Hilfe für Wirtschaft und Kultur

Eine Rettung für die Innenstadt? Mit diesen Mitteln will München sein Zentrum wiederbeleben

Leere Fußgängerzonen, kaum Umsatz – Gelder eines Sonderfonds sollen jetzt die Münchner Innenstadt wiederbeleben.
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Leere Fußgängerzonen, kaum Umsatz – Gelder eines Sonderfonds sollen jetzt die Münchner Innenstadt wiederbeleben.

Um bayerische Innenstädte wiederzubeleben, gibt es jetzt einen Sonderfonds der Staatsregierung. Wie derzeit die Lage in München ist, welche Maßnahmen dort helfen könnten

  • Unter der Corona-Pandemie leidet auch das Münchner Stadtzentrum stark.
  • Ein Sonderfonds der bayerischen Staatsregierung soll jetzt Innenstädte wiederbeleben.
  • Auch die Münchner Wirtschaft und Kultur könnte davon profitieren.

ALTSTADT - Wo sich sonst Besucher tummeln, herrscht seit über einem Jahr tote Hose – die Münchner Innenstadt leidet schwer unter der Corona-Pandemie. Hoffnung weckt jetzt ein Sonderfonds der Staatsregierung, der auch Münchens Stadtzentrum wiederbeleben soll (siehe Infobox). Leerstehende Räume und Immobilien anmieten oder bauliche Veränderungen wie Sitzbänke und mehr Grün – genau für solche Maßnahmen sind die Gelder gedacht. Außerdem: Sobald es wieder möglich ist, Events fördern.

München: Gelder aus bayerischem Sonderfonds sollen die Innenstadt wiederbeleben

„Die Lage ist tatsächlich bedrohlich“, erklärt Münchens Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne). Abholmöglichkeiten oder Terminshopping brächten nur einen Bruchteil der Umsätze aus Vor-Corona-Zeiten ein. Auch für Kulturbetriebe sieht es kaum besser aus: Es gilt derzeit „massive finanzielle Herausforderungen zu bewältigen“, so das Kulturreferat.

So fördert Bayern

Insgesamt 100 Millionen Euro stellt der Freistaat seinen Städten, Märkten und Gemeinden ab 2000 Einwohnern zur Belebung der Innenstädte zur Verfügung. Bis zum 10. Juni haben diese Zeit, ihren Bedarf bei der Bezirksregierung zu melden, dann wird entsprechend verteilt. Anfang Juli steht fest, wer wie viel bekommt. Maßnahmen werden dann vom Freistaat mit 80 Prozent gefördert, besonders finanz- und strukturschwache Gemeinden erhalten sogar 90 Prozent.

Münchner Zentrum: „Es fehlen circa 25 000 Besucher – pro Tag!“

Eine Insolvenzwelle sowie massive Leerstände habe man im Münchner Zentrum bislang zwar abwenden können, dennoch bestätigt auch City-Partner-Chef Wolfgang Fischer: „Die Münchner Innenstadt ist besonders von den Auswirkungen der Pandemie getroffen.“ Grund dafür sei der fast vollständige Entfall des Tourismus sowie aller Großveranstaltungen, wie jetzt erneut auch der Wiesn. Fischer: „Es fehlen in der Innenstadt circa 25 000 Besucher – pro Tag!“ Die große Herausforderung: Die Menschen wieder in die Innenstadt zu locken. Beispielsweise durch Aktionen wie der „Nachtschwärmer-Kultur- und Shopping-Nacht“ oder „Munich unplugged“.

Wolfgang Fischer vom Händlerverband City Partner.

Bayerischer Sonderfonds: Können auch die einzelnen Stadtteile davon profitieren?

Schon vor Corona gab es Zwischennutzungen mit Ladenkonzepten wie beispielsweise im Ruffini- und Rathaus, deren Flächen immer wieder neu ausgeschrieben werden. Genau bei solchen Projekten sieht das Kultureferat Verwendungsbedarf für Gelder aus dem Fonds. „In der Regel tragen sich diese Geschäftsmodelle in innerstädtischer Lage wirtschaftlich nicht selbst, sondern müssen durch vergünstigte Mieten oder Förderungen unterstützt werden“, erklärt Referats-Sprecherin Jennifer Becker. Und: „Auch Freiluftveranstaltungen können dazu beitragen, den „Re-Start“ deutlich sichtbar zu gestalten.“ Das gelte jedoch nicht nur für die Innenstadt sondern für das ganze Stadtgebiet.

Bürgermeisterin Katrin Habenschaden.

Dass im Übrigen auch Projekte außerhalb der Innenstadt förderfähig sind, hofft auch Habenschaden. „Unter der Corona-Krise leiden alle Einzelhändler, nicht nur diejenigen im Stadtzentrum“, betont sie. Hallo hat dazu beim Bauministerium nachgefragt: „Abhängig vom Einzelfall können davon auch ein Stadtteil oder Stadteilzentren profitieren“, versichert ein Sprecher. Um den entsprechenden Bedarf realistisch abbilden zu können, soll die Stadtverwaltung jetzt mit lokalen Wirtschafts- und Kulturtreibenden geeignete Maßnahmen erarbeiten.

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