Zwei Menschen gestorben

Nach tödlichem Bootsunfall am Gardasee ‒ Verdächtiger Münchner stellt sich der Justiz in Italien

Italienische Forensiker begutachten den Schaden an einem Boot. Im Fall zweier Toter auf dem Gardasee nach einer mutmaßlichen Bootskollision ermittelt die italienische Polizei gegen zwei Deutsche aus München.
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Italienische Forensiker begutachten den Schaden an einem Boot. Im Fall zweier Toter auf dem Gardasee nach einer mutmaßlichen Bootskollision ermittelt die italienische Polizei gegen zwei Deutsche aus München.

Nach einem tödlichen Bootsunfall am Gardasee wurde ein Münchner mit einem europäischem Haftbefehl gesucht. Der Verdächtige hat sich jetzt der Justiz in Italien gestellt.

  • Ein italienisches Pärchen ist bei einem Bootsunfall am Gardasee gestorben.
  • Zwei Münchner sollen Schuld an dem tödlichen Unfall sein.
  • Ein mit europäischen Haftbefehl gesuchter Deutscher hat sich der Justiz in Italien gestellt.

Update: 05. Juli 2021

Verdächtiger Münchner stellt sich nach tödlichem Bootsunfall am Gardasee der Justiz in Italien

Im Fall des tödlichen Bootsunfalls auf dem Gardasee hat sich der Verdächtige aus München gestellt. Er sitze nun in Untersuchungshaft in der norditalienischen Stadt Brescia, erklärte ein Sprecher seines Anwaltsbüros am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Demnach hatte sich der 52 Jahre alte Deutsche in der Nacht zu Montag im Ort Brenner in Südtirol an der italienisch-österreichischen Grenze den Behörden überstellt. Die Carabinieri hätten ihn dann nach Brescia gefahren.

Die Behörden hatten ihn zuvor per europäischem Haftbefehl zur Fahndung ausgeschrieben. Ihm wird vorgeworfen, zusammen mit einem gleichaltrigen Münchner vor etwas mehr als zwei Wochen in einem Motorboot das Boot eines italienischen Pärchens auf dem Gardasee gerammt zu haben. Ein 37 Jahre alter Mann und seine 25-jährige Begleiterin verloren dabei ihr Leben.

Die beiden Münchner sollen nicht zum Helfen angehalten haben, weshalb die Staatsanwaltschaft wegen unterlassener Hilfeleistung und Totschlags ermittelt.

Laut ihres Verteidigers hatten die beiden ausgesagt, den Zusammenprall nicht bemerkt zu haben. Der nun verhaftete Mann soll das Motorboot damals gelenkt haben.

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Tödlicher Bootsunfall am Gardasee ‒ Justiz will verdächtigen Münchner mit Haftbefehl nach Italien zurückholen

Erstmeldung: 04. Juli 2021

Nach dem tödlichen Bootsunfall auf dem Gardasee in Norditalien beschäftigt die Schuldfrage Ermittler und Angehörige der Opfer. Zwei 52 Jahre alte Deutsche stehen im Verdacht, mit ihrem Motorboot gegen das kleine Boot eines italienischen Pärchens gekracht zu sein.

„Diese beiden sind in Deutschland und ich hoffe, sie bezahlen dafür, was sie getan haben“, sagte der Vater der 25 Jahre alten Frau, die bei dem Vorfall vor gut zwei Wochen starb, im italienischen Fernsehen nach der Beisetzung seiner Tochter.

Den Verdächtigen wird vorgeworfen, nicht angehalten zu haben, um zu helfen. Die junge Frau und ihr 37 Jahre alter Begleiter kamen beide ums Leben.

Tödlicher Bootsunfall am Gardasee - Europäischer Haftbefehl gegen Münchner erlassen

Die beiden Münchener durften zwar kurz nach dem Unfall wieder nach Deutschland zurückreisen, doch die italienische Justiz will einen von ihnen per europäischem Haftbefehl nun wieder nach Italien holen. Das berichteten italienische Medien am Wochenende.

Die Staatsanwaltschaft im norditalienischen Brescia verlangte den Berichten zufolge die Anordnung wegen der Gefahr einer Wiederholung der Tat und des Fluchtrisikos. Der Ermittlungsrichter gab demnach bereits grünes Licht. Es soll sich um denjenigen handeln, der das Boot gesteuert hatte.

In den Medienberichten hieß es, die Gerichtsbarkeit in München müsse nun prüfen, wie sie weiter damit verfahre. Dass die Männer nach dem Vorfall in die bayerische Landeshauptstadt zurückkehren konnten, sei rechtens gewesen, hatte damals ihr Anwalt in Italien erklärt.

Tödlicher Bootsunfall am Gardasee - Zwei Münchner sollen Schuld am Tod eines italienischen Pärchens sein

Das Motorboot mit den Münchnern war Ermittlungen zufolge in der Nacht von Samstag (19. Juni) auf Sonntag mit einem Kahn kollidiert, in dem ein italienisches Pärchen aus der Region um Salò, am Westufer des Gardasees, saß.

Ein Mann hatte am Sonntag das kleine Boot mit dem toten 37-Jährigen darin entdeckt. Stunden später bargen Taucher die 25 Jahre alte Frau tot aus den Tiefen des Gardasees. Rechtsmediziner untersuchten ihre Leiche, um die Todesursache festzustellen. Laut Medienberichten kamen sie zu dem Ergebnis, sie sei ertrunken.

Die beiden Münchner hatten später angegeben, den Zusammenprall nicht bemerkt zu haben, wie es aus dem Büro ihres Anwalts hieß. Einer der beiden machte einen Alkoholtest, der negativ ausfiel. Der andere verweigerte das, da er nicht dazu verpflichtet war.

Zuletzt sorgte das Video einer Überwachungskamera, mutmaßlich aus der Tatnacht, für Aufregung. Darauf soll zu sehen sein, wie einer der beiden Verdächtigen beim Anlegen in einem Hafen ins Wasser fiel. Seinem Anwalt nach war der Mann durch ein abruptes Manöver ausgerutscht. Einige Medien spekulierten hingegen, dass er betrunken war. Er soll auch derjenige gewesen sein, der den Alkoholtest verweigert hatte.

Europäischer Haftbefehl ausgestellt - Staatanwaltschaft in Italien ermittelt gegen Münchner

Die Staatsanwaltschaft in Italien ermittelt gegen die Deutschen wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung. Die beiden wurden kurz nach dem Unfall auf freien Fuß gesetzt und reisten wieder nach München zurück. Die Familien der Opfer forderten Maßnahmen gegen sie, wie Ansa unter Berufung auf die Anwältinnen der Familien berichtete.

dpa/jh

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