Zu spät für Weihnachten?

Christkindlmärkte dürfen in München stattfinden: Warum es aber Probleme bei der Umsetzung gibt

So voll wie vor der Pandemie wird es heuer am Marienplatz nicht – die Stadt will den Markt entzerren.
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So voll wie vor der Pandemie wird es heuer am Marienplatz nicht – die Stadt will den Markt entzerren.

Dieses Jahr dürfen Weihnachtsmärkte in München wieder stattfinden. Jedoch ist die Frage nach dem „wie“ noch nicht vollständig geklärt. Wo das für Probleme sorgt.

München - Grünes Licht für Christkindlmärkte: Das bayerische Kabinett hat für dieses Jahr wieder Weihnachtstrubel erlaubt. Erste Planungen laufen bereits, beim Kreisverwaltungsreferat sind derzeit 26 Anfragen für Märkte in München eingegangen.

Die Stadt selbst plant sogar eine XXL-Version in der Innenstadt. Doch für diesen und auch kleinere Märkte ist noch nicht klar, unter welchen Vorgaben sie heuer überhaupt möglich sind.

Die fehlende Vorbereitungszeit bringt Probleme mit sich. Für den Weihnachtsmarkt am Harras könnte es sogar das Aus bedeuten. Der Grund: Der BA Sendling wollte sich am Konzept und Programm des Betreiber beteiligen, sagt der Vorsitzende Markus Lutz. Ohne Informationen, wie der Weihnachtsmarkt überhaupt gestaltet werden darf, ist das aber bisher nicht möglich. Und die Zeit ist knapp.

Runder Tisch will Details für Christkindlmärkte klären

Die Ungewissheit macht auch Schausteller-Profis wie Edmund Radlinger zu schaffen. Er steckt mitten in den Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt auf dem Rotkreuzplatz.

„Wir wissen noch nicht, welche Abstände zwischen den Buden eingehalten werden müssen. Also kann ich auch noch nicht sagen, wie viele Stände überhaupt Platz finden. Dabei müssten die Anbieter jetzt längst ihre Ware bestellen“, nennt er eine von vielen noch offenen Fragen.

Details für die Veranstaltung von Christkindlmärkten in Bayern werden erst am Dienstag, 12. Oktober bei einem runden Tisch im Wirtschaftsministerium geklärt. „Am 13. Oktober ist eine Besprechung mit der Stadt mit allen Märkten“, sagt Maria Osterhuber-Völkl vom Pasinger Christkindlmarkt. Auch die Veranstalter des Marktes am Weißenburger Platz warten noch die Besprechungen ab.

Nur wenige sind entspannt: Andreas Ellmaier vom Verein der Freunde Schloss Blutenburg sieht die Blutenburger Weihnacht am zweiten Advents-Wochenende durch die Hygiene-Vorgaben nicht gefährdet. „Bei uns im Schlosshof funktioniert es mit der 3G-Regel unter freiem Himmel sehr gut.“

Diesen Mega-Markt plant München in der Innenstadt

Größer und länger: Das städtische Konzept sieht heuer eine räumliche und zeitliche Entzerrung des Münchner Christkindlmarkts vor, damit er überhaupt stattfinden kann. Auch Gastro-Inseln seien dafür geplant.

„Das bestehende Marktgebiet des Münchner Christkindlmarkts wurde erweitert in die Sendlinger Straße hinein sowie in die Neuhauserstraße bis zum Stachus“, erklärt Wolfgang Nickl vom Referat für Arbeit und Wirtschaft.

Die Standlbetreiber erhalten zudem eine Verlängerungsoption bis Sonntag, 9. Januar. Los geht es ab Montag, 22. November. In der Oktober-Sitzung wird sich auch der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel mit den Plänen beschäftigen und dazu Stellung nehmen.

Platzt Premiere?

Erstmals plant der Festring Allach einen Christkindlmarkt auf dem neu gestalteten Oertelplatz. 18 Interessenten haben sich bisher für zwölf Standl beworben.

Ob die Markt-Premiere vom 16. bis 19. Dezember stattfinden kann, hängt aber aktuell auch noch von der Finanzierung ab. Dem BA Allach-Untermenzing liegt am Dienstag, 12. Oktober, ein Zuschussantrag über knapp 10 000 Euro vor.

Stachus: „Eiszauber“ soll schöner werden

Der „Münchner Eiszauber“ am Stachus gehört längst zum traditionellen Weihnachtstreiben der Stadt dazu. Auch heuer können Besucher dort vom 19. November bis 16. Januar die Kufen schwingen. Der BA Altstadt-Lehel kritisierte in seiner jüngsten Sitzung jedoch die derzeitige Ausgestaltung.

Die Idee der Lokalpolitiker: Künftig könnte es einen Gestaltungswettbewerb dafür geben. „Eislaufen am Stachus ist toll, aber ich finde die Buden vor den wunderschönen Fassaden zu hoch“, gab BA-Mitglied Stefan Blum (CSU) zu bedenken. Seine Anregung: eine Gestaltung, die dem Stachus-Rondell angemessen ist. 

Der Eiszauber am Stachus soll umgestaltet werden.

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