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Gelber Sack in München statt Frust über Wertstoffinseln?

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Weil die Zustände an den Wertstoffinseln wie an der Paoso- oder der Schochenbergstraße für viele unerträglich sind, fordert Tamara Ehm die Einführung des Gelben Sacks.
Weil die Zustände an den Wertstoffinseln wie an der Paoso- oder der Schochenbergstraße für viele unerträglich sind, fordert Tamara Ehm die Einführung des Gelben Sacks. © privat

Eine Petition in München für die Einführung des Gelben Sacks und gegen die Wertstoffcontainer verläuft erfolgreich. Viele Anwohner fordern eine schnell Änderung...

Bereits um 8 Uhr wurde Angelika Greger aus Untersendling am Maifeiertag vom Klirren der Flaschen geweckt, die Leute in den benachbarten Wertstoffcontainer an der Schochenbergstraße warfen. „Sie kamen mit Autos und vollen Tüten. Es ging den ganzen Tag so“, berichtet sie.

Der folgende Sonntag sei zwar ruhiger gewesen. Aber das lag nach Gregers Ansicht am schlechten Wetter. „Was sich an den Containerinseln in ganz München tagtäglich abspielt, ist unerträglich und unzumutbar.“

Die Wertstoffinsel in der Schochenbergstraße.
Die Wertstoffinsel in der Schochenbergstraße. © privat

Mit dieser Meinung ist sie nicht allein. Überall in München beschweren sich die Bürger über die Zustände an den Wertstoffinseln.

Heinrich Sick aus Pasing wohnt direkt gegenüber mehrerer Container. Er berichtet davon, dass die Flaschen im Minutentakt klappern und klirren.

Zudem würden viele ihren Sperrmüll davor abstellen. Die wilden Müllablagerungen seien inzwischen untragbar. Er und seine Nachbarn fordern „nachhaltige Verbesserungen“. „Alternativ ist eine Auflösung der Wertstoffinsel unumgänglich.“

Die Wertstoffinsel in der Paosostraße.
Die Wertstoffinsel in der Paosostraße. © privat

Doktorandin Tamara Ehm (26) hat vor knapp vier Wochen eine Petition gestartet, in der sie die Einführung der Gelben Tonne oder des Gelben Sacks fordert.

„Ich bin ursprünglich aus Pullach und habe mich immer gewundert, warum es in München keinen Gelben Sack gibt“, so die Sendlingerin. Von ihrer Wohnung aus sei der Weg zur nächsten Wertstoffinsel weit. „Bei den Nachbarn landet deshalb viel Plastik oder Glas in der Restmülltonne.“

Erfolgreiche Petition für Einführung der Gelben Tonne in München

Dass sie mit ihrer Petition einen solchen Nerv treffen würde, hätte Ehm nicht gedacht. „Ich habe mit 500 Unterschriften gerechnet, aber jetzt sind es schon mehr als zehnmal so viele.“ 5900 Menschen (Stand: Mittwoch, 13 Uhr) haben die Petition bereits unterschrieben.

Der Bund Naturschutz und die Jungen Liberalen (Julis) unterstützen sie. Beide Organisationen beklagen, dass München beim Recycling Schlusslicht unter den bayerischen Großstädten sei.

„Was machen alle anderen Großstädte in Bayern anders als München? Sie haben eine haushaltsnahe Erfassung der Kunststoffabfälle durch einen Gelben Sack oder eine Gelbe Tonne“, erklärt Münchens Juli-Vorsitzender Felix Meyer. Ehm will noch bis Mitte Juni Unterschriften sammeln und dann die Petition dem Stadtrat übergeben.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) sieht das anders. Bei einem Abholsystem entstünden durch die zusätzlichen Müllfahrzeuge eine deutlich höhere CO2-Belastung, so Sprecherin Evi Thiermann.

Zudem landete in der Gelben Tonne bis zu 60 Prozent Restmüll. Das erschwere das Recycling. Die kleineren Einwurföffnungen an den Wertstoffcontainern verhinderten dagegen, dass größere Restmüllsäcke eingeworfen werden. „Das so gesammelte Material ist also sortenreiner“, so Thiermann.

Dennoch hätte sich der AWM die Gelbe Tonne in einem Pilotprojekt vorstellen können. Das duale System habe dies aber abgelehnt. Zeitnah wird sich sowieso nichts ändern, denn die Stadt hat den Vertrag mit den Entsorgungsunternehmen, die für die Wertstoffinsel zuständig sind, jüngst um drei Jahre verlängert.

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