„Wir dürfen dem Sterben auf dem Mittelmeer nicht tatenlos zusehen.“

Sicherer Hafen für Ocean Viking ‒ Münchens Bürgermeisterin Dietl fordert sofortige Hilfe für Geflüchtete

Das Rettungsschiff "Ocean Viking".
+
Das Rettungsschiff «Ocean Viking».

550 Geflüchtete wurden von dem Rettungsschiff Ocean Viking im Mittelmeer aus Seenot gerettet. München kann als „Sicherer Hafen“ viele davon aufnehmen, erklärt Dietl.

  • Schiff Ocean Viking rettet 550 Geflüchtete aus Seenot im Mittelmeer.
  • Münchens Bürgermeisterin Dietl fordert einen „Sicheren Hafen“.
  • Die Landeshauptstadt könne viele Menschen aufnehmen.

Die Münchner Bürgermeisterin Verena Dietl fordert eine sofortige Möglichkeit für das Seenotrettungsschiff Ocean Viking, in einen europäischen Hafen einlaufen zu können und so die 550 aus Seenot geretteten Menschen in Sicherheit zu bringen.

Die oberste Priorität muss bei der Rettung von Menschenleben liegen, erklärt Dietl. Die Landeshauptstadt München könne derzeit 260 Geflüchtete, darunter auch unbegleitete Minderjährige, sofort aufnehmen. Angesichts der Notlage bestehe auch die Verantwortung mehr Menschen aufzunehmen

Als Weltstadt mit Herz ist es unsere humanitäre Verpflichtung, dass wir diesen Menschen schnellstmöglich helfen. (...) Als Bürgermeisterin des Sicheren Hafens München und der Patenstadt für das Seenotrettungsschiff Ocean Viking rufe ich auch die zuständigen Behörden dazu auf, der Ocean Viking schnellen Zugang zu einem Sicheren Hafen zu ermöglichen. 

Bürgermeisterin Verena Dietl

Münchens Bürgermeisterin Dietl fordert „Sicheren Hafen“ für Ocean Viking und Hilfe für Geflüchtete

Dietl appelliert zudem an die Bundes- und EU-Behörden so schnell wie möglich eine wirksame EU-Rettungsmission zu starten Solange dies nicht geschehen ist, müsse die zivile Seenotrettung unterstützt werden.

Im Dezember 2019 hat die Landeshauptstadt München eine Patenschaft für das Rettungsschiff Ocean Viking der zivilgesellschaftlichen Organisation SOS Mediterranee übernommen und in der Vorweihnachtszeit 2020 mit SOS Mediterranee die Spendenaktion „München hilft!“ organisiert. Münchner*innen spendeten dabei über 140.000 Euro für ihr Patenschiff. Die Stadt hat den Spendenbeitrag um weitere 100.000 Euro erhöht.

Nach Angaben der UN sind in der ersten Hälfte dieses Jahres bereits mehr als 950 Menschen bei ihrer gefährlichen Flucht über das Mittelmeer gestorben. In den vergangenen zehn Jahren sind im gesamten Mittelmeer laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) weit über 20.000 Menschen ertrunken – die Dunkelziffer liegt vermutlich noch viel höher.

Wir dürfen dem Sterben auf dem Mittelmeer nicht tatenlos zusehen. Es ist unsere humanitäre Pflicht, Schutzsuchenden zu helfen, die aus Seenot im Mittelmeer gerettet wurden oder unter menschenunwürdigen Bedingungen in den überfüllten Lagern an EU-Außengrenzen leben müssen.

Bürgermeisterin Verena Dietl

München ist „Sicherer Hafen“

Die Landeshauptstadt München hat sich im Juli 2019 – wie inzwischen bundesweit mehr als 250 weitere Städte und Gemeinden – offiziell zu einem „Sicheren Hafen“ deklariert. München ist zudem dem bundesweiten Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ beigetreten.

Dieses Bündnis vernetzt mittlerweile mehr als 100 Mitgliedskommunen, die sich gemeinsam auf Bundesebene für die Unterstützung der Seenotrettung einsetzen. Sie erklären sich bereit, Schutzsuchende aufzunehmen, die auf ihrer Flucht aus Kriegs- und Krisengebieten aus Seenot gerettet oder in den überfüllten Lagern an den EU-Außengrenzen gestrandet sind.

LHM/jh

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare