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Info-Veranstaltung zur Siedlung Ludwigsfeld: Bürger protestieren erneut gegen Erweiterungspläne der Stadt München

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Von: Marie-Julie Hlawica

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Im Südosten soll die Siedlung Ludwigsfeld erheblich erweitert werden. Dagegen protestieren die Bürger.
Im Südosten soll die Siedlung Ludwigsfeld erheblich erweitert werden. Dagegen protestieren die Bürger. © mjh

Die Stadt München will die Siedlung Ludwigsfeld erweitern. Bei einer Info-Veranstaltung kam es erneut zu Protesten von Anwohnern. Die Kritikpunkte im Einzelnen.

Ludwigsfeld - Was Stadtplaner lebendig, vernetzt und grün nennen, ist für Anwohner der Siedlung Ludwigsfeld Erpressung, Verkehrschaos und Maßlosigkeit.

Zwei Jahren sind seit dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats zur Nachverdichtung vergangen. Nun standen sich Verantwortliche der Stadt München sowie etwa 80 Bürger und Interessensvertreter der Siedlung Ludwigsfeld erneut bei einer Info-Veranstaltung gegenüber.

Thema: das geplante Strukturkonzept zur Erweiterung der Siedlung mit rund 2000 neuen Wohneinheiten. „Die Verhältnismäßigkeit stimmt nicht“, sagt Eberhard Sommer.

Eberhard Sommer ist nicht zufrieden mit dem Strukturkonzept der Stadt.
Eberhard Sommer ist nicht zufrieden mit dem Strukturkonzept der Stadt. © privat

„Mit 71 Prozent Anteil wird die Neubebauung das alte Areal schlucken.“ Auf Bannern der Anwohner steht „Kein Zupflastern“ oder „Verkehrslösungen“.

Doch die Stadt bleibt dabei: Zu den knapp 800 Wohnungen kommen „1800 bis 2000 neue Wohneinheiten“ auf die L-förmige Grünfläche südöstlich der Siedlung. „Maßlos“ und „Nicht lebenswert“ finden die Ludwigsfelder.

2000 Wohnungen seien 2000 Autos, sagt ein Anwohner: „Das verkraftet die Siedlung nicht.“ Sie fordern ein Verkehrskonzept vor Baubeginn. Zudem verlangen sie, Ausgleichsflächen zur Bebauung, Sozialräume und einen neuen Nachbarschafts­treff zu schaffen sowie das alte Kino und die NS-Baracke als Denkmäler zu erhalten.

Strukturkonzept für die Erweiterung der Siedlung Ludwigsfeld.
Strukturkonzept für die Erweiterung der Siedlung Ludwigsfeld. © Grafik: Studio Sosa/LHM

Auch herrscht Angst um den Baumbestand – trotz der Ansage der Stadt, dass pro neuem Bürger 20 Quadratmeter Grünfläche entstünden. „Das ist doch rechnerisch unmöglich“, kommt ein Zwischenruf. Um die bisherigen Grünflächen zu erhalten, könnten fünfgeschossige Häuser und „Hochpunkte“, wie Hochhäuser, entstehen.

Baudirektorin Katja Strohhäker verteidigt das Konzept: „Die Dichte kann eine Chance sein. Einkaufsmöglichkeiten, eine Schule und neue Verkehrskonzepte entstehen.“

Mit den Ergebnissen befasst sich der Stadtrat spätestens 2022. Stimmt er dem Eckdatenbeschluss zu, geht die Entwicklung weiter. Baubeginn könnte in fünf oder sechs Jahren sein. Strohhäker verspricht noch: „Das ist nicht die letzte Veranstaltung zur Siedlung Ludwigsfeld gewesen.“

Dass der historische Siedlungskern in den Plänen fast unangetastet bleibt, freut Anwohnerin Petra Grünwald. Aber: „Zu sagen dass Einkaufsmöglichkeiten, eine Grundschule und 200 neue Parkplätze nur kommen, wenn gebaut wird, fühlt sich an wie Erpressung.“

Auf Tafeln konnten die Bürger Wünsche und Bedenken äußern.
Auf Tafeln konnten die Bürger Wünsche und Bedenken äußern. © mjh

So können die Bürger sich weiter beteiligen

Damit sich die Bürger aktiv in das Planungsverfahren einbringen sowie laufende Entwicklungen kommentieren und verfolgen können, hat die Stadt die Mailadresse ludwigsfeld@muenchen.de und die Rufnummer 089-23323726 eingerichtet. Im Internet sind die Daten und aktuelle Entwürfe unter www.muenchen.de/siedlung-ludwigsfeld abrufbar.

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