1. tz
  2. München
  3. Stadt
  4. Hallo München

Neue Berechnung zum Armutsbericht 2022: Ab wann man in München offiziell gefährdet ist, zu verarmen…

Erstellt:

Von: Jonas Hönle

Kommentare

Die Viertelpolitik möchte einen Teil ihres Budgets ukrainischen Notleidenden zur Verfügung stellen.
Neue Berechnungen zum Armutsbericht 2022 - Wann ist ein Haushalt in München von Armut betroffen. (Symbolbild) © dpa/Tobias Hase

Ab wann ist ein Haushalt in München von Armut betroffen? Die Stadt legt die Schwelle aufgrund von Berechnungen zum Armutsbericht 2022 neu fest.

In München liegt die Gefährdungsschwelle zur Armut neuerdings bei 1.540 Euro. Die Berechnung basiert auf einer Befragung der Stadt, die unter anderem das Einkommen der befragten Haushalte ermittelte. Sie erfolgte für den Armutsbericht 2022, der am 6. Dezember dem Stadtrat vorgestellt werden soll.

Hallo München
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

In der Energie-Krise steigen die Kosten für Heizung und Warmwasser. Um einkommensschwache Haushalte zu unterstützen, richten München und die SWM einen Wärmefonds ein.

Wann ist ein Haushalt in München von Armut betroffen - Neue Berechnung zum Armutsbericht 2022

Der neuen Berechnung nach liegt die Armutsgefährdungsschwelle für einen Ein-Personen-Haushalt bei 1.536 Euro. Aus Gründen der leichteren Handhabbarkeit wird der Wert auf 1.540 Euro gerundet, heißt es von der Stadt München.

Die aktuell – bis zur Vorstellung des Armutsberichts 2022 – noch gültige Schwelle für einen Ein-Personen-Haushalt ist 1.350 Euro. Die Steigerung auf 1.540 Euro liegt daran, dass die Einkommen, auch als Folge gestiegener Lebenshaltungskosten in München, gestiegen sind.

Damit steige der Median der Einkommen und damit auch die Armutsgefährdungsschwelle. Die Armutsschwelle ist Grundlage für die Gewährung einiger Freiwilliger Leistungen des Sozialreferats, wie München-Pass oder vergünstigter Mittagstisch in den Alten- und Service-Zentren.

Mehr Haushalte mit niedrigem Einkommen sollen den München Pass, freiwillige Leistungen und finanzielle Hilfe erhalten.

Neue Berechnungen zum Armutsbericht 2022 - Armutsgefährdungsschwelle in München bei 1.540 Euro

Laut der Stadt München wird Armut in der Armutsberichterstattung als relative Größe verstanden. Das bedeutet, Armut wird im Kontext des Wohlstandniveaus definiert, das für einen bestimmten räumlichen Umgriff, also auch eine Stadt wie München, gilt.

In diesem Sinne gibt es für „relative Armut“ eine von der Europäischen Kommission vorgegebene Definition, nach der Personen als arm gelten, die „über so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel verfügen, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die … als Minimum annehmbar ist.“ (Kommission der Europäischen Gemeinschaften 1991, Seite 4).

Konkret sind diejenigen Personen armutsgefährdet, deren Nettoeinkommen geringer als 60 Prozent des Durchschnitts aller Personen ist.

Je nach der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen eines bestimmten Alters erhöht sich diese Grenze um das 0,5-fache (für Personen über 14 Jahre) bzw. um das 0,3-fache pro Kopf (Kinder bis zu 14 Jahre).

Ein Haushalt gilt dann als armutsgefährdet, wenn das monatlich vorhandene Netto-Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt, die für den jeweiligen Haushaltstyp gilt.

In der folgenden Abbildung sind ausgewählte Haushaltstypen und ihre jeweiligen Armutsgefährdungsschwellen dargestellt (alle Werte gerundet):

Neue Berechnungen zum Armutsbericht 2022.
Neue Berechnungen zum Armutsbericht 2022. © LHM

Armutsbericht in München

München war 1987 die erste deutsche Stadt, die einen kommunalen Armutsbericht veröffentlichte. Seitdem erscheint der Armutsbericht alle fünf Jahre (in Zukunft alle 4 Jahre). Der Bericht stellt zum einen die Lebenssituation und die Problemlagen von Münchner Bürgerinnen und Bürgern, die von Armut betroffen sind, dar. Zum anderen beschreibt er die zahlreichen bestehenden und geplanten Maßnahmen der Landeshauptstadt München und der freien Träger, die Armut bekämpfen und vorbeugen. Er ist zudem ein wichtiges Instrument, um Armut als Thema in die politische und öffentliche Diskussion einzubringen.

Familien mit geringem Einkommen in München können für das neue Schuljahr einen Antrag für einen Geld-Zuschuss für Schul-Utensilien bei der Stadt stellen.

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare