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Hackerangriff im Medienzentrum München-Land: Daten teilweise verloren

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Von: Kristina Beck

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Hacker greifen im Medienzentrum München-Land an: Schüler- und Lehrerdaten sind zum Teil nicht mehr lesbar. © Nicolas Armer/dpa

Trotz minutenschnellen Eingreifens wurden bei einem Hackerangriff im Medienzentrum München-Land sensible Daten abgegriffen. Welche Folgen hat das für die Schulen?

Hacker-Attacken gehören seit einiger Zeit zum Nachrichten-Alltag. So ist hat ein Cyberangriff am vergangenen Donnerstag das Medienzentrum München-Land getroffen. Nach Angaben des Landratsamtes München wurden Server des Medienzentrums über ein Schadprogramm gehackt. Darauf befindliche Daten wurden unlesbar gemacht.

Hackerangriff im Medienzentrum München-Land: Daten zum Teil nicht zugänglich

Der Angriff wurde binnen weniger Minuten entdeckt und es wurden umgehend alle Verbindungen zwischen den Servern sowie zum Internet unterbrochen. Dennoch konnte nicht verhindert werden, dass auf den Servern befindliche Daten verschlüsselt wurden und damit für das Medienzentrum nicht mehr zugänglich sind.

Vom Datenverlust betroffen sind die Datenbanken der Amtlichen Schulverwaltung (ASV), die über das Medienzentrum München-Land läuft. Die ASV ist ein Schulverwaltungsprogramm, das die Bildungseinrichtungen bei allen Verwaltungsaufgaben unterstützt. Zu den Aufgaben gehören die Erfassung der schulischen Stammdaten, die Verwaltung von Schüler- wie Lehrerdaten zur Planung des Schulbetriebs oder Leistungsdaten für die Zeugniserstellung.

Hacker greifen System der Schulverwaltung an: Welche Daten sind betroffen?

Das Landratsamt teilt auf Anfrage mit, Schulen aus dem gesamten Landkreis München seien betroffen. Überwiegend handle es sich dabei um Grund- und Mittelschulen, in einigen Fällen auch um weiterführende Schulen. Betroffen sind unter anderem Namen und Adressdaten der Schulfamilie sowie Daten zu Abläufen des Schulalltags, wie beispielsweise Stundenpläne, auf die nicht mehr zugegriffen werden kann.

Auch für die Schulen bedeutet dies, dass aktuell kein Zugriff auf die ASV möglich ist. Für den allgemeinen Lehrbetrieb stelle dies nach Angaben des Landratsamtes kein Hindernis dar. Zudem bestehe die Hoffnung, dass zumindest weite Teile der Daten bereits in Kürze wiederhergestellt werden könnten.

Das Medienzentrum München-Land hat direkt nach der Attacke damit begonnen, neue Server zu installieren, um eine Schadenserhebung und -beurteilung vornehmen zu können. Zudem wurde der Bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz über den Angriff informiert.

Hacker verschlüsseln bereits verschlüsselte Daten

Die Daten, die standardmäßig zum Schutz der Inhalte bereits auf den Servern des Medienzentrums verschlüsselt abgelegt werden, sind durch den Angriff zusätzlich verschlüsselt worden, jedoch mit größter Wahrscheinlichkeit nicht in fremde Hände gelangt.

Am Montagvormittag wurden alle betroffenen Schulen über die Cyberattacke und deren Konsequenzen in Kenntnis gesetzt und den Schulen alternative Lösungen für den Betrieb der ASV präsentiert. Das Medienzentrum werde die Schulen bei der Einrichtung eigener Server im jeweiligen Schulnetz oder der Inanspruchnahme eines Dienstleisters unterstützen, teilt das Landratsamt mit.

Landkreisverwaltung von der Attacke nicht betroffen

Von der Attacke sind ausschließlich diejenigen Server des Medienzentrums München-Land betroffen ‒ nicht aber die IT-Systeme der Landkreisverwaltung. Medienzentrum und Landkreisverwaltung nutzen unterschiedliche Netzwerke und arbeiten mit voneinander abgetrennten Servern, um die Auswirkungen einer erfolgreichen Attacke so weit wie möglich zu minimieren. Daher konnte der Angreifer nur auf einen sehr begrenzten Bereich Zugriff erhalten.

Auch das stetig steigende Angriffsaufkommen aus allen Teilen der Welt konnten die Sicherheitssysteme im Landratsamt dank intensiver und kontinuierlicher Arbeit lange Zeit erfolgreich abwehren. Die Behörde plant infolge des Angriffs, die regelmäßigen Überprüfungen der bisherigen Sicherheitsmaßnahmen qualitativ zu sichern und, falls nötig, zu optimieren.

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