Harmloser Aberglaube?

Die Brust der Julia-Statue am Münchner Marienplatz glänzt schon golden

Eine Frau greift dem Bronzedenkmal Julia am Alten Rathaus an die Brust.
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Eine Frau greift dem Bronzedenkmal Julia am Alten Rathaus an die Brust. Viele reiben sie, um Glück in der Liebe zu bekommen.

Sexismus-Debatte in München: Der Julia-Statue am Marienplatz wird immer wieder an die Brust gefasst. Eine Stadträtin hat eine Idee für ausgleichende Gerechtigkeit.

  • Sexismus-Debatte um Julia-Statue in München.
  • Der Bronzestatue am Marienplatz wird immer wieder an die Brust gefasst.
  • Stadt plant Symposium und Kunstprojekte zu belasteten Denkmälern.

Ist es ein harmloser Aberglaube oder Sexismus? Seit vielen Jahren fassen Passanten der Bronzestatue von Shakespeares Tragödien-Heldin Julia Capulet am Münchner Marienplatz an die rechte Brust - sie versprechen sich davon Glück in der Liebe.

Jetzt will sich die Stadt eingehender mit dem Thema befassen, berichtet die Bild am Dienstag.

2022 plant das Kulturreferat ein internationales Symposium und drei Kunstprojekte - allerdings nicht nur zur Statue der Julia, sondern zu belasteten Denkmälern allgemein.

Es gehe auch um Themen wie Nationalismus, Demokratiefeindlichkeit, Militarismus, Kolonialismus, hegemoniale Männlichkeitsbilder oder Unterrepräsentation von Frauen und Diversität, heißt es in der Ausschreibung für den Kunstwettbewerb.

Sexismus-Debatte um Julia-Statue in München

Die Stadträtin Marie Burneleit (Die PARTEI) hätte gerne ausgleichende Gerechtigkeit. Direkt daneben fehle eine Statue mit dem männlichen Geschlecht zugeschriebenen Körperteilen. „RUB ME TOO“ nennt Burneleit ihre Idee, „mit bronzenem Penis oder Lendenschurz vielleicht, an dem sich Frauen* zum Glück (in der Liebe) reiben können“.

Schon 2018 prangte hinter der Figur ein Plakat mit dem Schriftzug „#MeToo“. „Auch das Anfassen an unpassenden Körperstellen kann für Menschen eine Form sexueller Belästigung sein“, hatte damals die Urheberin Lea Thurner der „Süddeutschen Zeitung“ die Aktion erklärt.

Die Statue der Julia in München

Die Statue ist ein Geschenk der Stadt Verona an ihre Partnerstadt. Seit 1974 steht sie zwischen Marienplatz und Viktualienmarkt. Seitdem wurde Julias Brust schon so oft betatscht, dass sie golden glänzt.

dpa/lby/jh

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