Münchens Olympioniken

Olympia 2021: Diesen Münchner Teilnehmern drückt Hallo die Daumen (2)

Vom 23. Juli bis zum 8. August finden die Olympischen Spiele in Tokyo statt.
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Vom 23. Juli bis zum 8. August finden die Olympischen Spiele in Tokyo statt.

Acht Athleten aus München messen sich in Tokio mit der Weltspitze und nehmen an den Olympischen Spielen teil. Hallo hat mit den Münchner Teilnehmern gesprochen und stellt sie vor.

Es ist die größte Sportveranstaltung der Welt: Von Freitag, 23. Juli, bis Sonntag, 8. August, kämpfen in Tokio die Besten der Besten um olympische Medaillen – wegen der Pandemie ein Jahr später als geplant. Unter den über 400 deutschen Athleten sind auch acht aus München, die Hallo vorstellt. Was sie sich vorgenommen haben, ob sie die Zuschauer vermissen... Den ersten Teil gibt es hier zum nachlesen.

Zwei Judoka hoffen auf den großen Wurf

Im Judo könnten zwei Münchner in Tokio Medaillen abräumen. Sebastian Seidl will auf jeden Fall unter den besten Drei landen. „Wenn man zu Olympia fährt, muss man die Ziele hochstecken. Dabei sein ist für mich nicht alles. Dabei war ich schon 2016. Diesmal will ich eine Medaille.“ Seine Chancen schätzt der 31-Jährige nicht schlecht ein: „An einem guten Tag ist alles drin.“

Sebastian Seidl (re.) greift am 25. Juli ins Geschehen ein.

Dass die Spiele wegen der Pandemie ohne Zuschauer stattfinden, stört ihn nicht: „Wir Judoka waren schon häufiger in Japan unterwegs und das Publikum dort ist sowieso sehr zurückhaltend. Deshalb beeinflusst mich das null.“

Am 25. Juli finden bei den Männern die Einzelwettkämpfe statt und Seidl muss sich durch mehrere K.o.-Runden ins Finale kämpfen. Erfolge hat er bereits einige gefeiert. Zu den größten zählt er selbst seine Bronze-Medaille bei den European Games sowie den dritten Platz mit dem Team bei den Weltmeisterschaften. Aber auch die Olympischen Spiele in Rio gehören für ihn trotz Ausscheidens in der ersten Runde dazu.

Seine ersten Schritte im Judo machte er mit neun Jahren beim TSV Abensberg. „Mein Vater hat mich reingesteckt. Ich habe auch Fußball, Tennis und Turnen ausprobiert, aber Judo war der geilste Sport. Man ist auf sich allein gestellt und kann die Schuld auf niemand anderen schieben.“ 2011 wechselte er zum Olympia-Stützpunkt nach München und lebt seitdem an der Theresienwiese.

Einen Tag nach Seidl, am 26. Juli, kämpft Theresa Stoll (Foto: DJK/Marcel Haupt) um eine Medaille. Die Großhadernerin bedauert es, dass kein Publikum zugelassen ist, denn bei ihren ersten Spielen hätten sie Familie und Freunde gerne als Unterstützung in der Halle gehabt. Dennoch ist auch bei der 25-Jährigen die Vorfreude groß: „Olympia war immer mein großer Traum. Ich trainiere schon so viele Jahre darauf hin.“

Theresa Stoll macht sich Hoffnungen auf eine Olympia-Medaille.

Auch ihre Chancen auf einen Platz auf dem Podium stehen nicht schlecht. „Die Weltmeisterschaften vor ein paar Wochen liefen mit der Bronze-Medaille sehr gut, aber man kann das nicht planen.“ Die mentale Stärke am Wettkampftag sei entscheidend. „Jeder kann gewinnen. Es entscheiden Sekunden. Deshalb muss man konzentriert und fokussiert an die Wettkämpfe rangehen.“ Judo ist ihre große Leidenschaft. „Es ist sehr abwechslungsreich. Man braucht viele Dinge für den Erfolg: Technik, Ausdauer, Kraft und mentale Stärke. Wenn man es schafft, die Gegnerin auf den Rücken zu werfen, ist das ein unglaubliches Gefühl. Dafür mache ich Judo.“

Stoll ist ehrgeizig. „Ich höre erst auf, wenn ich mein Ziel erreicht habe.“ Zweimal täglich trainiert die 25-Jährige. Zwischen Trainingseinheiten oder auf den Reisen lernt sie für ihr Medizin-Studium an der TU München.

Katharina Trost: Sprint bis ins Halbfinale

Im Juni hat Katharina Trost die Olympia-Norm über 800 Meter erlaufen. Am 30. Juli kämpft die 26-Jährige von der LG Stadtwerke München in Tokio erstmals um eine olympische Medaille – gemeinsam mit ihrer Vereinskollegin Christina Hering. „Ich bin total gespannt – vor allem auf das Olympische Dorf“, sagt die Grundschullehrerin, die im Glockenbachviertel lebt.

Katharina Trost hat schon Erfahrung bei internationalen Wettbewerben.

Einziger Wermutstropfen: „Ich hätte mich mega gefreut, wenn wir bei den anderen Wettkämpfen hätten zuschauen können. Wegen Corona ist das leider nicht möglich“, so Trost, die seit ihrem sechsten Lebensjahr sportelt. „Aber für Athleten, die schon früher bei Olympischen Spielen waren und wissen, wie die Stimmung sein kann, ist es heuer vielleicht noch trauriger“, glaubt die Läuferin.

Als ihren größten Erfolg bisher sieht Trost, deren Mutter ebenfalls erfolgreiche Leichtathletin ist, das Halbfinale bei der WM in Doha an. Auch für Tokio hat sie sich das Halbfinale vorgenommen. „Aber bei Wettkämpfen ist immer auch Glück dabei.“ Trotzdem: Die vergangenen Wochen haben Trost und Hering intensiv trainiert. „Viel mehr als man das sonst in der Wettbewerbszeit tun würde.“

Sie wollen in Tokio gut aufschlagen

Auch die Tennisspieler Phi-lipp Kohlschreiber und Jan-Lennard Struff, die für den TC Großhesselohe spielen, treten in Tokio an. Von 24. Juli bis 1. August finden die Partien statt. Im Einzel zählen die beiden nicht zu den Favoriten. Chancen auf eine Medaille hat Struff im Doppel, wo er mit der deutschen Nummer 1 Alexander Zverev antritt.

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