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Erneuerbare Energien in München ‒ Geothermie gibt genug Wärme für Stadt und Landkreis

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Von: Benedikt Strobach

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In Freiham betreiben die Stadtwerke München seit 2016 eine Geothermie-Anlage. Auch in Riem sowie am Heizkraftwerk Süd in Sendling gibt es solche.
In Freiham betreiben die Stadtwerke München seit 2016 eine Geothermie-Anlage. Auch in Riem sowie am Heizkraftwerk Süd in Sendling gibt es solche. © Romy Ebert-Adeikis

Im fünften Teil der Energie-Serie von Hallo München erklärt ein Experte die Funktion von Geothermie als wichtige erneuerbaren Energie und gibt Tipps für Bürger.

München - Dass erneuerbare Energien wichtig sind, weiß Willie Stiehler: „Dazu reicht es, auf die Bedrohung durch den Klimawandel zu schauen. Wir müssen dringend die Erneuerbaren ausbauen, den CO²-Ausstoß verringern und effizienter werden, etwa bei der Dämmung“, sagt der Geschäftsführer der Energieagentur Ebersberg-München. Diese berät Bürger in beiden Landkreisen zu den Themen Energiesparen, -verbrauch und Erneuerbare.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Geothermie als erneuerbare Energie in München: So funktioniert die Nutzung der Erdwärme

Zwar gehört Gas als fossiler Brennstoff zu den meistgenutzten Energieträgern – in München und dem Landkreis wäre es aber gar nicht nötig. „Allein durch Geothermie, also Erdwärme aus dem Boden, in der Region München könnten Stadt und Kreis versorgt werden“, erklärt Stiehler.

Und das ist nicht nur am Netz eines zentralen Versorgers, sondern auch für Privathaushalte möglich. „Dazu bedarf es – je nach Größe des eigenen Gartens – beispielsweise fünf bis zehn Erdwärmesonden, die man in den Boden legt. Schon ab einer Tiefe von 50 bis 100 Metern ist die Temperatur ganzjährig konstant.“ Der Einbau wäre in ein bis zwei Tagen erledigt. „Sollte man zudem eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach besitzen, könnte man damit die für die Wärme benötigte Pumpe betreiben. Dann wäre der eigene Haushalt klimaneutral, nachhaltig und energieeffizient“, sagt Stiehler.

Diese Möglichkeiten werden auch bereits genutzt. 11,7 Prozent der Wärme im Landkreis München wird derzeit durch Geothermie erzeugt. In der Stadt sind es derzeit laut SWM, die die größte Geothermie-Anlage Deutschlands in Sendling am Heizkraftwerk Süd betreiben, 13 Prozent.

Erneuerbare Energien in München: Probleme auf dem Weg zur Energiewende

Auch erneuerbarer Strom spielt eine immer größere Rolle:

Anteil erneuerbarer Energien in München

Nach Angaben des aktuellen Treibhausgasberichts gewinnt der Landkreis München 15,7 Prozent seines Stroms sowie 20,3 Prozent seiner Heizwärme aus erneuerbaren Energien. Den größten Anteil an Ersterem haben Tiefengeothermie (5,5 Prozent) und Photovoltaik (4,3). Bei der Wärme ist es Geothermie mit 11,7 Prozent am Gesamtverbrauch. In München werden 22,1 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren gewonnen. Den größten Anteil liefern 14 Wasserkraftwerke (15,6). 13 Prozent der Wärme wird durch Geothermie erzeugt. Bis 2030 soll dieser Wert auf 70 Prozent steigen. Allein in Sendling wird Erdwärme für 80 000 Münchner gewonnen.

Doch gibt es Hürden: „Der Ausbau von Tiefengeothermie bedeutet Lärm durch den Bohrturm und Geduld, weil die Rohre bis zu vier Kilometer in den Boden verlegt werden müssen. Das kann sehr lange dauern“, erklärt Stiehler. Auch die Anschaffung für private Haushalte ist nicht zu unterschätzen, wie eine Internetsuche zeigt: Je nach Aufwand kann eine Erdwärme-Heizanlage zwischen 10.000 und 25.000 Euro kosten.

Probleme haben auch andere erneuerbare Energieformen. „Windräder werden noch oft von Bürgern kritisch gesehen. Wasserkraft ist hingegen auf die Zahl der Gewässer begrenzt. Hier kann teils gar nicht mehr ausgebaut werden“, sagt Stiehler. Dennoch sieht er die Energiewende vor­anschreiten: „Seit der Ukraine-Krise steigt bei uns die Nachfrage an Beratungsterminen stark an. Die Menschen wollen sich über die Umsetzung in den eigenen vier Wänden informieren.“

Spar-Tipp für daheim

Fernseher und Computer: Grundsätzlich ist der Stromverbrauch höher, je größer der Fernseher ist. Besonders Geräte ab einer Bildschirmdiagonale von 100 Zentimetern fressen viel Strom, bei über 120 Zentimeter ist deshalb die beste erhältliche Energieklasse zu wählen. Plasma-Bildschirme verbrauchen dazu mehr Strom als Geräte mit LED-Hintergrund. Generell ist die Laptop-Nutzung günstiger als beim Desktop-PC. Der große Bruder verbraucht ab 75 Watt im Betrieb, ein modernes Notebook 30 bis 50 Watt. Dass mehr Leistung mehr Strom kostet, liegt auf der Hand. So liegt ein Office-PC beim Stromverbrauch von rund 135 Watt, ein Gaming-Computer mit Hochleistungsprozessor und starker Grafikkarte benötigt unter Volllast bis zu 350 Watt.

In den anderen Teilen der Serie ging es um Tipps zum Energiesparen und Funktionsweisen von Bürgersolaranlagen und Balkonkraftwerken und die Vermeidung von Wärmeverlust.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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