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Hoffnung auf Abriss-Stopp im Eggarten ‒ Gutachten von Kritikern des Bauprojekts sieht Fledermäuse in Gefahr

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Von: Benedikt Strobach

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Im Eggarten laufen derzeit Abrissarbeiten.
Im Eggarten laufen derzeit Abrissarbeiten. © Götzfried

Kritiker des Bauprojekts im Eggarten haben noch Hoffnung auf einen Abriss-Stopp. Stoppt ein Gutachten über gefährdete Fledermäuse den bereits laufenden Abbruch in München?

Die Bagger sind angerollt und schaufeln. Ein erstes Haus wurde bereits dem Erdboden gleich gemacht. Die Abriss-Arbeiten im Eggarten (Hallo berichtete) schreiten voran. Doch etwas Hoffnung haben Kritiker des dort geplanten Bauprojekts mit bis zu 2000 Wohnungen noch.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Hoffnung auf Abriss-Stopp im Eggarten wegen Fledermaus-Gutachten

Ein von der Stadtratsfraktion ÖDP/München-Liste beauftragtes Umwelt-Gutachten besagt nun, dass für den laufenden Abbruch eine „spezielle artenschutzrechtliche Prüfung“ notwendig sei. „Diese ist aber nicht erfolgt“, sagt Stadtrat Tobias Ruff (ÖDP).

Der Gewässerökologe und zweifacher Vater Tobias Ruff tritt für die ödp als Oberbürgermeister-Kandidat an.
Tobias Ruff © jh

Gemeinsam mit Dirk Höpner (München-Liste) hatte er im Herbst deswegen Strafanzeige gegen den Abriss gestellt. Im neuen Gutachten wurden Hinweise auf drei weitere gefährdete Fledermaus-Arten gefunden, insgesamt sind es zwölf. „Im Winter führt ein Abriss zu deren Tod“, mahnt Ruff.

Heinz Sedlmeier vom Landesbund für Vogelschutz warnt: „Ökologisch ist es fatal, den Eggarten zu bebauen. Er ist die letzte vernünftige Vernetzung von Grün- und Biotopflächen nach Westen, Norden und Süden.“

Zwar könne aufgrund der geringen Größe der Fledermäuse fast unmöglich festgestellt werden, ob die Tiere im Winter in den Häusern nisten. Widerlegt wurde es aber bisher nicht. „Man muss davon ausgehen, dass dort Tiere leben, die beim Abriss sterben.“

Abbruch-Arbeiten im Eggarten laufen bereits

Ein Sprecher der „Eggarten Projektentwicklung“ verteidigt das Vorgehen: „Hier handelt es sich um den Abbruch von baufälligen Gebäuden.“ Das sei grundsätzlich genehmigungsfrei. Die Arbeiten werden aber durch Fachgutachter begleitet.

Das Haus an der Eggartenstraße 9 – im Oktober noch entkernt stehend – ist heute nur noch ein Trümmerhaufen.
Das Haus an der Eggartenstraße 9 – im Oktober noch entkernt stehend – ist heute nur noch ein Trümmerhaufen. © Benedikt Strobach

Sedlmeier sieht wenig Hoffnung: „Wenn die Entschiedungsträger für das Projekt sind, gibt es wenig zu holen.“ Ruff will notfalls klagen.

Das wäre jedoch erst mit dem Satzungsbeschluss 2024 möglich. „Dafür werden wir weiter Daten sammeln. Wir wollen retten, was zu retten ist.“ Den Abriss hinauszuzögern wäre ein Teilerfolg. Dieser werde laut Sprecher „die nächsten Monate in Anspruch nehmen.“ Bis dahin schaufeln die Bagger weiter.

Charta für das Eggarten-Quartier - Diese Leitlinien sollen für die Bebauung gelten

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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