Angst vor „zweitem Neuperlach“

Hirmerei: Anwohner nutzen Erörterung zur Kritik an Verkehrsplanung sowie Gebäudegestaltung

Die Visualisierung zeigt die Ansicht der geplanten Häuserfassade der Hirmerei von der Eversbuschstraße aus.
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Die Visualisierung zeigt die Ansicht der geplanten Häuserfassade der Hirmerei von der Eversbuschstraße aus.

Der Neubau auf dem Hirmerei-Gelände stößt momentan noch auf Widerstand. Einige Befürchten den Verkehr, andere hingegen stört die Wandfarbe. Was das Mobilitätsreferat dazu sagt.

  • Neubau auf dem Hirmerei Gelände stößt auf Widerstand
  • Anwohner befürchten höheres Verkehrsaufkommen
  • Wandfarbe wird kritisiert

Die Kritik der Anwohner am geplanten Baugebiet Hirmerei im Norden Allachs bleibt groß. Bei der Bürgerbeteiligung zum vorhabensbezogenen Bebauungsplan, die Corona-bedingt online stattfand, befürchtete ein Teilnehmer ein „zweites Neuperlach“. Das neue Quartier sei ein riesiger Fremdkörper mit enormen Auswirkungen.

Vor allem der Verkehr bereitet den Allachern weiter Sorgen. Schon jetzt komme man aus den Einfahrten nicht mehr auf die Eversbuschstraße, weil die Autos dort zu manchen Zeiten Stoßstange an Stoßstange stünden. Außerdem befürchten die Anwohner jede Menge Schleichverkehr, wenn der Allacher Tunnel der A99 saniert wird.

Hirmerei in Allach: Anwohner fürchten Verkehrschaos

Jonas Wurtz vom Mobilitätsreferat erklärte jedoch, dass der zusätzliche Verkehr, der durch die geplanten 233 Wohnungen verursacht wird, auf den vorhandenen Straßen gut abgewickelt werden könne. Durch die Sanierung des Allacher Tunnels erwartet Wurtz keine großen Auswirkungen aufs Viertel: „Es wird eher großräumige Verlagerungen über die B471 und die A8 geben.“

Planer Peter Scheller von Palais Mai Architekten erklärte, dass man sich mit der Autobahn GmbH abstimmen werde. „Ein Kontakt besteht schon.“ Dies erachtete auch Pascal Fuckerieder (SPD), Vorsitzender des BA Allach-Untermenzing, für wichtig, denn er glaubt durchaus an mehr Verkehr: „Trotz der großräumigen Umfahrungen wird es Schleichverkehr geben.“

Auch die Größe der Bebauung bereitet den Anwohnern Kopfzerbrechen. Die bis zu sechsstöckige Bebauung passe sich nicht in die Umgebung ein und sei viel zu wuchtig, so die Kritik. Armin Ant vom Planungsreferat entgegnete, dass man sich durchaus an der umliegenden Bebauung orientiert habe.

Wandfarbe der Hirmerei: Grün stößt auf Widerstand

Kritik gab es auch in gestalterischer Hinsicht. Einige störten sich an der geplanten grünen Gebäudefarbe und an den runden Fenstern der Eingangsbereiche an der Eversbuschstraße. Scheller meinte, dass die Farbe Grün in München Tradition habe und ein wichtiger Teil der Planung sei. Dennoch nahm er die Kritik auf und versprach, dass dies noch einmal geprüft werde.

Nicht zuletzt erschien einigen Anwohnern die Tiefgarage mit rund 180 Stellplätzen zu klein. Scheller betonte, man halte sich an den Münchner Stellplatzschlüssel. Zudem handle es sich bei 40 Prozent der Wohnungen um geförderten Wohnungsbau.

Wann Baubeginn ist, konnte Scheller nicht sagen. Dies hänge auch vom weiteren Verfahrensverlauf ab, in dessen Rahmen nun die bei der Erörterung eingebrachten Einwände geprüft werden.

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