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BAs beraten über Pläne für die Erdbeerwiese: Feuerwache und Umzug von Schulen ‒ Pläne der Stadt abgelehnt

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Von: Andreas Schwarzbauer, Ursula Löschau

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Laut Stadtverwaltung ist das SVU-Gelände der einzig machbare Standort für eine Feuerwache.
Laut Stadtverwaltung ist das SVU-Gelände der einzig machbare Standort für eine Feuerwache. © Ursula Löschau

Bei den Bezirksausschüssen in Obermenzing und Untermenzing wurden die Pläne der Stadt für die Erdbeerwiese angehört. Pasing-Obermenzing hat sein Veto erklärt.

Update: 15. Dezember: Nein zu Schulplänen der Stadt

Obermenzing ‒ Mehrheitlich hat der Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing eine Änderung des Flächennutzungsplans für die Erdbeerwiese an der Weinschenkstraße abgelehnt. Die Stadt will auf dem Areal des SV Untermenzing an der Von-Kahr-Straße eine neue Feuerwache sowie eine Grund- oder Realschule bauen. Dafür sollen Sportplätze auf die benachbarte Grünfläche wandern.

Nur die SPD begrüßte diese Pläne. „Wir haben großen Druck am Schulcampus an der Pfarrer-Grimm-Straße, sodass wir dringend eine Lösung benötigen“, meinte Sprecherin Con­stanze Söllner-Schaar. Die übrigen Fraktionen wollen die Erdbeerwiese dagegen von jeglicher Bebauung freihalten. „Ich habe den Eindruck, dass Grünflächen nur noch Bau-Erwartungsland sind. Das kann eigentlich nicht sein“, kritisierte Thorsten Kellermann (Grüne). „Wir sehen die zwei Sportfelder nicht als Bebauung“, entgegnete Söllner-Schaar. Zudem werde der übrige Bereich an der Weinschenkstraße ökologisch aufgewertet. Christa Stock (FDP) verwies darauf, dass Kunstrasenplätze geplant seien. „Das ist eine Versiegelung.“ Sven Wackermann (CSU) ergänzte, dass auch eine Lärmschutzwand nötig sei.

Nein zu Schulplänen der Stadt: Stadt soll Grundstücke erwerben

Der BA lehnte daher die Änderung des Flächennutzungsplans gegen die Stimmen der SPD ab. Stattdessen soll sich die Stadt um den Kauf zweier Grund­stücke an der Ecke Mühlangerstraße/Pasinger Heuweg sowie Zwiedineckstraße für Feuerwache und Schule bemühen.

„Die Bürgerinitiative „Unser Stadtteil, unsere Schulen“ (Usus) fordert den Stadtrat dagegen auf, für die Pläne zu stimmen. „Dass die Stadtverwaltung nach jahrelangem Entscheidungsstau nun endlich konkret aktiv geworden ist, ist der längst überfällige Schritt für die Familien hier“, sagt Sprecherin Ellen Gerhardt-Wolf. Usus verweist auf den Platzmangel im Schulzentrum an der Pfarrer-Grimm-Straße, den ein Neubau an der Von-Kahr-Straße schnellstmöglich beenden müsse. „Wir brauchen keine weiteren Verzögerungen durch immer wieder neue Machbarkeitsstudien und die Wiederholung vermeintlicher Alternativvorschläge“, sagt Sprecher Michael Rosch.“

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Ursprungsmeldung vom 7. Dezember:

Obermenzing/Untermenzing ‒ Der Planungsausschuss des Stadtrats soll am Mittwoch, 11. Januar, den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans im Umgriff der sogenannten Erdbeerwiese an der Weinschenkstraße fassen.

Zuvor werden die Bezirksausschüsse dazu angehört: diese Woche der BA Pasing-Obermenzing (nach Redaktionsschluss), am Dienstag, 13. Dezember (19 Uhr, Schulzentrum Pfarrer-Grimm-Straße), der BA Allach-Untermenzing.

