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Stromausfall nach Kabelbrand in München: Verdacht auf Brandstiftung erhärtet sich ‒ Polizei sucht Zeugen

Starkstromkabel brennen in einer Baugrube. Durch das Feuer gab es in der Nacht zum 21.05.2021 einen weiträumigen Stromausfall in München, von dem zwischenzeitlich rund 20 000 Haushalte betroffen waren. Manche müssen nach Angaben der Stadtwerke womöglich noch bis Samstag ohne Strom ausharren.
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Starkstromkabel brennen in einer Baugrube. Durch das Feuer gab es in der Nacht zum 21.05.2021 einen weiträumigen Stromausfall in München, von dem zwischenzeitlich rund 20 000 Haushalte betroffen waren.

Nach dem Kabelbrand der zu einem Stromausfall in München führte, erhärtet sich der Verdacht auf Brandstiftung. Der Staatsschutz prüft ein mögliches Bekennerschreiben.

  • Kabelbrand führt zu Stromausfall in München.
  • Manche Haushalte in Haidhausen, Ramersdorf und Berg am Laim bis Samstag ohne Strom
  • Die Polizei führt Ermittlung wegen Brandstiftung - Staatsschutz ermittelt wegen politischer Straftat.

Update: 26. Mai 2021

Stromausfall nach Kabelbrand in München - Verdacht auf Brandstiftung erhärtet sich

Nach dem Kabelbrand in der Grafinger Straße, der zu einem Stromausfall im Münchner Osten führte, erhärtet sich der Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung. Die Polizei fand Hinweise auf Brandbeschleuniger am Tatort.

Da es sich um einen möglichen Brandanschlag auf die kritische Infrastruktur, wie das Strom- und Glasfasernetz, handeln könnte, wurden die weiteren Ermittlungen durch die Staatsschutzdienststelle des Polizeipräsidium München beim Kriminalfachdezernat 4 übernommen.

Dort wird aktuell eine Ermittlungsgruppe, die "EG Volt", bestehend aus zehn Polizeibeamten eingerichtet.

Die Ermittlungen werden derzeit in alle Richtungen geführt. Dabei wird auch das im Internet veröffentlichte Bekennerschreiben geprüft. „Aber da kann man noch gar nicht sagen, ob das totaler Humbug ist oder die heiße Spur, da ist alles noch offen“, sagte ein Polizeisprecher der dpa am Dienstag.

Neben dem Schreiben verfolgt die Polizei auch noch weitere Spuren, so hofft man auf weitere Zeugenaussagen. Über das Wochenende gingen mehrere Hinweise ein, welche aktuell Gegenstand der Ermittlungen sind.

Zeugenaufruf der Münchner Polizei:

Wem sind am Freitag, 21.05.2021, gegen 03:50 Uhr, verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Grafinger Straße oder in deren näheren Umgebung aufgefallen?

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kriminalfachdezernat 4, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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Letztes Update: 25. Mai 2021, 17.03 Uhr

Bekennerschreiben nach Stromausfall in München aufgetaucht - Staatsschutz ermittelt wegen Brandstiftung und politischen Straftat

Die Polizei prüft nach dem großflächigen Stromausfall in München ein mögliches Bekennerschreiben. Dieses sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Dem auf der Online-Plattform „Indymedia“ veröffentlichten Schreiben zufolge soll der Anschlag auf das Strom- und Glasfasernetz, nach dem am Freitag in rund 20 000 Haushalten der Strom ausgefallen war, dem Rüstungskonzern Rhode & Schwarz am Münchner Ostbahnhof gegolten haben.

Der Staatsschutz ermittelt bereits wegen des Verdachts einer politischen Straftat. Die Ermittler vermuten Brandstiftung. Mehr Details wollte der Polizeisprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.

Bei dem Feuer am frühen Freitagmorgen in einer Baugrube wurden rund 50 Stromkabel der Mittelspannung vollkommen zerstört. In der Folge fielen etwa 150 Trafostationen aus. Am frühen Samstagvormittag waren alle Haushalte wieder ans Stromnetz angeschlossen.

Dem mutmaßlichen Bekennerschreiben zufolge soll der Anschlag auch eine Reaktion auf die geplante Rodung des Forst Kasten gewesen sein. Dies sei die Antwort auf den Stadtratsbeschluss, diesen abzuholen und dort Kies zu fördern, hieß es.

In der jüngeren Vergangenheit gab es in München wiederholt Brandanschläge auf die Infrastruktur. Seit November 2019 hatten Unbekannte in München mehrfach Funkmasten und andere Einrichtungen angezündet. Die Ermittler ordnen die Serie linksextremen Straftätern zu, konnten aber keine konkreten Personen als Täter ermitteln.

