Landschaftspark West

Eine der letzten grünen Flächen im Münchner Westen ‒ Wird die Baumschule zugebaut?

Ob das westlich der Willibaldstraße gelegene Areal des Landschaftspark West samt Baumschule als Siedlungsfläche taugt, soll nun ausgelotet werden.
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Ob das westlich der Willibaldstraße gelegene Areal des Landschaftspark West samt Baumschule als Siedlungsfläche taugt, soll nun ausgelotet werden.

Der „Stadtentwicklungsplan 2040“ weist den Landschaftspark West als mögliche Siedlungsfläche aus. Gegenstimmen werden laut, auch weil der Plan zu kurzfristig behandelt wird.

  • Das Geländer um die Baumschule an der Willibaldstraße ist eine der letzten freien Flächen in München West.
  • Der neue „Stadtentwicklungsplan 2040“sieht das Areal als mögliches Siedlungsgebiet.
  • Gegenstimmen gegen die Bebauung des Landschaftspark aus den BAs Laim und Pasing werden laut.

Update, 7. Juli, 16.30 Uhr

Das Gebiet des Landschaftsparks „Pasing-Laim-Blumenau-Hadern“ einschließlich der städtischen Baumschule wird nicht weiter als neues Siedlungsgebiet geprüft. Das hat, wie die CSU in einer Pressemitteilung schreibt, der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung des Münchner Stadtrats beschlossen

Sorge um das Gelände um die Baumschule

Grüne Lunge, Frischluftschneise, Naherholungsgebiet – das Gelände um die Baumschule an der Willibaldstraße ist wichtig für die Bürger, wie diese immer wieder betonen. Es ist eine der letzten freien und grünen Flächen im Münchner Westen.

Noch. Denn im neuen „Stadtentwicklungsplan 2040“ ist das Areal als mögliches Siedlungsgebiet eingezeichnet. Der Plan soll festlegen, wo in den kommenden 20 Jahren neue Grünflächen entstehen, wo der Verkehr weniger wird und auch, wo noch gebaut werden kann.

Kurz nach Bekanntwerden der Pläne wurden Gegenstimmen laut. Auch weil der Entwurf bereits am Mittwoch, 7. Juli, im Planungsausschuss des Stadtrats behandelt wird – zu kurzfristig, finden die Lokalpolitiker.

Der Laimer BA-Chef Josef Mögele (SPD) hat Rederecht im Rathaus beantragt, er will eine Vertagung erreichen. Mit zwei Dringlichkeitsanträgen, einmal von den Grünen, einmal von SPD und CSU, forderte der BA 25 in seiner jüngsten Sitzung, das Areal im Plan als Siedlungsgebiet und Quartiersentwicklung zurückzunehmen und von Bebauung freizuhalten.

Es sei nicht hinnehmbar, dass ohne die vorherige Einbeziehung der betroffenen BAs, weiterer Beteiligter und Interessenvertreter eine Entwicklung definiert werde.

Alexandra Gaßmann, die für die CSU im BA Laim und auch im Stadtrat sitzt, sei „entrüstet“ gewesen, als sie erfahren habe, dass auch der Planungsausschuss nicht Bescheid wusste: „Das Papier kam von Planungsreferat und OB.“

Wird das Gelände um die Baumschule an der Willibaldstraße zugebaut?

Eine unmittelbar ins Leben gerufene Petition der Bürgerinitiative Landschaftspark West, die für den Erhalt der Fläche kämpft, hatte zum Redaktionsschluss am Dienstagnachmittag mehr als 3000 Unterzeichner. Und auch vom Bund Naturschutz gab es Gegenwind bezüglich der Pläne.

Ein Plakat zur Petition der Bürgerinitiative Landschaftspark West.

Winfried Kaum (CSU), Mitglied im Pasinger BA und Planungsausschuss des Stadtrats, stellt sich gegen eine Bebauung des Landschaftsparks: „Auf meine Initiative wird die CSU am Mittwoch einen Änderungsantrag einreichen, der fordert, dass das Gebiet aus der weiteren Prüfung als Siedlungs- und Freiraumentwicklung heraus genommen und nicht weiter verfolgt werden soll.“

Auch die Grünen-Stadtratsfraktion will einen Änderungsantrag stellen. Die Initiative dazu kam von den Politikern vor Ort. „Wir haben sehr darauf gedrängt. Die Baumschule ist unverzichtbar und es soll gesichert sein, dass sie nicht angetastet wird“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Pasinger Bezirksausschusses, Romanus Scholz (Grüne).

Christian Müller (SPD), ebenfalls im Pasinger BA sowie im Planungsausschuss, hingegen versteht die Aufregung nicht. Er weist darauf hin, dass „der wesentliche Teil“ der Beschlussvorlage „die Organisation eines Diskussions- und Beteiligungsprozesses“ sei.

Die Haltung der SPD sei, „dass von der bisherigen Baumschule bis zum Pasinger Stadtpark ein Landschaftspark unter breiter Beteiligung der Bevölkerung entstehen soll.“ Müller persönlich könne sich um die Haltestelle der U-Bahn an der Gotthardstraße eine Bebauung mit seniorengerechten Wohnungen vorstellen. Aber auch das müsse diskutiert werden.

Stimmt das Rathaus dem Konzept zu, ist von November bis Mitte 2022 eine Öffentlichkeitsphase vorgesehen. Die Ergebnisse fließen dann in den endgültigen Stadtentwicklungsplan ein, der im zweiten Halbjahr 2022 vom Stadtrat beschlossen werden soll.

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