Nachfrage ist groß

Hundewiesen in München tabu? ‒ Stadt lehnt leinenfreien Auslaufplatz ab und verweist auf Uralt-Beschluss

Karin Vetterle und Chilly würden diese Fläche gerne in eine Hundewiese verwandeln.
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Karin Vetterle und Chilly würden diese Fläche gerne in eine Hundewiese verwandeln.

Es gibt fast keine eingezäunten Flächen für Hunde im gesamten Stadtgebiet. Vizechefin des BA Bogenhausen reicht Antrag für Hundewiese ein. Das sagt die Stadt dazu.

Bogenhausen - München ist voller Zamperl, nicht erst seit der Pandemie. Doch gibt es keine Flächen, auf denen die Tiere gefahrlos ohne Leine laufen können. In Hadern haben Bürger dem BA bereits einen Antrag auf eine eingezäunte Hundewiese vorgelegt.

Auch die Viertelpolitiker von Bogenhausen debattieren nun über ein Grundstück, das zur Freilauffläche werden könnte. Karin Vetterle (SPD), erste stellvertretende Vorsitzende des BA Bogenhausen, hat im Namen ihrer Fraktion den Antrag eingereicht. „In Österreich und Italien ist das ganz normal“, berichtet sie.

In Wien etwa gibt es in allen Stadtbezirken eingezäunte Hundezonen. Dort dürfen die Tiere frei ohne Leine laufen. „Das ist wichtig“, erklärt Vetterle. „So können sie mit anderen Hunden soziales Verhalten üben.“ Mit der Leine sei das schwierig. „Oft haben Hunde Angst, wenn sie an der Leine sind und andere Tiere treffen. Besonders, wenn der andere Hund frei laufen kann.“

Fläche in der Nähe des Isabella-Braun-Wegs geeignet?

Bei ihren Gassirunden mit Hündin Chilly hat Vetterle eine Wiese entdeckt, die sich ihr zufolge eignen würde. Sie befindet sich in der allgemeinen Grünanlage zwischen Johanneskirchen und Oberföhring, nahe des Isabella-Braun-Wegs.

Die Fläche liegt in einer Senke an einem Weg, den Radler und Fußgänger nutzen. Nahebei ist ein Kinderspielplatz. „Wenn man die Wiese einzäunen würde, könnten sich die Hunde dort entspannen und austoben ohne Menschen zu stören. Die Häuser liegen weit genug weg und der Spielplatz stört Anwohner ja auch nicht.“

Die Stadt selbst zeigt sich Vorhaben dieser Art gegenüber wenig aufgeschlossen. Das Baureferat verweist auf mehrfache Hallo-Anfrage nur auf einen Beschluss des Stadtrats von 2013. Damals trat eine Hundeverordnung in Kraft, die „das Thema ,Ausweisung von Hundewiesen‘ mit einem negativem Ergebnis behandelt“ habe.

Eine Hundewiese gibt es in München dennoch. Sie besteht seit Anfang 2020, liegt an der Musenbergstraße auf Privatgrund und wird von Daniela Keil und ihrem Mann betrieben. Keil kam auf die Idee, weil sie mit ihrem Hund ein sicheres Gelände suchte. Wegen seines Jagdtriebes konnte sie ihn nicht frei laufen lassen.

Daniela Keil betreibt seit Anfang 2020 eine Hundewiese an der Musenbergstraße.

Die Nachfrage bei den Münchnern ist groß. „Die Leute kommen aus allen Stadtteilen, manche sogar aus Rosenheim.“ Für die Wiese, die an Keils Hundetagesstätte grenzt, müssen die Nutzer zahlen.

Der BA hat den Antrag zurück in den Unterausschuss Umwelt verschoben. Dessen Vorsitzende Petra Cockrell (Grüne) sagt: „Wir meinen, allgemeine Grünanlagen müssen uneingeschränkt genutzt werden können, da sollte man nichts einzäunen. Vielleicht kann die SPD den Antrag ja noch dementsprechend ändern.“

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