Auch das Bekennerschreiben, so es denn echt und nicht von Trittbrettfahrern verfasst sein sollte, weist in die linksextreme Szene. Sie umfasst aktuell laut bayerischem Verfassungsschutzbericht 2020 rund 3600 Menschen. Unter diesen stellten die rund 720 Autonomen den weitaus größten Teil der Gewaltbereiten.

Deren Aggressionspotenzial sei seit Jahren hoch, und die Hemmschwelle, auch schwere Straftaten zu begehen, sei deutlich gesunken, heißt es. „Autonome haben zwar keine gemeinsame Ideologie, Ziel aller Autonomen ist es aber, den Staat und seine Einrichtungen zu zerschlagen.“

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Update: 24. Mai 2021

Staatsschutz übernimmt Ermittlung zu Stromausfall in München - Polizei vermutet Brandstiftung

Nach dem großflächigen Stromausfall in München hat die Polizei bei einer Nachbarschaftsbefragung neue Hinweise bekommen. Diese müssten nun allerdings erst überprüft werden, wie ein Sprecher der Polizei München am Sonntag mitteilte.

In Teilen der Stadtteile Haidhausen, Ramersdorf und Berg am Laim war durch ein Feuer in einer Baugrube am frühen Freitagmorgen in rund 20 000 Haushalten der Strom ungewöhnlich lange ausgefallen. Die Polizei vermutet Brandstiftung.

Der Staatsschutz hat wegen des Verdachts einer politischen Straftat die Ermittlungen in dem Fall übernommen. „Bei brennenden Versorgungsleitungen können politische Motive vorliegen“, sagte ein Polizeisprecher.

Die Staatsanwaltschaft München I verwies ebenfalls nur darauf, dass der Staatsschutz, das Kriminalfachdezernat 4 des Polizeipräsidiums München, die Ermittlungen übernommen hat, das sich schwerpunktmäßig mit politischen Straftaten befasst.

Der Stromausfall hatte ungewöhnlich lange gedauert, weil rund 50 Stromkabel der Mittelspannung vollkommen zerstört wurden. In der Folge fielen etwa 150 Trafostationen aus. Passanten hatten in der Nacht zu Freitag erst ein seltsames Knistern und dann einen Knall gehört. Als die Feuerwehr eintraf, loderten Flammen aus der Grube.

Das Brandbild in der etwa einen Meter tiefen Grube weise auf Brandstiftung hin, erläuterte ein Polizeisprecher am Freitag. Genaueres wollte er zunächst nicht sagen, die Analysen der Brandfahnder seien noch nicht abgeschlossen. „Wir sind noch am Anfang der Ermittlungen“, betonte der Polizeisprecher. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen, ob es Zusammenhänge mit anderen Delikten gibt.“

Es wäre nicht der erste Brandanschlag auf Infrastruktureinrichtungen in München

Die Ermittler sprachen schon im vergangenen Jahr von einer „Serie“. Seit November 2019 hatten Unbekannte in München mehrfach Funkmasten und andere Infrastruktureinrichtungen angezündet.

Es entstand ein Gesamtschaden von rund 3,6 Millionen Euro. Die Taten ordneten die Ermittler linksextremen Straftätern zu, entsprechende Hinweise in die Szene führten jedoch zu keinen konkreten Personen. Die Ermittlungen wurden deshalb eingestellt.

Haushalte in München wieder mit Strom versorgt

Nach Angaben der Stadtwerke München (SWM) waren alle Haushalte am frühen Samstagnachmittag nach rund anderthalb Tagen wieder mit Strom versorgt und an das Netz angeschlossen. „Good News des Tages: Grundversorgung für alle Privathaushalte wieder hergestellt“, twitterten die SWM.

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Update: 16.20 Uhr

Polizei München startet Ermittlungen wegen Brandstiftung nach Stromausfall

Nach dem massiven Stromausfall in München, der am Freitag über Stunden hinweg rund 20 000 Haushalte betroffen hat, ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. „Anhand des Brandbildes ist davon auszugehen, dass eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden kann“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München.

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Update: 10.53 Uhr

Nach dem Stromausfall nach einem Kabelbrand am Freitagmorgen im Münchner Osten hat sich der Betrieb der Tram der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wieder normalisiert. Die Fahrzeuge fahren im gesamten Liniennetz wieder weitestgehend nach Plan. Am Morgen war es zu erheblichen Ausfällen und Verspätungen im Tramverkehr gekommen.

