen Zebrastreifen in der Riesstraße zur „Pride Week“ von 3. bis 11. Juli temporär in Regenbogenfarben zu markieren.

„In den Pandemie-Sommern konnte der Christopher Street Day nicht wie gewohnt stattfinden. Vielen Vereinen und Einrichtungen fehlt die wichtigste Plattform zur Präsentation der eigenen Arbeit“, heißt es. Auch, weil München sich 2026 als Austragungsort der „Gay Games“, einer globalen Sportveranstaltung speziell für homosexuelle Teilnehmer, bewirbt, wäre es ein wichtiges Zeichen.

Zwei Standorte sind vorgeschlagen: Der Osteingang des Olympia-Einkaufszentrums oder die Kreuzung zur Gneisenaustraße.

So könnten sich die Grünen im BA Moosach den Zebrastreifen an der Kreuzung Ries-/Gneisenaustraße zur „Pride Week“ in Regenbogenfarben vorstellen.

Das Mobilitätsreferat hält die Maßnahmen jedoch nicht für umsetzbar. „Das Mobilitätsreferat als Straßenverkehrsbehörde darf Ge- oder Verbote ausschließlich nach den geltenden Vorschriften der Straßenverkehrsordnung anordnen“, erklärt Sprecherin Christina Warta auf Hallo-Nachfrage. Fußgängerüberwege, wie etwa Zebrastreifen, müssen in weiß markiert werden. „Von diesen rechtlichen Vorgaben kann die Behörde nicht abweichen.“

Zudem sei es aus Sicht des Referats für die Verkehrssicherheit wichtig, dass „Zebrastreifen im ganzen Stadtgebiet einheitlich markiert und beschildert werden und als solche sofort und klar erkennbar sind. Bunte Streifen und damit ein anderes Erscheinungsbild tragen nicht zur klaren Erkennbarkeit bei.“

Zudem verweist Warta auf einen ähnlichen Antrag des BA Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, den das Mobilitätsreferat in Zusammenarbeit mit Baureferat und KVR Anfang Juni beantwortet hat. Darin wird erklärt, dass temporäre Markierungen zwar nicht mit offiziellen Mitteln umsetzbar sind, aber beispielweise durch „handelsübliche wasserlösliche Markierungskreiden“ realisiert werden können. Dieses Vorhaben muss aber beim KVR angemeldet werden.

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