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Aufarbeitung der Geschehnisse in Heimen ‒ Expertenkommission legt erste Ergebnisse vor

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Die Expertenkommission empfiehlt finanzielle Soforthilfen und eine Anlaufstelle für Betroffene, sowie die Einrichtung eines Betroffenenrats.
Die Expertenkommission empfiehlt finanzielle Soforthilfen und eine Anlaufstelle für Betroffene, sowie die Einrichtung eines Betroffenenrats. © Felix Hörhager/dpa

Eine unabhängige Expertenkommission hat sich der Aufarbeitung der Geschehnisse in Heimen und Pflegefamilien gewidmet, jetzt stellt sie erste Empfehlungen vor...

München - Um die Geschehnisse in Heimen, Pflege- und Adoptivfamilien aufzuarbeiten hatte der Stadtrat eine Expertenkommission berufen. Im November des vergangenen Jahres hat das unabhängige, 14-köpfige Gremium unter dem Vorsitz von Ignaz Raab, Experte aus dem Bereich der Kriminologie mit Expertise für Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, seine Arbeit aufgenommen und legt nun am Dienstag, 3. Mai, erste Ergebnisse der Untersuchung vor.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Expertenkommission zur Aufarbeitung der Geschehnisse in Heimen: Erste Empfehlungen des Gremiums

Ziel der Untersuchung der Kommission ist die Aufarbeitung der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Heimen, Pflege- und Adoptivfamilien im Zeitraum von 1945 bis 1999 und der Missstände, unter denen die Betroffenen dort gelitten haben.

Als ersten Schritt sieht das unabhängige Gremium die schnellstmögliche finanzielle Hilfe für Betroffene an, die sich auch heute noch in einem schlechten gesundheitlichen Zustand befinden, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Dafür sollen Soforthilfen eingerichtet werden für die erst einmal 800.000 Euro veranschlagt wurden. Oberbürgermeister Dieter Reiter unterstützt diese Pläne und betont: „Viele der Betroffenen sind schon älter und warten seit vielen Jahren darauf, dass das Leid, das ihnen widerfahren ist, anerkannt und – soweit das möglich ist – auch finanziell ausgeglichen wird.“

Nachdem eine Kommission die Vorwürfe des Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in Heimen untersuchte, stellt die Stadt München Soforthilfe für Opfer bereit.

Neben Soforthilfen: Expertenkommission empfiehlt Anlaufstelle und Betroffenenrat

Die Höhe des Pauschalbetrags wird aktuell noch von der Expertenkommission abgestimmt. Bei einem externen Träger mit Erfahrung im Opferschutz und der Opferberatung soll eine Anlaufstelle eingerichtet werden, bei der Betroffene die Soforthilfen beantragen können.

Außerdem soll ein Betroffenenbeirat gebildet werden, der in der Aufarbeitung als zweites, unabhängiges Gremium fungiert und sicherstellt, dass die Perspektive von Betroffenen im Aufarbeitungsprozess berücksichtigt wird. In Zusammenarbeit mit der Expertenkommission könnten dann weitere Konzepte für finanzielle Hilfe, sowie eine gesellschaftliche Anerkennungskultur erarbeitet werden.

Empfehlung der Kommission: Untersuchung der Geschehnisse ausweiten

Neben den finanziellen Soforthilfen, der Anlaufstelle für Betroffene und der Einrichtung eines Betroffenenbeirats empfiehlt die Expertenkommission außerdem, den Untersuchungszeitraums für die wissenschaftliche Aufarbeitung bis in die Gegenwart auszuweiten.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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