Wie hoch sind 155 Meter?

Debatte um Hochhäuser in München ist neu entbrannt ‒ Stadt demonstriert 155 Meter Höhe mit Ballons

Zwei Ballons fliegen über den Münchner Dächern. Die Ballons sollen die Höhe zweier Hochhaus-Projekte verdeutlichen, die bei den Paketposthalle in Neuhausen geplant werden. So soll Interessierten demonstriert werden, wie sich die an diesem Standort diskutierten Hochhäuser in die Silhouette der Stadt einfügen.
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Zwei Ballons fliegen über den Münchner Dächern. Die Ballons sollen die Höhe zweier Hochhaus-Projekte verdeutlichen, die bei den Paketposthalle in Neuhausen geplant werden. So soll Interessierten demonstriert werden, wie sich die an diesem Standort diskutierten Hochhäuser in die Silhouette der Stadt einfügen.

Wie hoch sind 155 Meter? Definitiv höher als die Frauenkirche! Die wurde als Maßstab für die Höhe von Hochhäusern abgelöst - und die Debatte darüber hört in München nicht auf.

  • Wie hoch sind 155 Meter? München debattiert erneut über Grenzen für Hochhäuser.
  • Stadtverwaltung lässt Ballons im geplanten Paketpost-Areal in Neuhausen aufsteigen, um die Höhe der Neubauten zu demonstrieren.
  • Über Jahrhunderte war die Frauenkirche das Maß aller Dinge.

In Neuhausen stehen am Donnerstag von 07.30 bis 09 Uhr zwei vier Meter breite Ballons am Himmel. Die Stadtverwaltung will mit den beiden Flugobjekten demonstrieren, wie sich die geplanten Türme des neuen Paketpost-Areals in die Skyline der Stadt einfügen. 155 Meter hoch könnten die beiden Neubauten in dem geplanten Stadtquartier rund um die Paketposthalle werden.

Im Zuge des Projekts diskutiert München über seine Grenzen für Hochhäuser - wieder einmal.

Erneute Debatte um Hochhäuser in München - Stadt demonstriert Höhe mit Ballons in Neuhausen 

Jahrhundertelang war in diesem Bereich die Frauenkirche das Maß aller Dinge: Höher als ihre 99 Meter durfte in München niemand bauen. Das hat sich inzwischen geändert: Seit 2004 steht ein 146 Meter hohes Gebäude am Georg-Brauchle-Ring; die im selben Jahr fertiggestellten Highlight Towers in der Parkstadt Schwabing sind mit 126 und 113 Metern ebenfalls höher als das Wahrzeichen der Landeshauptstadt.

Aus Sorge um das historische Stadtbild Münchens gab es noch im selben Jahr einen Bürgerentscheid. Er verpflichtete die Stadt, 100 Meter Höhe bei Neubauten nicht zu überschreiten. Allerdings war er rechtlich nur ein Jahr lang bindend. Auch wegen des zunehmenden Mangels an Wohnraum entschied sich die Stadt im Jahr 2018, ihre Leitlinien zum Thema Hochhäuser weiterzuentwickeln - und auszuloten, wo hohe Bauten heutzutage besser oder weniger gut möglich sind.

Abgeschlossen ist dieser Prozess nach Angaben des Referats für Stadtplanung bislang nicht. Der Entwurf werde derzeit mit Anregungen aus der Bürgerbeteiligung überarbeitet; ein Ergebnis solle dem Stadtrat im Frühjahr 2022 vorgelegt werden.

Die Fraktion ÖDP/München-Liste fordert jetzt in einem Antrag, dass die Landeshauptstadt München einen Ratsentscheid zur Hochhausgrenze von 100 Metern in München vorbereitet und die Bürger erneut befragt. Die Fragestellung soll sich an dem Bürgerentscheid aus dem Jahre 2004 zu dem Thema orientieren.

Geplante Neubauten im Paketpost-Areal mit 155 Metern Höhe

Unterdessen läuft schon die nächste Bürgerbeteiligung, speziell zu den in Neuhausen angedachten Zwillingstürmen. Mehr als 120 Münchner wirken nach Angaben der Stadt derzeit an einem Bürgergutachten zu den Plänen mit. Außerdem laufe eine Untersuchung zu der Frage, wie sich die beiden 155 Meter hohen Bauten ins Stadtbild einfügen würden.

Zwei Ballons simulieren Hochhäuser in München.

Kritik gab es vor allem daran, dass die Hochhäuser vom Nymphenburger Schlossrondell aus zu sehen wären. Das gelte aber auch für den Olympiaturm, argumentiert die Stadt. Zudem bilde das Rondell „keine klassische Sichtachse“ wie Maximilianstraße und Maximilianeum.

Wie hoch die Hochhäuser letztlich werden, steht nach Angaben der Stadt bislang nicht fest. Helfen sollen bei der Entscheidung nun die Ballons - vor allem den Münchnern, die am Bürgergutachten mitwirken.

dpa/lby/jh

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