1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Senioren-Streetwork in München ‒ „SAVE“-Projekt bald in mehreren Vierteln

Erstellt:

Von: Daniela Borsutzky

Kommentare

Senioren werden im Rahmen von „SAVE“ auf der Straße angesprochen. Gegebenenfalls vermitteln die Sozialpädagogen Hilfe.
Senioren werden im Rahmen von „SAVE“ auf der Straße angesprochen. Gegebenenfalls vermitteln die Sozialpädagogen Hilfe. © dpa/Swen Pförtner

Zur Unterstützung von Senioren wird das Projekt „SAVE“ auf weitere Viertel ausgeweitet – bald unterstützen auch in Hadern Streetworker die älteren Münchner.

Hadern/Westend - Die Pandemie macht deutlich, wie wichtig ein soziales Netz für uns alle ist. Doch gerade manchen älteren Menschen fehlen die Kontakte und somit Teilhabe. Ein Konzept, das Einsamkeit entgegenwirken soll, ist das Projekt „Senioren aufsuchen im Viertel durch Experten“ – kurz „SAVE“ (siehe Infokasten). Hierbei sind Streetworker für Ältere unterwegs und bieten Unterstützung. Jetzt wird das Projekt auf weitere Stadtviertel ausgeweitet, unter anderem Hadern.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

„Senioren aufsuchen im Viertel durch Experten“: Streetwork-Projekt für ältere Menschen bald in Hadern

Im stadtweiten Vergleich hat Hadern einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Senioren, der in den kommenden Jahren noch deutlich zunehmen wird. Das Alten- und Servicezentrum (ASZ) in der Blumenau ist für viele Ältere südlich der Autobahn schwer oder gar nicht zu erreichen. „Bis wir ein zweites ASZ bekommen, wird es noch eine Weile dauern“, sagt Derya Bozaba-Baylaz (SPD), Vorsitzende des Unterausschusses Soziales, Kultur und Inklusion im örtlichen Bezirksausschuss.

Auf ihre Initiative hin hatte der BA im vergangenen Jahr den Antrag gestellt, Streetwork für ältere Menschen als zentrales Element eines Hilfenetzwerkes der offenen Seniorenhilfe im 20. Bezirk zu etablieren.

Senioren-Streetwork: „SAVE“-Fachkraftstellen werden in München erweitert

Inzwischen hat der Stadtrat beschlossen, dass das ASZ Kleinhadern-Blumenau eine SAVE-Fachkraftstelle bekommt, welche auch im Gebiet Großhadern eingesetzt wird. Auch die ASZ Maxvorstadt, Pasing, Ramersdorf und die Altenhilfe Hasenbergl bekommen laut Edith Petry vom Sozialreferat eine entsprechende Stelle.

Melanie Weindl, Leiterin des Blumenauer ASZ, freut sich schon sehr: „Gerade in Zeiten der Pandemie ist so ein niederschwelliges Angebot hilfreich.“ Jedoch warte man noch auf den Bescheid der Verwaltung, erst dann könne die Stelle ausgeschrieben werden.

Beraten, unterstützen und zuhören: „SAVE“-Angebote helfen Senioren

Dass die Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten die Zielgruppe erreichen, kann Ralf Emmerich bestätigen. Er ist seit Februar 2020 im ASZ Westend unter anderem für „SAVE“ zuständig. Zweimal pro Woche ist der Sozialpädagoge im Viertel unterwegs, um mit Senioren in Kontakt zu kommen.

Die Schwerpunkte liegen am Georg-Freundorfer- und Gollierplatz. „Ich stelle mich vor, habe Flyer vom ASZ dabei, man macht ein bisschen Smalltalk – und oft fangen die Menschen dann an, von ihren Sorgen zu erzählen“, berichtet Emmerich. Mal geht es um eine Rente, die nicht in voller Höhe ausbezahlt wurde, mal hat die GEZ zugeschlagen und die Person weiß nicht, dass sie sich von Gebühren befreien lassen kann. „Wir beraten, wir unterstützen – oder wir hören einfach nur zu“, sagt Emmerich.

„SAVE“

Das Angebot wird derzeit in den ASZ Harlaching, Milbertshofen, Sendling und Westend umgesetzt. Dabei sind die sozialpädagogischen Fachkräfte auf festen Routen im jeweiligen Stadtteil an Orten unterwegs, an denen sich ältere Menschen regelmäßig aufhalten. Auf Grünflächen, vor Geschäften und an anderen stark frequentierten Plätzen bauen sie Beziehungen zur Zielgruppe auf. Die häufigsten Beratungsanliegen sind finanzielle Sorgen, gefolgt von gesundheitlichen. Ein weiteres häufiges Problem ist die Einsamkeit, eine Folge der Kontakt-Armut.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

Auch interessant

Kommentare