Hilferuf vom Familienzentrum

München: Familienzentrum Allach durch Corona und Zuzug am Limit 

Tina Flammensböck und Birgit Herwig (v.l.) leiten und konzipieren zusammen auf Minijob-Basis die Angebote des Familienzentrums. Sie kämpfen jetzt für mehr Budget und Personal.
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Tina Flammensböck und Birgit Herwig (v.l.) leiten und konzipieren zusammen auf Minijob-Basis die Angebote des Familienzentrums. Sie kämpfen jetzt für mehr Budget und Personal.

Sowohl durch den Zuzug im Viertel als auch durch die Corona-Pandemie gelangt das Familienzentrum Allach-Untermenzing personell und finanziell an seine Grenzen.

Allach - 13 000 Nutzer trotz sechsmonatiger Schließung: Das ist die Bilanz des Familien­zentrums FAM der Epiphaniaskirche im Jahr 2020. Zum Vergleich: 2019 kamen 23 000 Besucher in die Begegnungsstätte an der St.-Johann-Straße 26.

Für die auf Minijob-Basis tätigen Leiterinnen Tina Flammensböck und Birgit Herwig der klare Beweis, „dass der Bedarf der Familien in Allach-Untermenzing nicht zuletzt auch wegen der Corona­-Lage und des Zuzugs im Stadtteil bereits gestiegen ist und weiter steigen wird“. Sie beantragen deshalb jetzt bei der Stadt eine Aufstockung auf eineinhalb pädagogische Fachstellen.

„Wenn alle Bauprojekte fertig sind, wird der Stadtbezirk um ein Drittel größer als bisher sein“, betont Herwig. Für viele Familien, die im Viertel Anschluss suchen und zudem Rat und Hilfe im Alltag mit Säuglingen und Kindern brauchen, sei das FAM die erste Anlaufstelle.

„Mit dem vorhandenen Budget ist aber nur eine Verwaltung, keine bedarfsgerechte Gestaltung der Angebote möglich“, mahnt sie. Tina Flammensböck ergänzt: „Wenn nicht bald ein klares Signal kommt, dann wird das FAM in einen Dornröschenschlaf fallen. Und die Familien – alteingesessene und neue – bleiben außen vor.“

Durch Corona-Pandemie sei Stadt zum Sparen gezwungen

Diesen Hilferuf hat das insgesamt dreiköpfige FAM-Team im Übrigen schon 2019 an die Stadt gerichtet und beim Jugendamt Mittel für eine Fachstelle beantragt. Bisher jedoch ohne Erfolg.

Als Grund nennt Hedwig Thomalla, Sprecherin des Sozialreferats, die Corona-Pandemie, die die Stadt zum Sparen zwinge. „Dies führt dazu, dass für den Ausbau verschiedener bestehender Angebote, auch wenn sie fachlich anerkannt sind, momentan kein finanzieller Spielraum besteht“, erklärt sie auf Hallo-Anfrage.

Der Träger des FAM und das Stadtjugendamt seien jedoch „in engem Austausch über Möglichkeiten, wie trotz der schwierigen Lage flexibel auf die Bedarfe von Familien vor Ort reagiert werden kann“.

Das Team entwickelt derweil viele digitale Angebote: von der Vortragsreihe (s. unten) über den virtuellen Stammtisch bis zur Blumen-Bastelaktion. Zudem werden Spenden akquiriert, denn Corona-bedingt fallen Kursgebühren, Einnahmen aus dem offenen Café oder den wöchentlichen Spielgruppen seit fast einem Jahr weg.

Neue Inforeihe

„Alles, was ihr schon immer über Erziehung wissen wolltet“: So heißt ein Vortrag per Zoom am Mittwoch, 28. April, ab 19.30 Uhr. Er ist Teil einer neuen Inforeihe des FAM mit neun kostenlosen Online-Veranstaltungen (www.fam-allach.de).

ul

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