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Stornowelle in der Münchner Gastro: Bis zu 50 Prozent der Feiern schon abgesagt

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Von: Marie-Julie Hlawica

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Auch wenn mancher Tisch eventuell leer bleibt: Im Obermenzinger Jagdschloss bereitet man sich trotzdem fleißig auf die Weihnachtszeit vor.
Auch wenn mancher Tisch eventuell leer bleibt: Im Obermenzinger Jagdschloss bereitet man sich trotzdem fleißig auf die Weihnachtszeit vor. © privat

Die Gastronomie-Branche trifft es aufgrund der steigenden Corona-Zahlen und den damit verbundenen neuen Regelungen wieder hart. Das sagen Münchner Wirte über ihre Situation.

München - „Die Absagen kamen innerhalb einer Woche wie eine Welle“, sagt Inge Weber-Schmidlein, Wirtin vom Obermenzinger Jagdschloss.

„Mittlerweile wurden über 50 Prozent der geplanten Firmenweihnachtsfeiern und Hotelbuchungen bei uns storniert.“ Was OB Dieter Reiter vergangene Woche bereits für München angekündigt hatte, ist mittlerweile für ganz Bayern eingeführt: 2G in der Gastronomie.

Mit ihrem Mann Michael hat Inge Weber-Schmidlein schnell reagiert: „Ich motiviere uns alle: wir wollen für die, die kommen wollen, geöffnet sein.“ Sie starten wieder einen To-Go-Verkauf, planen zum Advent ein „Außenkonzept im Biergarten.“

Das Wirtepaar vertraut auf 2G. Die von OB Reiter angekündigten „massiven Kontrollen“ kann sie bereits bestätigen. Am Wochenende wurden sie gleich doppelt von der Polizei überprüft. „Bei uns sind alle Mitarbeiter vollgeimpft. Jeder Gast wird am Eingang kontrolliert.“

Im Obermenzinger Jagdschloss wird ein „Außenkonzept im Biergarten“ geplant.
Im Obermenzinger Jagdschloss wird ein „Außenkonzept im Biergarten“ geplant. © privat

Gregor Lemke vom Augustiner Klosterwirt und Sprecher der Münchner Innenstadtwirte schmückt unter der Regie seiner Ehefrau Petra zuversichtlich sein Haus am Dom: „80 Meter Außengirlanden, rund 25 Kränze, zwei große Tannen, alles ist bereit, um Weihnachtsstimmung zu verbreiten.“

Das Motto der Innenstadtwirte lautet auch 2021: „Kommens ins Wirtshaus, da sind sie sicher!“ Man spüre, dass die Reisetätigkeit nachlasse. „Wenn internationale Firmen Weihnachtsfeiern stornieren, macht sich das bemerkbar“, erklärt Lemke.

„Da fehlen München plötzlich 50 000 Gäste.“ Umso mehr hofft er, dass trotz oder gerade wegen Kontrollen und 2G-Regelung die Stammgäste in die Gaststuben kommen.

Auch wenn mancher Tisch eventuell leer bleibt: Münchner Gastronomen wie Petra Lemke dekorieren bereits fleißig.
Auch wenn mancher Tisch eventuell leer bleibt: Münchner Gastronomen wie Petra Lemke dekorieren bereits fleißig. © privat

Gerhard Struger, Manager der Sofitel Bayerpost, hofft auf eine vorübergehende Maßnahme. Auch sein Haus verzeichne Stornos im Event- und Meetingbereich. Er betont: „Für unsere Urlaubsgäste hängt viel davon ab, ob Weihnachtsmärkte und Silvesterfeierlichkeiten wie geplant stattfinden dürfen.“

Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer der Dehoga, fordert klare und planbare Lösungen: „Die sich ständig ändernden Auflagen der Regierung für die Betriebe belasten die Branche.

Die Absage der Feierlichkeiten, Meetings und Events tun mir in der Seele für unsere Mitglieder und Gäste weh. Ohne feste staatliche Unterstützung wird das Minus durch die Stornierungen für einige nicht mehr aufzufangen sein.“

Landesgeschäftsführer der Dehoga: Dr. Thomas Geppert.
Landesgeschäftsführer der Dehoga: Dr. Thomas Geppert. © privat

In die Olympiahalle

Auch am Platzl häufen sich die Absagen. Für Familie Sperger, die das Hofbräuhaus führt, ist eine besondere Veranstaltung eine Herzensangelegenheit, dafür geht sie ungewöhnliche Wege:

„Die Weihnachtsfeier für Obdachlose soll 2021 unbedingt stattfinden . Wir haben sie vom Hofbräu-Festsaal in die Olympiahalle verlegt, damit wir die rund 400 Gäste mit Abstand und Hygienemaßnahmen bewirten können“, sagt Sprecher Tobias Ranzinger

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