1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Handel mit gefälschten Corona-Impfausweisen in München ‒ Polizei soll 2G- und 3G-Regeln strikter überprüfen

Erstellt:

Kommentare

Ein Polizist hält einen gelben Impfpass.
In München ist ein Handel mit gefälschten Impfausweisen aufgeflogen. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

Bayerns Innenminister Herrmann geht von hoher Dunkelziffer von gefälschten Impfausweisen und -zertifikaten aus. Die Polizei soll die Kontrolle der Zutritts-Regeln verstärken.

In München ist ein Handeln mit gefälschten Corona-Impfausweisen aufgeflogen. Wie die Polizei mitteilt, wollte ein 31-Jähriger aus dem Landkreis München sich am 23. Oktober in einer Apotheke ein digitales Impf-Zertifikat ausstellen lassen. Ein Mitarbeiter erkannte die Fälschung des Impfausweises jedoch anhand des Erscheinungsbildes.

Urkundenfälschung und Handel mit gefälschten Corona-Impfausweisen in München aufgeflogen

Die ersten Ermittlungen ergaben, dass der Mann den gefälschten Impfpass am gleichen Tag von einem 28-Jährigen, ebenfalls mit Wohnsitz im Landkreis München, gekauft hatte.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München I wurde daraufhin dessen Wohnung durchsucht. Dabei fand die Polizei eine geringe Menge Marihuana und Kokain, eine Softairpistole ohne Kennzeichnung, ein Butterflymesser, Bargeld in fünfstelliger Höhe sowie mehrere Mobiltelefone und Speichermedien aufgefunden werden.

Während der Durchsuchung kam eine 23-Jährige Münchnerin hinzu. Laut Polizei ergab sich der dringende Verdacht, dass auch sie an der Fälschung der Impfausweise beteiligt war. Daraufhin wurde auch ihre Wohnung durchsucht. Hierbei wurden Blankoimpfausweise, Stempelkissen und ein Laptop aufgefunden und sichergestellt.

Es wurden unter anderem Anzeigen wegen Urkundenfälschung, Verstößen nach dem Betäubungsmittelgesetz und Verstoß nach dem Waffengesetz eingeleitet. Sie wurden nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Bayerns Innenminister Herrmann: Immer mehr gefälschte Corona-Impfnachweise in Umlauf

Nach Worten von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sind immer mehr gefälschte Impfnachweise im Umlauf. Die Polizei habe Anfang September etwa 110 Fälle von falschen Impfausweisen oder -zertifikaten registriert, wenige Wochen später habe die Zahl schon bei mehr als 800 gelegen - und die Dunkelziffer sei noch viel höher: „Wir müssen davon ausgehen, dass es de facto noch eine viel größere Zahl gibt“, sagte Herrmann am Freitag dem Bayerischen Rundfunk.

„Das ist kein Kavaliersdelikt, so etwas zu fälschen.“ Andere Menschen würden getäuscht, weil sie glaubten, um sie herum seien nur Geimpfte und Genesene, sich tatsächlich aber „andere mit gefälschten Zertifikaten einschmuggeln“, sagte der Innenminister weiter.

Polizei soll Kontrolle der 2G- und 3G-Regeln verstärken

Herrmann kündigte zudem an, dass die Polizei die Kontrollen der 2G- oder 3G-Regeln strikter überprüfen wird. Wirte oder beispielsweise Betreiber von Kinos müssten die Einlassbestimmungen ernst nehmen und die Nachweise kontrollieren: „Im Wiederholungsfall, wenn sich ein zweites oder drittes Mal herausstellt, dass ein Betreiber die Kontrollen nicht ernsthaft durchführt und die Leute einfach durchwinkt, muss er damit rechnen, dass sein Laden geschlossen wird.“

Zur Kritik von Vertretern der Polizeigewerkschaft am Arbeitspensum der Beamten sagte Herrmann: „Natürlich weiß ich auch um die starke Belastung der Polizei.“

Es gehe darum, nun die richtigen Prioritäten zu setzen: „Aber dann findet in den nächsten Tagen vielleicht eine Geschwindigkeitskontrolle weniger statt und stattdessen finden die Kontrollen statt, ob die Bedingungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingehalten werden.“

Polizeipräsidium München/dpa/lby/jh

Auch interessant

Kommentare