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Waldschlössl an der Würmtalstraße 2: Neue Pläne für Traditionshaus – wie die Chancen stehen

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Von: Daniela Borsutzky

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1938 wurde der Stadtbezirk Hadern nach München eingemeindet. Das ehemalige Waldschlössl gibt es länger.
1938 wurde der Stadtbezirk Hadern nach München eingemeindet. Das ehemalige Waldschlössl gibt es länger. © Florian Marcher

Das Waldschlössl in der Würmtalstraße 2 ist ein echtes Traditionshaus. Jetzt gibt es immer mehr Pläne für einen Abriss und anderweitige Nutzung der Fläche...

HADERN Das ehemalige Gasthaus Waldschlössl steht seit mehr als 100 Jahren an der Würmtal- Ecke Fürstenrieder Straße. Das Traditionshaus, in dem sich heute ein italienisches Restaurant befindet, ist beliebt, bei schönem Wetter sitzen Besucher inmitten von schattenspendenden Kastanien im Biergarten. Entsprechend besorgt waren die Haderner, als im Herbst 2019 bei der Stadt eine Bauvoranfrage eingereicht wurde.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Doch aus den Plänen für des Antragstellers Abriss und Neubau wurde nichts – der Eigentümer des Schlössls wollte davon nichts wissen. Jetzt besteht die Befürchtung, dass es sich dabei nicht nur um ein Intermezzo gehandelt haben könnte – denn erneut gibt es Pläne für die Adresse.

Pläne fürs Waldschlössl: Studentenwohnheim statt Gaststätte?

Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats, bestätigt, dass im vergangenen Dezember wieder eine Bauvoranfrage eingereicht wurde. Es handle sich nicht um denselben Antragsteller wie 2019. Diesmal lässt die BPD Immobilienentwicklung, die eine Niederlassung in der Kistlerhofstraße hat, den Neubau eines Studentenwohnheims mit 73 Apartments und einer Tiefgarage prüfen. Für das Vorhaben müssten zehn Laubbäume gefällt werden.

Als das Thema beim örtlichen Bezirksausschuss in seiner Januar-Sitzung auf der Tagesordnung stand, beschloss dieser einstimmig, zunächst den Antragsteller um Beantwortung eines Fragenkatalogs zu bitten. Unter anderem fehle ein Freiflächengestaltungsplan, auch stelle sich die Frage nach dem Denkmalschutz.

Pläne fürs Waldschlössl: Kein Denkmalschutz fürs Traditionshaus

Laut Thorsten Vogel habe im Dezember 2019 das zuständige Bayerische Landesamt für Denkmalpflege „nach erfolgter Ortseinsicht mitgeteilt, dass es sich hier nicht um ein Baudenkmal handelt und kein Eintrag in die Denkmalliste erfolgt.“ Weitere Überprüfungen zum Denkmalschutz seien seitdem nicht erfolgt und auch nicht vorgesehen (s. Infokasten).

Trotzdem scheint es vorerst Entwarnung zu geben: Julia Sternberg, zuständig für Marketing und Vertrieb bei BPD, erklärt gegenüber Hallo, dass man das Objekt noch gar nicht erworben habe, daher stehe „alles Weitere noch in der Schwebe“. Und Ernst Neumayr, Eigentümer des Schlössls, bekräftigt erneut, dass, obgleich sich immer wieder Interessenten melden würden, ein Verkauf für ihn momentan nicht infrage komme.

Zur Historie des Gasthauses

Laut Maximilian Bauer, Sprecher des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, wurde das Gebäude von 1903 bis 1904 nach den Plänen des Baumeisters Fritz Sedlmair errichtet. „Der zweigeschossige Bau mit Krüppelwalmdach hat nach Osten einen Nebenflügel, dem erdgeschossig zu beiden Seiten Runderker vorgesetzt waren.“

Erstmals erweitert wurde das Gebäude 1926. Bei einem Umbau in den Jahren 1954/55 wurde die Gaststätte dann tiefgreifend umgebaut: Es wurden dabei die Runderker abgetragen und ein neuer Vorbau angefügt. In beiden Geschossen hat man dabei die Raumeinteilung und hierzu Fensteröffnungen verändert. „Mit dem Umbau der 1950er-Jahre ist der Gaststättenbau von 1903/04 außen und innen bis auf die Mauern vollständig verloren gegangen“, erklärt Bauer

„Ein zunächst geplanter Entwurf mit großen, geschwungenen Freitreppe zu einer Terrasse im ersten Obergeschoss wurde nicht umgesetzt und somit auch keine interessante Architektur der 1950er-Jahre geschaffen. Eine Eintragung als Baudenkmal in die Denkmalliste ist daher nicht begründbar.“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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