Ökostrom für 80 000 Müncher

Servus, altes Heizkraftwerk: München setzt mit neuer Wärmetechnik auf umweltfreundliche Energie 

CO2-neutral in Münchens Zukunft: Neben dem Geothermiespeicher, der in einem halben Jahr in Betrieb geht, verhindert die Fernkältezentrale das Aufheizen der Stadt.
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CO2-neutral in Münchens Zukunft: Neben dem Geothermiespeicher, der in einem halben Jahr in Betrieb geht, verhindert die Fernkältezentrale das Aufheizen der Stadt.

Momentan wird das Heizkraftwerk im Münchner Süden umgebaut. Dabei soll auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Welche Großprojekte sich die SWM vorgenommen hat.

Sendling - Die Abbruchbagger haben sichtbar ganze Arbeit geleistet: Ragte der Kamin des Heizkraftwerks Süd seit 1970 stolze 176 Meter auf dem Gebäudedach der Müllverbrennungsanlage in die Höhe, sind von dem Wahrzeichen aktuell nur noch 62 Meter übrig.

Ein Spezial-Zangenbagger ist täglich im Einsatz, um die letzten Meter abzutragen. „Derzeit bauen wir den Standort Süd mit zahlreichen Projekten von der konventionellen in die moderne Energiewelt um“, berichtet Standortleiter Thomas Gilg vor Ort.

Gleich mehrere Großprojekte hat sich die SWM vorgenommen und liege damit sehr gut im geplanten Zeitrahmen.

Standortleiter des Heizkraftwerks Süd: Thomas Gilg.

Pünktlich zur Heizsaison 2021/2022 wird hier in Thalkirchen Deutschlands größte Geothermieanlage in Betrieb gehen, die Ökowärme für mehr als 80 000 Münchner liefert – der neue Energiespeicher und die dazugehörige Technikzentrale sind eben in Fertigstellung.

Im Jahresverlauf wird dort auch erstmals klimafreundliche Fernkälte für die Innenstadt produziert, spart dann bis zu 70 Prozent der Energie, die individuelle Kühlanlagen benötigen würden.

Das Projekt, das im Endausbau 2029 abgeschlossen sein wird, liefert Münchner Innenstadthaushalten eine Kälteleistung von 36 Megawatt, die umweltfreundlich dem Aufheizen der Stadt entgegenwirkt.

Bis die komplette Umstellung auf erneuerbare Energien im Kraftwerk vollzogen ist, seien konventionelle Anlagen aber unverzichtbar. „Corona verzögerte etwas“, sagt Thomas Gilg. „Die Turbine tauschen wir deshalb in diesem Jahr.“

Aktuell brechen Mitarbeiter der SWM mit dem Zangenbagger den alten Heizkamin ab.

mjh

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