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Feldmochings Vereine haben Platzproblem - Unterschriftenliste für neue Halle an OB Reiter übergeben

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Von: Benedikt Strobach

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(v. li.) Alexander Tins, Rainer Großmann, Walter Schmidkonz, Albert Kettinger und Bettina Obersojer haben am Freitag, 26. August, die mit 2792 Unterschriften gefüllte Liste für eine Leichtbauhalle in Feldmoching im Büro von OB Dieter Reiter abgegeben.
Alexander Tins (v. li.), Rainer Großmann, Walter Schmidkonz, Albert Kettinger und Bettina Obersojer haben am Freitag, 26. August, die mit 2792 Unterschriften gefüllte Liste für eine Leichtbauhalle in Feldmoching im Büro von OB Dieter Reiter abgegeben. © Benedikt Strobach

Die Hallen- und Sportplatz-Situation ist bei Feldmochings Vereinen angespannt. Nun wurde eine Unterschriftenliste für eine Leichtbauhalle an den OB übergeben.

Feldmoching - Über 700 Sportvereine gibt es in München. Für die Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) sorgen diese dafür, dass man als Sportstadt strahle, wie sie im Interview mit Hallo München erklärt. Das inkludiert auch Feldmochings Sportclubs. Diese schlagen jedoch - gemeinsam mit den anderen Vereinen im Viertel - seit Jahren Alarm wegen eines Platz- und Hallenmangels vor Ort. Am Freitag, 26. August, haben sie deswegen eine Liste mit 2792 Unterschriften an OB Dieter Reiter übergeben. Ihre Forderung: der Bau einer Leichtbauhalle westlich der Mehrzweckhalle an der Georg-Zech-Allee.

München: Sportplatz- und Hallenmangel in Feldmoching - Vereine übergeben Unterschriftenliste an OB Reiter

„Wir teilen uns mit 50 Mannschaften in drei Sportvereinen die Anlage an der Lerchenauer Straße 270“, sagt etwa Alexander Tins vom TSV Feldmoching. Er ist auch stellvertretender Vorsitzender des Gesamtvereins Feldmoching, dem Dachverband von 28 lokalen Vereinen mit etwa 6500 Mitgliedern. Noch schwieriger sei die Hallensituation: „Die Feldmochinger Vereine haben bisher die Mehrzweckhalle an der Georg-Zech-Allee genutzt. Seit das Interimsgymnasium gegenüber jedoch eröffnet hat, steht diese frühestens nach Schulschluss - sofern keine Abendveranstaltungen geplant sind - zur Verfügung“, erklärt Tins.

Die Folge: ein Nutzungsengpass. Diesen erlebt auch Walter Schmidkonz, 1. Vorsitzender vom FC Fasanerie Nord. Sein Verein ist ebenfalls an der Sportanlage an der Lerchenauer Straße 270 beheimatet. „Teilweise müssen wir am Fasaneriesee trainieren, weil wir keinen Platz haben“, sagt er. „Die Sportinfrastruktur in Feldmoching muss dringend ausgebaut werden.“

Die Sportanlage an der Lerchenauer Straße 270 ist mit 50 Mannschaften deutlich überfüllt, der Platz sei dringend sanierungsbedürftig.
50 Mannschaften aus drei Vereinen teilen sich die Plätze der Sportanlage an der Lerchenauer Straße 270. © best

München: Hallenmangel in Feldmoching betrifft auch Senioren- und Mutter-Kind-Turnen - Vereine sind „am Anschlag“

Auch das Seniorenturnen sei von diesem Problem betroffen, mahnt Albert Kettinger. „Wir haben 80 Mitglieder, die gerne fit bleiben möchten.“ Für die Senioren seien Trainingszeiten am Vormittag ideal. „Leider findet sich für uns seit der Nutzung der Halle als Mensa und für den Sportunterricht durch die Schule kein Platz, sodass wir bei 30 Grad im Sommer oder bei schlechtem Wetter im Winter draußen trainieren müssten“, sagt er. Sowohl das Senioren- als auch das Mutter-Kind-Turnen könne abends unmöglich stattfinden.

Und da wäre noch ein weiteres Problem: „Wir sind von unseren Kapazitäten her am Anschlag“, sagt Tins vom Gesamtverein. Bereits heute könnten die Vereine keine weiteren Mitglieder aufnehmen. „Derzeit kommen etwa 25 Sportler auf einen Trainer. Das könnte sich sonst noch verdoppeln.“ Und durch die vielen Bauprojekte in Feldmoching, etwa an der Hochmuttinger Straße oder am Lerchenauer Feld, gebe es noch Zuwachs. „Wenn sich da nichts tut, wird das katastrophal“, warnt Tins.

Durch die schulische Nutzung, Abendveranstaltungen wie Elternabende oder auch Bürgerversammlungen sei die Halle für den Verband, zu dem neben Sport- etwa auch Musik- und Kleingartenvereine gehören, deutlich eingeschränkter nutzbar. „Das Feldmochinger Volkstheater hat hier immer seine Requisiten gelagert“, erklärt der Vorsitzende des Feldmochinger BA, Rainer Großmann (CSU). Das sei nun auch schwieriger. Ähnlich stehe es um Lager der Sportvereine. „Wir müssen bereits externe Hallen und Räume anmieten“, sagt Schmidkonz vom FC Fasanerie Nord. „Das kostet die durch Corona gebeutelten Vereine noch mehr Geld.“

München: Hallenmangel in Feldmoching beschäftigt auch BA - Leichtbauhalle als Lösung schon lange gefordert

Was allen Akteuren wichtig ist: „Wir wollen keineswegs das Gymnasium vertreiben“, betont Tins. Dieses sei für die Bildung der Kinder und den Stadtbezirk natürlich wichtig. „Wir brauchen aber mehr Angebote.“ Eine Lösung wird bereits seit langer Zeit von der Lokalpolitik und den Vereinen an die Stadt herangetragen: eine Leichtbauhalle auf dem unbebauten Gelände westlich der Georg-Zech-Halle. Für diese haben die Vereine im vergangenen Jahr rund 2800 Unterschriften gesammelt und diese nun OB Reiter übergeben. Der etwa 400 Seiten große Stapel umfasst neben der Liste auch 354 Kommentare einer Online-Petition zum Thema.

„Das würde die Situation wirklich entlasten. Dadurch könnten wir vormittags zeitgleich mit der Schule trainieren“, sagt Seniorenvertreter Kettinger. Ähnlich sehen es die Vereinsvorsitzenden. Auch im BA ist die Idee nicht unbekannt. Immer wieder wurde eine Leichtbauhalle an der Georg-Zech-Allee gefordert, etwa in Form einer überparteilichen Resolution im März 2021. Hallo hatte damals mit Michael Nahr, Vorsitzender des Münchner Sportclubs in der Lerchenau, und Harald Linseisen, Vorsitzender der Spielvereinigung Feldmoching, über das Thema gesprochen. Auch sie vertraten die Ansicht, dass ein Hallen-Mangel vorliege.

München: Hallen- und Sportplatzproblem in Feldmoching durch Leichtbauhalle lösen? Idee wurde bereits mehrmals abgelehnt

Doch die Stadt lehnte den Vorschlag ab, sah keinen Handlungsbedarf. „Wir haben es immer wieder versucht, immer wieder hieß die Antwort ‚Nein‘“, sagt Tins vom Gesamtverein. Auch gegenüber Hallo betonte das Referat für Bildung und Sport (RBS) vergangenes Jahr, dass der Bau einer Leichtbauhalle im 24. Stadtbezirk nicht notwendig sei. Es seien genug Schulsporthallen vorhanden. Diese könnten auch von den Vereinen genutzt werden. Außerdem würden in den kommenden Jahren an neuen Schulstandorten auch weitere Schulsporthallen realisiert.

Das sorgte damals bereits für Unverständnis. „Die Stadt interessiert sich wohl nicht für unsere Probleme“, sagte Linseisen von der Spielvereinigung Feldmoching. Auch Tins und Schmidkonz verärgert die ablehnende Haltung: „Wir haben doch Leichtbauhallen, die zuletzt für die Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine benötigt wurden. Die könnte man doch in den Norden bringen“, sagt der Vorsitzende des FC Fasanerie Nord. „Die Erbgemeinschaft, der die leere Fläche neben der Mehrzweckhalle an der Georg-Zech-Allee gehört, würde diese auch an die Stadt verpachten“, ergänzt Tins.

In Feldmoching fühlt man sich von der Stadt vernachlässigt. „Von Unterstützung durch das RBS oder unsere Sportbürgermeisterin spüren wir hier gar nichts“, sagt Schmidkonz. BA-Chef Großmann ergänzt noch, dass er, seitdem er in einem Gespräch mit Bürgermeisterin Dietl auf die Probleme der Vereine hingewiesen habe, nichts mehr von ihr gehört hätte.

München: Leichtbauhalle als Lösung des Platzproblems von Feldmochings Vereinen? Unterschriftenliste ist neuer Anlauf

Dennoch will man in Feldmoching nicht aufgeben. „Wir müssen es wohl immer wieder versuchen“, sagt Tins. Die rund 2800 Unterschriften machen dabei Hoffnung. „Die Bürgerinnen und Bürger des 24. Stadtbezirks haben damit ein Zeichen gesetzt“, betont BA-Mitglied Bettina Obersojer (CSU). Worin sich Lokalpolitik und Vereinsvertreter einig sind: „Vereine haben eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Deshalb muss ihre Zukunft gesichert werden.“ Nun muss sich die Stadt neben der noch laufenden Resolution erneut mit dem Thema auseinandersetzen.

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