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Callcenter-Betrug in München: Polizei ermittelt wegen Bandenbetrug

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Von: Theresa Reich

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Trickbetrüger forderten Rentner am Telefon zur Herausgabe von Bargeld auf. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Zum Schutz vor angeblichen Einbrechern, verlangen falsche Polizisten Wertgegenstände und Bargeld. Ermittlungen der echten Beamten führen diesmal sogar nach Nordrhein-Westfalen.

Fürstenried - Ein falscher Polizeibeamter, der sich als Herr Wagner ausgegeben hat, gaukelte einem 62-Jährigen Münchner am Donnerstagvormittag, 14. Oktober, am Telefon vor, dass kürzlich in seiner Nachbarschaft eingebrochen worden sei. Dabei hätte die angebliche Polizei eine Namensliste mit potentiellen Einbruchszielen gefunden. Um seine Wertsachen zu schützen, solle er diese einem Polizeibeamten übergeben, der in Kürze vorbeikomme.

Umgehend würde der 62-Jährigen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet werden, versprach der Betrüger. Wie aus dem Pressebericht der Polizei hervorgeht, wollte der falsche Beamte damit die Telefonverbindung aktiv aufrecht erhalten und sein Opfer weiter ins Gespräch verwickeln.

Callcenter-Betrug: Münchner soll Geld und Wertsachen an falsche Polizisten übergeben - doch er stellt eine Falle

Der 62-Jährige durchschaute den Betrugsversuch und verständigte noch während des Telefongesprächs die Polizei, die wenig später eintrafen. Nach etwa drei Stunden klingelte ein 22-jähriger Komplize an der Wohnungstür des Münchners, bereit die Wertgegenstände abzuholen. Die Einsatzkräfte konnten ihn sofort festnehmen.

Callcenter-Betrug: Ermittlungen der echten Polizei führen nach Nordrhein-Westfalen

Ebenfalls in Fürstenried ereignete sich ein ähnlicher Betrugsfall am Freitag, 8. Oktober, im Bereich der Forst-Kasten-Allee. Dort hat ein 80-Jähriger einen Anruf, von einem falschen Polizeibeamten, der sich als Herr König ausgegeben hat, erhalten. Auch bei diesem Gespräch sollte der Münchner zum Schutz vor vermeintlichen Einbrechern sein Bargeld in Höhe von mehreren einhundert Euro an eine Postadresse in Nordrhein-Westfalen schicken. Das Geld sollte dann, so der Vorwand des Täters, auf Falschgeld geprüft werden.

Erst als der 80-Jährige sich mit seinen Angehörigen über das Telefongespäch austauschte, wurde er über die Abzocke aufgeklärt und erstattete Anzeige. Da der Rentner das Geld per Einschreiben an eine Postadresse versendet hatte, traf ein Postbeamter in Nordrhein-Westfalen zwei Tatverdächtige an, die sich nach dem Brief erkundigten und ihn entgegennehmen wollten.

Callcenter-Betrug: Zusammenarbeit zwischen Kreispolizei Nordrhein-Westfalen und Staatsanwaltschaft München

Der ermittelnde Leiter der AG Phänomene, Hans-Peter Chloupek, erklärte: „In intensiver und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde Mettmann (Nordrhein-Westfalen) sowie der Staatsanwaltschaft München I konnten mehrere Tatverdächtige in diesem Ermittlungskomplex sofort identifiziert und festgenommen werden. Das effiziente und koordinierte Zusammenwirken aller Strafverfolgungsbehörden hat hier diesen erneuten Erfolg möglich gemacht.“ Gegen einen 22-Jährigen und einen 25-Jährigen ermittelt AG Phänomene der Münchner Polizei unter anderem wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs.

Polizeipräsidium München/tr

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