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Bürgerversammlung Gräfelfing: Mehr Schutz für Fußgänger vorm Rathaus? – nicht alle sind mit Lösung zufrieden

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Von: Romy Ebert-Adeikis

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Überwege sollen das Queren für Fußgänger einfacher machen. Das überzeugt nicht alle.
Überwege sollen das Queren für Fußgänger einfacher machen. Das überzeugt nicht alle. © rea

In der letzten Gräfelfinger Bürgerversammlung ging es um mehr Sicherheit für Fußgänger auf dem Rathausvorplatz. Doch nicht allen gefiel der Lösungsvorschlag.

Gräfelfing - „Dynamische Zeiten“ seien es für Gräfelfing – das betonte Bürgermeister Peter Köstler (CSU) bei der Bürgerversammlung mehrfach.

Nicht nur wegen Corona, sondern, weil unter seiner Führung im Ort viel vorangegangen sei: beim Lärmschutz an der Autobahn, der Sanierung von Rat- und Bürgerhaus oder am Jahnplatz, wo von Seiten der Gemeinde einem Neubau nichts mehr im Wege stehe.

Auch am Rathausvorplatz – der seit Jahren kritisiert wird, weil dort ein sicheres Queren für Fußgänger unmöglich sei – soll sich jetzt etwas tun.  „Es werden in Kürze zwei Zebrastreifen an der Groso- und an der Freihamer Straße markiert“, versprach Köstler.

Geplant ist das laut Bauamt am Donnerstag, 11. November. Zuvor müssten jedoch die „Kiss&Ride“-Parkplätze an der Südseite des Rathauses zurückgebaut werden. Doch nicht alle Bürger teilen die Einschätzung, dass die Tempo-20-Zone so sicherer wird.

Kritik von Anwohnerin

„Diese Lösung ist ziemlich verfehlt“, fand Friederike Lehndorfer. Sie sei entsetzt, wo die Überwege geplant sind. „Niemand wird erstmal bis zur Grosostraße gehen, um dort die Straßenseite zu wechseln.“

Gerade Schulkinder oder Ältere würden den Platz mit Sicherheit weiter auf dem kürzesten Weg überqueren wollen, so die Anwohnerin der Hubert-Reißner-Straße. Stattdessen wünsche sie sich, dass vor Ort das Tempolimit stärker kontrolliert werde.

„Blitzanlagen sind an der Stelle technisch nicht möglich“, erklärte Köstler. Auch ein zentraler Zebrastreifen sei wegen der schlechten Sicht an der Unterführung nicht möglich. Stattdessen habe man sich nach langer Debatte im Gemeinderat – und in Absprache mit Polizei und Schulweghelfern – für die jetzigen Standorte entschieden.

Abhilfe will die Gemeinde aber bei der rutschigen und abgenutzten „Achtung,Fußgänger“-Markierung auf dem Platz schaffen und diesen ersetzen. Erstmals beantragt hatte das Lehndorfer schon 2018.

Das sagt die Polizei

Grundsätzlich sei Gräfelfing sehr sicher, sagt der örtliche Polizeichef Thomas Sorgalla. Auf 1000 Bewohner kommen hier 34 Straftaten. In München, der sichersten Großstadt Europas, seien es 57. Kritisch sieht Sorgalla aber die Zahl der Betrugsfälle.

2021 gab es dazu allein aus Gräfelfing bereits zehn Anzeigen. Was der Polizei noch Sorge bereite: Während die Zahl der Verkehrsunfälle sinke, gab es heuer bisher mehr Verletzte (40) als im gesamten Vorjahr (27).

Diskussionen um die Gartenstadt

Diskussionsbedarf gab es bei der Versammlung – die mit etwa 35 Zuschauern äußerst mäßig besucht war – zum wiederholten Male zum Aussehen Gräfelfings. So fragte Sven Gliesche zum geplanten Turm am Bürgerhaus: „Warum verschandeln wir den Ort?“ Der angedachte Neubau an der Bahnhofstraße 105 sei zudem zu groß.

Die Bürgerversammlung 2021 in Gräfelfing war mit etwa 35 Zuhörern äußerst mäßig besucht.
Die Bürgerversammlung 2021 in Gräfelfing war mit etwa 35 Zuhörern äußerst mäßig besucht. © rea

Bürgermeister Peter Köstler nahm die Kritik zu Kenntnis. „Das ist aber Geschmackssache.“ Der Gemeinderat finde, dass der Turm ein passender Akzent sei. Über die Bahnhofstraße 105 werde noch diskutiert.

Für den kürzlich gegründeten Verein „Freunde der Gartenstadt Gräfelfing“ fragte Hartwig Schwerdtle, wie viele Wohnungen Köstler bis 2026 bauen wolle und wie für ihn ein Gartenstadt-adäquates Mehrfamilienhaus aussehe.

Aktuell seien 18 Wohnungen an der Bahnhofstraße 105 und bis zu 40 am alten Doemens-Gelände geplant, antwortete Köstler. „Das Mehrfamilienhaus muss sich am Bestand orientieren.“ Allerdings liege das Doemens-Areal nicht im Gartenstadt-Teil Gräfelfings. Schwerdtle regt zudem an, den Bürgerhaus-Turm zu begrünen.

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