Die MVG bedauert die entstandenen Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste.

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Update: 10.11 Uhr

Stromausfall nach Kabelbrand in München - Haidhausen, Ramersdorf und Berg am Laim betroffen

Immer mehr Haushalte im Münchner Osten haben wieder Strom, auch der Tram-Bahn-Betriebshof ist seit etwa 6.45 Uhr wieder versorgt. Wie die SWM Mitteilt wird durch Schaltmaßnahmen im Netz das betroffene Gebiet schrittweise vom Rand her verkleinert.

Die Wiederherstellung der Stromversorgung sei zurzeit in vollem Gange. Derzeit könne jedoch noch nicht sichergestellt werden, dass alle betroffenen Kundinnen und Kunden im Laufe des Tages wieder mit Strom versorgt werden können.

Nach dem weiträumigen Stromausfall in München müssen manche Haushalte womöglich noch bis Samstag ohne Strom ausharren. „Derzeit kann noch nicht sichergestellt werden, dass alle betroffenen Kundinnen und Kunden im Laufe des Tages wieder versorgt werden können“, teilten die SWM am Freitagvormittag mit. „Vielleicht können wir bei einigen Provisorien einrichten, wenn es denn nötig wäre“, ergänzte eine Sprecherin. Allerdings sei noch vieles unklar.

Hintergrund

Das Münchner Stromnetz ist wie ein Spinnennetz aufgebaut. Somit gibt es immer mehrere Wege zu den Kundinnen und Kunden. Durch die Arbeit von SWM Sicherheitsservice und Schaltmaßnahmen in der Netzleitwarte können eine wach-sende Zahl von Haushalten wieder mit Strom versorgt werden. Im Bereich des Ostbahnhofs, wo sich die Schadensstelle befindet, wird die Wiederversorgung voraussichtlich am meisten Zeit in Anspruch nehmen.

Laut der Feuerwehr München ist aufgrund von Arbeiten an einer unterirdischen Stromtrasse aus ungeklärter Ursache ein Brand ausgebrochen. Die Trasse liege aufgrund von Bauarbeiten derzeit frei liegt.

Zunächst bemerkten Passanten ein seltsames Knistern und im weiteren Verlauf einen lauten Knall. Die alarmierte Feuerwehr sah bereits bei Ankunft, dass Flammen aus der Baugrube loderten. Der Kabelbrand konnte mit Unterstützung des Sonderlöschmittelfahrzeuges zügig gelöscht werden.

Durch den resultierenden Stromausfall sind nach Auskunft der SWM rund 20.000 Haushalte im Bereich Haidhausen, Ramersdorf und Berg am Laim ohne Strom. Auch mehrere Ampeln und die Feuerwache 5 sind davon betroffen. Die Feuerwache ist jedoch dank eines Notstromaggregats vollumfänglich einsatzbereit.

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Erstmeldung: 21. Mai 2021

Wegen eines Kabelbrands im Bereich der Grafinger Straße ist in Teilen Münchens der Strom ausgefallen. Betroffen sind ungefähr 20 000 Haushalte in den Stadtteilen Haidhausen, Ramersdorf und Berg am Laim, wie die Stadtwerke München (SWM) am Freitagmorgen mitteilten.

Es könne auch zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen, da etwa der Tram-Betriebshof in der Einsteinstraße in dem Gebiet liege und teilweise auch Ampeln ausgefallen seien. 

Wie die Polizei München mitteilt, wurde der Brand durch die Feuerwehr bereits gelöscht. An den relevanten Stellen wird der Verkehr durch die Polizei geregelt.

Die MVG teilt auf ihrer Website mit, dass es wegen des Stromausfalls auf allen Tram-Linien zu Einschränkungen kommt. Fahrgäste sollen daher auf Busse und U-Bahnen ausweichen. Die Störung werde voraussichtlich bis 8 Uhr andauern.

Stromausfall in München nach Kabelbrand - Ampeln und Tram-Linien ausgefallen

Der Strom fiel den Angaben der SWM nach am Freitag gegen 3.50 Uhr aus. Die Reparaturen sollen bis zum Mittag dauern. Dies bedeutet laut einem Sprecher aber nicht, dass die Haushalte auch bis dahin ohne Strom sein werden. Weitere Details waren noch offen. Auch die Ursache des Kabelbrandes war zunächst unklar. 

Die Brandfahnder der Münchner Kriminalpolizei (Kommissariat 13) haben die weiteren Ermittlungen, insbesondere zur Brandursache, übernommen.

dpa/Polizeipräsidium München/BerufsfeuerwehrMVG

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