Pläne für die Erdbeerwiese in München - zwei Varianten für Schulen im Spiel

Nach wie vor sollen entweder die Grund- (Variante eins) oder die Realschule (Variante zwei) vom Campus an der Pfarrer-Grimm-Straße ausgelagert werden und auf das Gelände des SV Untermenzing (SVU) an der Professor-Eichmann-Straße umziehen.

Außerdem ist der nördliche Teil des Sportgeländes an der Von-Kahr-Straße als Standort für eine neue Feuerwache laut Vorlage alternativlos. Dies habe ein Vergleich von zwölf Flächen ergeben.

Die Erdbeerwiese soll „dauerhaft von Hochbauten frei gehalten“ und der „Grünzug-M“ dort realisiert werden. Je nach Schulvariante würden aber auch Teilsportflächen (Variante eins) oder die ganze Bezirkssportanlage (Variante zwei) dorthin verlagert. Weitere Alternativstandorte für Schulen oder Feuerwache stellt die Vorlage nicht dar.

Standort für Feuerwache und Schulen , „Grünzug-M“ sowie Sportanlage

Genau das hatte das Gremium für Pasing-Obermenzing jedoch gefordert, damit die Erdbeerwiese ganz freigehalten werden kann (Hallo berichtete). Eine Konsequenz: „Wir können mit beiden Varianten nicht mitgehen“, sagt CSU-Sprecher Sven Wackermann. Die Vorlage beinhalte keine wesentlichen Änderungen.

Auch Andreas Bergman (Grüne) prophezeit, dass der BA die Vorlage „voraussichtlich ablehnen wird“ und kündigt „eine gemeinsame Stellungnahme“ an.

Die Grünen in Allach-Untermenzing sehen die – gegenüber ersten Entwürfen – „reduzierte Planung“ kritisch, „da der Bedarf insbesondere an weiterführenden Schulen ständig wachsen wird“, sagt Falk Lamkewitz.

Sein Votum: „Für uns wäre es deutlich nachhaltiger, eine angemessen großzügige Realschule vorzusehen.“ Die CSU zeigt sich, wie im BA 21, „sehr enttäuscht, dass die geforderte Prüfung eines alternativen Standorts für die Feuerwache nicht mit der nötigen Dringlichkeit und Konsequenz vorangetrieben worden ist“.

Stefanie Martin sagt, hier müsse „dringend nachgebessert werden“. Wie die Gremien nun abstimmen, bleibt abzuwarten.

Die Planungsziele und wie es weitergeht

Die Beschlussvorlage für den Stadtrat formuliert unter anderem folgende Planungsziele:

Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Neubau von Feuerwache, Schule und Sporteinrichtungen sowie eines Quartiersparks sollen geschaffen und der „Grünzug-M“ als öffentliche Grünfläche mit Fuß- und Radwegeverbindungen gesichert werden.

Die Einrichtungen müssten „in das städtebauliche und freiräumliche Umfeld“ eingebunden und die Schulstandorte auch „für außerschulische Nutzungen im Bildungs-, Sport-, Betreuungs- und Sozialbereich“ geöffnet werden.

Die Sport- und Freiflächen sollen vielfältig nutzbar sein. Übergeordnete Grün- und Wegeverbindungen sind ebenfalls Teil der Planung, wie auch die „Sicherung der stadtklimatischen Funktionen“, nicht zu vergessen „Lärmvorsorge und gestalterische Einbindung von Lärmschutzmaßnahmen“.

Mit einem Aufstellungsbeschluss bekommt das Kommunalreferat den Auftrag, über Grundstückskäufe zu verhandeln. Denn vor allem für Variante zwei würden noch einige Flurstücke fehlen. Im weiteren Verlauf müsse es zu einer „finalen Abwägung zwischen den Kompromissvarianten kommen“.

Die bestehenden Vorbehalte (Freihaltung der Erdbeerwiese und Standort der Feuerwehr) blieben laut Vorlage „Teil der Aufgabenstellungen“, für die „mit allen Planungsbeteiligten Lösungen entwickelt werden“ müssten.

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