Freinacht und 1. Mai

Freinacht & 1. Mai in München: Pyrotechnik, Schlagstöcke & Pfefferspray - die Polizei zieht Bilanz

Auf der 1. Mai-Demo auf dem Münchner Königsplatz wurde auch Pyrotechnik gezündet.
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Pyrotechnik und auch Gewalt: Trotz meist friedlicher Demos zum 1. Mai in München kam es auch zu Konflikten mit der Polizei.

München: Corona-bedingt blickt die Polizei auf vergleichsweise ruhige Einsätze rund um Freinacht und 1. Mai-Demos in München. Dennoch kam es zu Eskalationen mit Pyrotechnik, Schlagstöcken & Pfefferspray.

  • So verliefen Freinacht und 1. Mai
  • Polizei zieht Bilanz für München
  • Meist Verstöße gegen Ausgangsbeschränkung angezeigt

München: Die Münchner Polizei zieht ein positives Fazit nach der sogenannten “Freinacht“. Sie wurde in der Nacht auf den 1. Mai insgesamt zu zehn Einsätzen gerufen, die thematisch in direktem Bezug zur “Freinacht“ zu werten sind.

Freinacht in München: Polizei zeigt Personen wegen Verstoß gegen Infektionsschutzgesetz an

Gegen 22.50 Uhr stellten mehrere Jugendliche Mülltonnen und Zeitungsständer in der Fasanerie auf die Straße. Die Polizei unterband dies vor Ort und zeigte die vier Personen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und nach dem Infektionsschutzgesetz an.

Gegen 00.15 Uhr randalierten vier Personen an einer Bushaltestelle in Neuaubing. Alle vier erhielten in der Folge durch die Polizei Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz.

1. Mai in München: Polizei zieht Bilanz zum Demonstrationsgeschehen

Am Samstag, 1. Mai, kam es im Verlauf des Tages in der Münchner Innenstadt zu mehreren Versammlungen mit einem thematischen Bezug zum Tag der Arbeit. Die größte Versammlung fand dabei am Königsplatz mit in der Spitze bis zu 700 Teilnehmern statt.

1. Mai-Demos in München: Pyrotechnik und Schläge am Rindermarkt

Bei einer Demonstration mit etwa 350 Teilnehmern vom Rindermarkt bis zum Zenettiplatz, kam es laut Polizei zu vereinzelten Störungen, da hier insbesondere die erforderlichen Vorgaben in Bezug auf die Handhabung der Seitentransparente nicht eingehalten wurden. Hier wurden Einsatzkräfte aus der Versammlung heraus mit Tritten und Schlägen angegriffen. Die Beamten wiederum setzten daraufhin sowohl Pfefferspray als auch Schlagstöcke ein. Zudem wurde bei der Demonstration auch mehrmals Pyrotechnik gezündet.

Von polizeilicher Seite aus kam es bei dem Gesamteinsatz zu einigen Anzeigen u. a. wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, gegen das Sprengstoffgesetz und gegen das Infektionsschutzgesetz.

Die Bilanz des Einsatzleiter Michael Dibowski auf den gesamten Tag bezogen: „Das Einsatzgeschehen zeigt, dass auch in den aktuellen Zeiten mit einer Corona-Pandemie das Grundrecht der Versammlungsfreiheit in einem angepassten Rahmen gewährleistet werden kann. Ich bin mit dem Einsatzverlauf grundsätzlich zufrieden. Bedauerlich finde ich es allerdings, dass bei einer sich fortbewegenden Versammlung unsere Einsatzkräfte in einer Situation nach Angriffen gezwungen waren, unmittelbaren Zwang anwenden zu müssen.“

Freinacht in Bayern: Insgesamt ruhig - Eier und Misthaufen dürfen aber nicht fehlen

Auch auf den ganzen Freistaat bezogen ist die Freinacht laut dpa-Berichten vergleichsweise gesittet verlaufen. „Grund hierfür dürften auch die geltenden Kontaktverbote und Ausgangssperren im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sein“, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mit.

Im schwäbischen Rain (Landkreis Donau-Ries) etwa legten Unbekannte Mist vor einem Hauseingang ab. In Zwiesel (Landkreis Regen) in Niederbayern wurde eine Schule mit Eiern beworfen und mit Graffitis besprüht. Im oberfränkischen Coburg zündeten Jugendliche in einer Tiefgarage eine Toilette an.

Einen fremden Maibaum versuchten Unbekannte in den frühen Morgenstunden in Hainsfarth (Landkreis Donau-Ries) zu fällen. „Die Nachbarn wachten jedoch durch das Sägegeräusch auf“, teilte die örtliche Polizei mit. Die Täter flohen. Neben Sachbeschädigungen und Ruhestörungen meldeten die bayerischen Polizeistellen aus der Freinacht auch mehrere Anzeigen wegen Verstößen gegen die Ausgangsbeschränkungen.

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