Zeichen der Integration

München hebt Sargpflicht auf ‒ Bestattungen sind jetzt nach muslimischem Brauch im Leinentuch möglich

Ein Grabstein mit Hilal und Stern
+
München hebt die Sargpflicht auf und ermöglich damit Bestattungen nach muslimischen Glauben.

Bestattungen sind in München künftig auch im Leinentuch möglich. Die Stadt hebt die Sargpflicht auf und ermöglicht so auch Beerdigungen nach muslimischem Glauben.

  • Die Stadt München hebt die Sargpflicht auf.
  • Damit sind Bestattungen im Leinentuch möglich, wie sie im muslimischen Glauben Brauch sind.
  • Erste „Probe-Beerdigungen“ haben in Bayern bereits staatgefunden.

Künftig sind in München Bestattungen nach muslimischen Brauch möglich. Bisher hatten viele Familien ihren Toten im Ausland bestatten müssen.

Der muslimische Glaube schreibt eine Beerdigung im Leinentuch vor - in München galt jedoch eine Sargpflicht. Ausnahmen aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen waren nicht möglich.

Der Freistaat Bayern hat jetzt aber diese Vorschrift außer Kraft gesetzt. Deshalb kann nun auch die Stadt München zeitnah sarglose Bestattungen anbieten, wie Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) am Donnerstag im Gesundheitsausschuss des Stadtrats berichten wird.

Jeder Mensch hat das Recht auf eine letzte Ruhe in Würde und soll selbst entscheiden können, wie er beerdigt werden möchte. Dass wir die Sargpflicht nun aufheben können, ist ein wichtiges Zeichen unserer Wertschätzung für Menschen mit Migrationsgeschichte, die seit vielen Generationen in München leben und nun auch endlich nach ihren religiösen Ritualen bestattet werden können.

SPD-Stadträtin Micky Wenngatz

Aufhebung der Sargpflicht in München ermöglicht Bestattung im Leinentuch nach muslimischen Glauben

Absprachen mit anderen Kommunen sowie erste Probebeisetzungen haben bereits stattgefunden. Dabei wurde vor allem getestet, wie der Leichnam beigesetzt werden kann, also zum Beispiel das Herablassen ins Grab oder für Muslime die Ausrichtung gen Mekka.

Auch ist die Auswahl eines geeigneten Standorts wichtig, weil sich aus technischen und räumlichen Gründen nicht jede Grabstätte eignet. Noch Ende April wird es ein Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Religionsgemeinschaften geben.

Im Anschluss daran sollen die ersten Bestattungen auf dem Westfriedhof stattfinden.

SPD/Volt-Stadtratsfraktion/jh

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare