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Bericht zu Gleichstellung – Expertin fragt: Wie wählen wir aus? 

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Von: Sabina Kläsener

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Frauen an der Spitze? In der freien Wirtschaft ist die Quote in München noch nicht erreicht.
Frauen an der Spitze? In der freien Wirtschaft ist die Quote in München noch nicht erreicht. © Panthermedia/celt.sarmat.gmail.com

Die Stadt München hat sich ein Ziel für die Gleichstellung von Frau und Mann gesetzt. Nun zieht eine Expertin Bilanz zum Vorhaben, das Fazit fällt gemischt aus.

München - Mindestens 30 Prozent Frauen in Aufsichtsräten: Das gilt seit 2016 für börsennotierte Unternehmen. Diese Quote betrifft die Stadt München als Arbeitgeber nicht, sie setzt sich jedoch eigene Ziele. Nach 2018 wurde nun erneut abgefragt, wie es um die Gleichstellung auf der Führungsebene bei der Stadt und ihren Gesellschaften bestellt ist. Der Trend ist grundlegend positiv, doch es gibt noch Potenzial. Daher sollen die Gesellschaften, falls noch nicht geschehen, Konzepte entwickeln und Zielvereinbarungen festlegen. Eine erneute Abfrage soll es 2026 wieder geben.

„Wichtig ist, zu schauen: Wie wählen wir aus?“, erklärt Soziologin Friedel Schreyögg. Denn: „Wenn ich mir das nicht anschaue, brauche ich keine Pläne machen.“ Von 1985 bis 2008 war sie die erste Leiterin der Gleichstellungsstelle für Frauen bei der Landeshauptstadt. Ein Faktor: Ausschreibungstexte von Stellen zu prüfen. „In einem Fall war Arbeiten zu unüblichen Zeiten erforderlich. Oft war es aber nur einmal im Monat.“

Gleichstellung in München: In der freien Wirtschaft noch Luft nach oben

Das müsste präzise angegeben werden. Aufpassen müsse man auch zukünftig: „Ganz neue Anforderungen stellen sich im digitalen Zeitalter, wenn zumindest die Vorauswahl bei Stellenbesetzungen elektronisch erfolgt.“ Grundsätzlich sei Präsenz wichtig, sonst habe man keine Chance.

Und wie sieht es in der freien Wirtschaft aus? Hier übernähmen Frauen wichtige Führungsaufgaben, es gäbe aber Luft nach oben, erklärt Elfi Kerschl von der IHK München. Bei Siemens Deutschland zum Beispiel beträgt nach eigener Auskunft der Frauenanteil im Management 16, bei weiteren Funktionen 26,8 Prozent. Ein Schlüssel laut Kerschl: verlässliche Betreuungsangebote für Kinder. Und: „Frauen müssen sich mehr zutrauen, Führungsaufgaben bewusst anstreben und sich in der Führungsetage behaupten.“

Bilanz der Stadt: Es geht nach oben

Die Quote von 30 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten wird derzeit bei elf der vierzehn Gesellschaften der Stadt München erreicht. Keine Frauen vertreten sind in den Geschäftsführungen in sechs der 14 Gesellschaften: Messe, Gasteig, Münchenstift, Behandlungszentrum Kempfenhausen, digital@m, SWM. Auf den Leitungsebenen 1 + 2 haben sich die Quoten nach oben entwickelt. Das entspricht dem generellen Trend – ausgenommen einige Aufsichtsratsgremien, bei denen die Stadt teilweise wenig Einfluss nehmen kann. 

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