Holperstrecken und ein Herz für Holz

Bürgerversammlung Hadern: Mehr Kontrollen an Kriegerheimstraße gefordert

Per Antrag forderten die Haderner bei ihrer Bürgerversammlung unter anderem mehr Kontrollen am „Autofriedhof“ Kriegerheimstraße.
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Per Antrag forderten die Haderner bei ihrer Bürgerversammlung unter anderem mehr Kontrollen am „Autofriedhof“ Kriegerheimstraße.

„Holperstrecken“ statt vernünftiger Radwege, zu wenig Blühwiesen und ein „Autofriedhof“ neben dem Waldfriedhof: So beschreiben Haderner ihr Viertel und forderten, dass es umweltfreundlicher werden soll.

Hadern - Es hat den Anschein, als wären mit dem Wechsel der Grünen an die Spitze des Haderner Bezirksausschusses auch die vermeintlich grünen Themen bei den Viertelbewohnern mehr in den Fokus gerückt.

Die zehn Anträge – allesamt beschlossen – und zwei Anfragen, die die Haderner bei ihrer Bürgerversammlung stellten, waren vor allem von den Themen Klima und Umwelt dominiert.

Für die etwa 40 anwesenden Teilnehmer erklärte BA-Chefin Renate Unterberg zu Beginn ihrer Präsentation zunächst einmal die Zuständigkeiten und Kompetenzen des Bezirksausschusses und bat darum, hinsichtlich der Erwartungen „realistisch“ zu bleiben.

Dass mitunter auch die Polizei nicht jedes Problem lösen kann, zeigt sich an der Situation in der Kriegerheimstraße: Wegen der dauerparkenden Wohnwagen, Anhänger und Lkw gibt es seit Jahren immer wieder Beschwerden ohne Aussicht auf Besserung. Am Rednerpult sprach ein Bürger nun von einem „beschämenden Bild“, dass sich vor Ort ergebe.

Man habe den Eindruck, man befinde sich nicht am Wald-, sondern am „Autofriedhof“. Er beantragte schärfere Kontrollen der Langzeitparker. Carsten Lindemann von der zuständigen Polizeiinspektion 41 versicherte, dass regelmäßig Verwarnungen ausgestellt werden, bemerkte aber auch, dass das Bußgeld in Höhe von 20 Euro nicht von der Polizei festgesetzt werde.

Förderung des Radverkehrs

An der „autogerechten“ Stadt störten sich auch die nachfolgenden Antragsteller: Ein Weiterer forderte farblich markierte Radwege in „familienfreundlicher Breite“ entlang der Krieger-

heimstraße. Und auch der Antrag für eine Radlerlaubnis durch den Waldfriedhof, zwischen Graubündener Straße und Lorettoplatz, fand mehrheitliche Zustimmung.

Gleich doppelt wurde für eine Verbesserung der Radwegsituation in der Sauerbruchstraße plädiert. Ein Haderner sprach von „Holperstrecken“ und gar „anarchischen Zuständen“ an der Kreuzung zur Pfingstrosenstraße.

Sichere Radwege in der Sauerbruchstraße fordern die Bürger in Hadern bei der Bürgerversammlung.

Ebenfalls mehr Sicherheit für Radler wünschte sich ein Bürger in der Heiglhofstraße. Er stellte allerdings nur eine Anfrage, da die Aussichten auf einen separaten Weg in einer Tempo-30-Zone schlecht stünden.

Unter dem Motto „Klimaschutz konkret“ beantragte ein Redner die Einrichtung eines lokalen Klima-Ausschusses. Und mehrfach wurden insektenfreundliche Wiesen gefordert, beispielsweise auf dem Max-Lebsche-Platz.

Auch gegen den geplanten Kiesabbau der Firma Glück im Lochhamer Schlag votierte die Bürgerversammlung – in diesem Fall sogar ohne eine Gegenstimme.

Am Max-Lebsche-Platz wünschen sich die Haderner eine Blühwiese.

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