„Ob sich die Jugendarbeit erholt, werden wir – in unseren Strukturen – erst übernächstes Jahr sicher sagen können“, erklärt Lorenz Schuster von der Evangelischen Jugend München (EJM). Durch den typischen Generationenwechsel könne man jetzt definitiv eine gewisse Lücke sehen: „Zwei Jahre konnten Menschen schwerer erkennen, warum man bei uns mitmachen sollte.“
Generell falle die Bilanz für 2022 gemischt aus. Die Angebote seien gestiegen, die Teilnahme nur zum Teil. „Bei Angeboten, die stark auf Mund-zu-Mund-Werbung aufgebaut sind, waren es teilweise 30 bis 40 Prozent weniger Teilnehmer“, resümiert Schuster. Ein voller Erfolg waren hingegen Zeltlager und das neue Großevent des Konfi-Camps.
Auch beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) waren Zeltlager und Freizeiten stark gefragt. Man habe einen leichten Rückgang bei den Gruppenleitern gehabt, den man nun mit neuen abfangen könne, erklärt Diözesanvorsitzende Jana Wulf.
Bei den Johannitern ist man auf Ehrenamtliche angewiesen: „Im Sommer hat das Ferienprogramm Lilalu circa 320 Betreuende beschäftigt“, erklärt Sprecherin Vera Tichy. „In diesem Jahr erschien es uns viel schwieriger, die Jugendlichen zu erreichen und für ehrenamtliches Engagement zu begeistern.“
Bei den Kinder- und Jugendtreffs des Kreisjugendrings München-Stadt (KJR) ergänzen und unterstützen Ehrenamtliche die Arbeit. Diese wird aber wesentlich von den hauptamtlichen Pädagogen getragen, erklärt KJR-Sprecher Gecko Wagner. Bei den Besuchern sei man flächendeckend fast wieder auf dem Niveau von 2019 angelangt. Durch die Beschränkungen konnten viele nicht die Angebote des KJR kennenlernen. „Dies war für viele unserer Treffs eine große Herausforderung und ist es zum Teil heute noch.“
Im Feierwerk verzeichnet man im Kinderbereich nahezu wieder Normalbetrieb. Bei Jugendlichen ab 14 Jahren sind die Zahlen im offenen Betrieb noch geringer als früher. „Wenn es jetzt draußen langsam ungemütlich wird, finden sicher auch bei den Älteren wieder viele den Weg zurück zu uns“, hofft der Pädagogische Leiter Andreas Huber.
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