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Funktionierende Drahtesel für wenig Geld: Verlosung für Bedürftige ist Ende Juli

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Von: Katrin Hildebrand

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Oguz Lüle (links) und Devin Bayer haben schon viele Räder für die Tombola eingesammelt.
Oguz Lüle (links) und Devin Bayer haben schon viele Räder für die Tombola eingesammelt. © Katrin Hildebrand

Am Bordeauxplatz werden Fahrräder für Bedürftige verlost. Jeder, der ein Los kauft, gewinnt am Ende auch ein Fahrrad. Interessierte müssen vor dem Loskauf ihre soziale Not nachweisen.

MÜNCHEN-OST „Es gibt keine Nieten“, sagt Devin Bayer. „Jeder, der ein Los hat, gewinnt ein Fahrrad.“ Der 23-jährige Münchner bereitet mit seinem Kollegen Oguz Lüle die große Fahrradtombola am Haidhauser Bordeauxplatz vor. Seit einer guten Dekade verlost Lüle zusammen mit dem Verein Kulturlust jedes Jahr gespendete Drahtesel an Bedürftige. 2021 fiel die Aktion wegen Corona aus. Am Sonntag, 31. Juli, findet sie ab 16 Uhr wieder statt.

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Ein Los kostet fünf Euro. In der Regel müssen die Käufer ihre soziale Notlage nachweisen – den Bezug von Arbeitslosengeld II, den Geflüchtetenstatus oder schlicht den München Pass. „Wenn es allerdings mehr Räder als Leute gibt“, erklärt Lüle, „dann dürfen auch andere Personen ein Los kaufen.“

Verlosung von Fahrrädern: Fahrräder für Mobilität von Bedürftigen

Die Idee entstand, als Lüle in Haidhausen noch das freie Kulturzentrum Wörthhof leitete. Zu seinen Gästen gehörten auch ärmere Menschen. „Manche von ihnen fuhren schwarz, weil sie dachten, sie sparen damit. Das brachte ihnen aber hohe Geldstrafen ein. Ich fragte sie: Würdet ihr immer noch schwarz fahren, wenn ihr ein Fahrrad hättet? Sie sagten: Nein. Und so kam es zur Idee der Tombola.“

Die Drahtesel bezieht der Verein von Spendern. Diese können unter 0157/55 70 63 61 anrufen und ihr Radl abholen lassen. „Es muss allerdings in fahrtüchtigem Zustand sein“, sagt Bayer. „Kein allzu verbogener Lenker, nicht zu viel Rost. In solchen Fällen wären die Kosten, die wir reinstecken müssten, zu hoch.“

Für kleinere Reparaturen und als Sammelplatz für die Räder nutzen sie ein Ladenlager in Johanneskirchen. Gerade kommen zwei neue Drahtesel herein. Von einem unmittelbaren Nachbarn, Gerhard Rehlinger. „Ich habe fünf und brauche nur noch eins“, erklärt er. „Die restlichen zwei meiner unbenutzten Räder stifte ich dann im nächsten Jahr.“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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