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Neuer Erinnerungsort in Sendling? Anwohner und BA fordern Gedenkstätte am Neuhofener Berg

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Von: Theresa Reich

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Eine Gedenktafel am Neuhofener Berg ist den im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe ums Leben gekommenen Münchnern gewidmet. Matti Goldschmidt will, dass an alle Opfer der Nazis gedacht wird.
Eine Gedenktafel am Neuhofener Berg ist den im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe ums Leben gekommenen Münchnern gewidmet. Matti Goldschmidt will, dass an alle Opfer der Nazis gedacht wird. © Theresa Reich

Am Neuhofener Berg in Sendling erinnert eine Gedenktafel an die Münchner, die im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe ums Leben kamen. Dort soll nun allen Nazi-Opfern gedacht werden.

Unscheinbar ragt eine Steinplakette am Neuhofener Berg aus dem Boden. Direkt neben dem Brunnen erinnert sie seit 1955 an die 6000 Münchner, „die im Zweiten Weltkrieg den Bomben zum Opfer gefallen sind“.

Die Gedenktafel am Neuhofener Berg in Sendling entspreche nicht mehr dem Zeitgeist.
Die Gedenktafel am Neuhofener Berg in Sendling entspreche nicht mehr dem Zeitgeist. © Theresa Reich

Hier liegen heute noch die mittlerweile mit Gras bewachsenen Trümmer der zerstörten Häuser. Nach den Fliegerangriffen hatten Überlebende diese auf dem Neuhofener Berg gestapelt.

Forderungen nach einer neuen Gedenkstätte am Neuhofener Berg in Sendling

Matti Goldschmidt, der seit 30 Jahren hier auf dem „Schuttberg“ mit seinen Hunden spazieren geht, findet, die Tafel entspräche nicht mehr dem Zeitgeist. „Es waren nicht nur Münchner, die im Zweiten Weltkrieg gestorben sind. Wo wird hier den Zwangsarbeiter, den Juden oder den US-Soldaten gedacht?“, fragt der 70-Jährige. Der geschichtsträchtige Ort sollte nicht nur den deutschen Opfern gewidmet werden.

Seine Idee: „Hier könnte eine Bildungsstätte entstehen mit geschichtswissenschaftlich aufbereiteten Tafeln, in der Schüler ab zehn Jahren über die Historie des Gebiets erfahren.“ In Anbetracht des Angriffskriegs der russischen Truppen auf die Ukraine sei es wichtiger denn je, über die Folgen des Krieges aufzuklären. „Jedes Opfer ist eines zu viel“, fügt Goldschmidt hinzu.

Die Stadt München hat ein Spendenkonto für die Ukraine eingerichtet. Auch andere Einrichtungen sammeln Geld- und Sachspenden und suchen Unterkünfte für Geflüchtete.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Unterstützung hat er bereits vom örtlichen BA. „Auch 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zeigt sich, wie wichtig Erinnerungsarbeit ist“, betont Fraktionsvorsitzende Louisa Pehle (SPD) auf Hallo-Nachfrage. Sie sei bereits in Kontakt mit der Initiative „Historische Lern­orte Sendling“. Im Frühjahr wollen sie beraten, wie der Ort neu gestaltet werden kann – eventuell mit einer Erläuterungstafel.

Auch das Kulturreferat zeigt sich offen für die Idee. Sprecherin Jennifer Becker teilt mit, das Kulturreferat werde die „Anregungen auch im Zusammenwirken mit anderen Referaten prüfen“.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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