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Gutachten für geforderten Abpump-Versuch liegt vor – allerdings mit einem ernüchternden Ergebnis 

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Von: Kassandra Fischer

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Anwohner wie Franziska von Gagern (re.) leiden seit rund zwei Jahren unter dem Grundwasser-Problem in der Genter Straße. Unterstützung erhält sie von BA-Chef Patric Wolf (links im Bild) und Anwalt Benno Ziegler.
Anwohner wie Franziska von Gagern (re.) leiden seit rund zwei Jahren unter dem Grundwasser-Problem in der Genter Straße. Unterstützung erhält sie von BA-Chef Patric Wolf (links im Bild) und Anwalt Benno Ziegler. © Archiv/Benedikt Strobach

Seit Jahren stehen Keller in der Genter- und Osterwaldstraße unter Wasser und es scheint keine Lösung zu geben. Nun hat die Stadt ein Gutachten veröffentlicht...

SCHWABING-FREIMANN Wasser in den Kellern, Frust bei den Bewohnern und noch immer keine Lösung in Sicht. Seit rund zwei Jahren leiden Schwabinger im Bereich der Genter- und der südlichen Osterwaldstraße an vollgelaufenen Kellern. Die Hoffnung lag bislang auf einem Abpump-Versuch. Dafür liegt jetzt ein Gutachten vor – das vor allem Folgeprobleme und weiterhin keine Lösung aufzeigt.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Hochwasser in Kellern an der Genter- und Osterwaldstraße: Probleme verhindern Abpump-Versuch

„Es besteht die realistische Gefahr, dass mehrere Keller im Norden durch den geplanten Pumpversuch vernässt werden und die Stadt bei Durchführung der Maßnahme sowohl die haftungs- als auch die strafrechtlichen Konsequenzen tragen müsste“, heißt es in einem Schreiben der Münchner Referentin für Klima- und Umweltschutz (RKU), Christine Kugler, an den zuständigen Bezirks­ausschuss.

Diese Auswirkungen habe der Fachplaner für die Keller der nördlich gelegenen Anwesen ermittelt. „Im Extremfall könnte im Norden des Regenauslasskanals 50 bis 80 Zentimeter Aufstau entstehen.“

Erschwerend komme hinzu, dass in Grundwasserproben altlastenrelevante Stoffe gefunden wurden, heißt es weiter. Diese seien im derzeit vorhandenen Maß zwar weder gesundheitsschädlich, noch müssten sie beseitigt werden . Aber: „Es besteht die Gefahr, dass im Rahmen des Pumpversuchs eine weitaus höhere Konzentration dieser Schadstoffe mobilisiert wird und ein Gefährdungspotential entsteht“, schreibt Kugler.

„Hier wäre dann zumindest ein umfangreiches Reinigungskonzept für das Grundwasser vor Durchführung des Pumpversuchs erforderlich.“ Zum weiteren Vorgehen heißt es: „Eine adäquate Lösung liegt uns aufgrund der Komplexität des Problems noch nicht vor.“

Hochwasser in Kellern der Genter- und Osterwaldstraße: Kritik vom BA-Chef und Anwalt

Klare Worte auf diesen Brief kommen von BA-Chef Patric Wolf (CSU): „Ich persönlich finde es eine Katastrophe. Man lässt die Bürger im wahrsten Sinne des Wortes im Wasser stehen.“ Anwalt Benno Ziegler, der die betroffen Anwohner rechtlich vertritt, sieht das ähnlich und kritisiert: „Aus dem Schreiben ist nicht zu entnehmen, dass man an einer Lösung arbeitet.“

Rechtsanwalt Benno Ziegler
Rechtsanwalt Benno Ziegler © Benedikt Strobach

Für ihn sei es insgesamt schwer zu begreifen, wie unmotiviert die Stadt agiere. Seine Hoffnung liegt deshalb auf dem Landtag und dass man dort erkenne, „wie man mit Bürgern umgeht, denen das Wasser bis zum Hals steht.“ Für ihn gibt es keinen Zweifel: „Wenn Wasser ein Baudenkmal zerstört, dann ist es Aufgabe der Behörde, hier einzugreifen.“

Anwohnerin Franziska von Gagern verweist dabei auf einen weiteren Aspekt: Die denkmalgeschützten Häuser seien derzeit auch für den Nike-Klassik, eine Preis-Kategorie des Bundes Deutscher Architekten, nominiert. „Das zeigt, was für eine Wertschätzung die Gebäude deutschlandweit bekommen. Dass die Stadt da nichts dafür tut, ist absolut skandalös!“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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