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Der Preis für Eigentumswohnungen in München steigen enorm an ‒ Lohnt sich ein Umzug ins Umland?

Wohnungen in München
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Der Preis für Eigentumswohnungen in München ist in den letzte fünf Jahren um 50 Prozent gestiegen. (Symbolbild)

In den letzten fünf Jahren stiegen die Preise für Eigentumswohnungen in München - um 50 Prozent für einen Quadratmeter. Wo Pendler am längsten vom Kauf im Speckgürtel profitieren...

  • Der Preis pro Quadratmeter einer Eigentumswohnung in München ist hoch.
  • In den letzten fünf Jahren ist der Kaufpreis um 50 Prozent gestiegen.
  • Lohnt sich ein Umzug ins Umland? Wie lange profitieren Pendler im Speckgürtel vom günstigeren Kaufpreis?

Wohnen in einer Großstadt ist teuer - Und wer in München ein Eigentumswohnung kaufen will, muss tief in die Tasche greifen.

Im 5-Jahresvergleich von immowelt sind die Kaufpreise in allen 77 untersuchten Städten gestiegen. Die bayerische Landeshauptstadt liegt bei einem Anstieg von 50 Prozent zwar im Mittelfeld - Spitzenreiter ist Leipzig mit 123 Prozent - aber dafür waren die Preise im Vorfeld schon höher.

So ist der Preis für einem Quadratmeter in München in den letzten fünf Jahren von 6000 Euro auf 9010 Euro gestiegen. Im Vergleich: In Leipzig liegt der Kaufpreis aktuell bei 2950.

Auch in Hamburg (+64 Prozent; 5.900 Euro), Frankfurt (+79 Prozent; 6.570 Euro) und Stuttgart (+51 Prozent; 5.190 Euro) müssen Käufer heute deutlich mehr Geld ausgeben als noch 2016.

Preis-Anstieg für Eigentumswohnung in München - Lohnt sich ein Umzug ins Umland?

Eine Eigentumswohnung in München ist so teuer wie in keiner anderen Stadt in Deutschland. Im Umland ist der Preis hingegen deutlich günstiger. Allerdings zeigt sie auch hier ein Preisgefälle.

Während im Landkreis Starnberg noch rund 6.600 Euro pro Quadratmeter fällig werden, sind es im günstigsten Umlandkreis Landsberg am Lech knapp 2.000 Euro weniger.

Wer allerdings in München arbeitet darf bei einem Umzug in den Speckgürtel die Kosten fürs Pendeln nicht vergessen. Einer Modellrechnung des Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) im Auftrag der Postbank zeigt, wie viele Jahre sich der Immobilienerwerb im Umland rechnet und wann der Kostenvorteil durch das Pendeln aufgezehrt ist.

Verglichen wurde jeweils der Kauf einer durchschnittlich teuren 70-Quadratmeter-Wohnung in München mit dem Erwerb in den angrenzenden Landkreisen zum regionalen Durchschnittspreis. In die Pendelkosten-Analyse wurden jeweils die vier bevölkerungsreichsten Städte der Landkreise einbezogen.

Der Kaufpreisvorteil wurde mit den jährlichen Pendelkosten verrechnet. Dazu zählen neben den Kosten für das Ticket im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder für das Auto samt Benzin auch der höhere Zeitaufwand.

Umzug in den Münchner Speckgürtel - Dachau liegt für Pendler am Besten

Am längsten vom günstigeren Preis für Eigentumswohnungen im Umland profitieren Pendler aus Dachau. Das verdanken sie vor allem der schnellen Verbindung mit der S-Bahn, die nur zwölf Minuten für die Pendel-Strecke von 18 Kilometern braucht.

Der Kaufpreisvorteil gegenüber München ist bei täglicher Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit erst nach knapp 60 Jahren aufgebraucht, bei täglicher Fahrt mit dem Auto dagegen schon nach knapp 22 Jahren.

Auch in Puchheim und Taufkirchen dürfen sich Bus- und Bahnfahrende über eine Ersparnis freuen, von der sie laut Modellrechnung etwa ein halbes Jahrhundert lang profitieren. Autopendler hingegen verfahren den Kostenvorteil bereits in 23 (Puchheim) bzw. 39 Jahren (Taufkirchen).

Puchheim ist dabei ähnlich gut angebunden wie Dachau: Für die fünf Kilometer längere Strecke benötigt die Bahn drei Minuten mehr. Taufkirchen glänzt mit geringerer Entfernung, auch wenn die Anbindung im ÖPNV nicht ganz so schnell ist.

Weitere Standorte, in denen der Immobilienkauf auch nach mehr als 30 Jahren Pendeln im ÖPNV günstiger bleibt als das Investment im Münchener Stadtgebiet, sind Karlsfeld, Vaterstetten, Fürstenfeldbruck, Germering, Eching, Olching, Freising, Grafing, Poing und Neufahrn.

Pendeln von der Eigentumswohnung im Umland nach München - Bus und Bahn schlagen Auto

Zumeist fahren Pendler mit Bus und Bahn deutlich günstiger und profitieren somit erheblich länger vom Kostenvorteil des günstigeren Immobilienerwerbs im Umland. In allen untersuchten Städten bleibt das Auto hinter dem ÖPNV zurück. Zumindest keinen großen Nachteil haben Autopendler gegenüber den „Öffentlichen“ nur aus Oberding.

Allerdings profitieren sie vom Kaufpreisvorteil auch nur knapp 17 Jahre. Dass auch Bus- und Bahnpendler kaum besser wegkommen, liegt an der ungünstigen Anbindung und den daraus resultierenden langen Fahrtzeiten im Streckennetz des ÖPNV.

immowelt/Postbank/jh

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