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Kein Konzept für den Busbahnhof am Olympiapark in München? BA-Chef übt Kritik - SWM erklären Pläne

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Von: Benedikt Strobach

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Noch ist der Busbahnhof am Olympiapark in München für die Öffentlichkeit gesperrt. Zu den European Championships im kommenden Jahr soll das Areal zunächst temporär, ab Mitte 2023 endgültig umgestaltet und für Besucher begehbar gemacht werden.
Noch ist der Busbahnhof am Olympiapark in München für die Öffentlichkeit gesperrt. Zu den European Championships im kommenden Jahr soll das Areal zunächst temporär, ab Mitte 2023 endgültig umgestaltet und für Besucher begehbar gemacht werden. © Klaus Haag

Der Busbahnhof am Olympiapark in München wird seit 2007 nicht mehr genutzt. Milbertshofens BA-Chef kritisiert fehlende Konzepte. Die SWM erklären die Pläne.

München - Als die U-Bahn-Linie U3 bis zum Olympia-Einkaufszentrum verlängert wurde, war das ein großer Schritt für den öffentlichen Nahverkehr in München. Das war 2007. Seitdem wird der Busbahnhof am Olympiapark nicht mehr benötigt. Heute kann man dem in die Jahre gekommenen und abgesperrten Areal von außen beim Verfall zusehen.

BA-Chef kritisiert fehlendes Konzept für die Nutzung des Busbahnhofs am Olympiapark - Stadt München erklärt Hürden

Wofür das Gelände zukünftig genutzt werden soll, beschäftigt Stadtrat, Verwaltung und Lokalpolitik seit Jahren. Bei der Bürgerversammlung des Stadtbezirks Milbertshofen-Am Hart gab es nun deutliche Kritik an den langsam voranschreitenden Plänen.

Fredy Hummel-Haslauer (SPD), Vorsitzender des örtlichen BA, ließ seinem Unmut freien Lauf. „Die Stadtwerke wollen das Areal bis 2023 sanieren, sodass es ausschaut wie ursprünglich 1972. Eine konkrete Idee für dessen Nutzung gibt es aber nicht. So haben wir in zwei Jahren einen Busbahnhof, wissen aber nicht, was wir damit anfangen sollen“, sagte er.

Diesen Vorwurf wollte sich Sabine Steger vom Planungsreferat nicht gefallen lassen. „Wir erarbeiten bereits Konzepte für eine Nutzung“, entgegnete sie. Jedoch gebe es einige Hürden zu beachten – wie die Bewerbung des Olympiaparks als Unesco-Weltkulturerbe, den Denkmalschutz und auch den zeitgleich laufenden Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des BMW-Stammwerks. Konkrete Ideen nannte Steger jedoch nicht.

Kein Konzept für stillgelegten Busbahnhof am Olympiapark in München? SWM planen Kunstprojekt und Sanierung bis 2023

Doris Betzl, Sprecherin der Stadtwerke München (SWM), bestätigt auf Hallo-Anfrage, dass das Areal und insbesondere das einsturzgefährdete Dach bis 2023 saniert werden soll. „Es ist nach gegenwärtiger Beschlusslage vorgesehen, den Busbahnhof interimsmäßig als großzügigen Parkeingang in Form eines ‚grünen Auftaktes’ zu gestalten, bis der Stadtrat eine endgültige Entscheidung über eine dauerhafte Nutzung getroffen hat.“ Dabei soll das Areal in das bestehende Umfeld des Olympiaparks eingebunden werden. Dafür werden etwa bestehende Grünflächen erweitert und neue Aufenthaltsbereiche gestaltet.

Außerdem soll das Mobilitätsangebot vor Ort wachsen. „Pedelecs, Golfcars und MVG-Räder könnten künftig unter dem zentralen Dach entliehen werden“, sagt Betzl. Bereits heute gibt es dort für mobilitätseingeschränkte Menschen Elektromobile der Firma Anderwerk kostenlos zu mieten.

Bereits zu den European Championships 2022 werde der Busbahnhof temporär für Besucher geöffnet. „Als Beitrag zur 50-Jahr-Feier der olympischen Spiele 1972 und zur Aufwertung der Fläche in der Interimsphase soll ein Kunstprojekt umgesetzt werden“, erklärt Betzl. Dafür werden bis Mitte 2022 das Dach des Busbahnhofs abgebaut und die Verkehrsflächen gesichert. Das Konzept umsetzen soll das „Museum of Urban and Contemporary Art“ (MUCA). Eine Hallo-Anfrage zu den Plänen blieb jedoch bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Genauere Informationen zum Projekt erwarten die SWM laut Betzl „voraussichtlich im Dezember“. Ab Herbst 2022 werde die Dachkonstruktion wieder errichtet. Das soll bis Mitte 2023 dauern.

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