Mitsprache und Beteiligung gefordert

Kampf um Sendlinger Wahrzeichen ‒ Anwohner setzten sich für Erhalt des Maibräu ein

Diese Sendlinger kämpfen fürs Maibräu.
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Diese Sendlinger kämpfen fürs Maibräu.

Anwohner in Sendling sorgen sich um das Erscheinungsbild im Viertel - und bitten BA um Unterstützung. Das Maibräu bringt Mehrwert, im Gegensatz zum Wohnungsbau.

„Ohne die alte Pfarrkirche St. Margaret, den Stemmerhof und das Maibräu gibt es kein Sendling mehr“, sind sich die Nachbarn an der Lindwurmstraße 122 einig. Doch ob eines der Sendlinger Wahrzeichen – die ehemalige Brauerei Maibräu – erhalten bleibt, ist fraglich.

Die österreichische Immobilienfirma Trivium plant den Abriss (Hallo berichtete) und einen Neubau mit Wohnungen, Gewerberäumen und siebengeschossigem Turmbau. Der Innenhof soll stark verkleinert und Bäume gefällt werden.

„Wir sorgen uns um das Erscheinungsbild unseres Viertels, ausreichend Licht und Luft, den Grün- und Baumbestand sowie die Fledermäuse“, sagt Alexander Ehlich, Beirat der Wohnungseigentümergemeinschaft der Lindwurmstraße 116-120. Denn der Neubau würde die umliegenden Häuser teils um etwa 6 Meter überragen.

Ihren grünen Ausblick auf das historische Maibräu wollen die Anwohner der Lindwurmstraße erhalten.

Kampf ums Maibräu in Sendling - Anwohner setzten sich für Wahrzeichen im Viertel ein

Weil sie Mitsprache und Beteiligung einfordern, haben die Mitglieder der Wohnungseigentümergemeinschaft jetzt bei der Bürgerversammlung einen Antrag eingereicht und um Unterstützung beim BA Sendling gebeten. Ein Ergebnis lag zu Redaktionsschluss nicht vor.

Obwohl die Bauordnung es vorsehe, seien sie als Nachbarn nicht informiert worden. „Das prägende, identitätsstiftende Maibräu“ hätte das Viertel durch die aufwendige Sanierung vor zehn Jahren „attraktiver gemacht“, sagt Ehlich.

Veranstaltungen im Innenhof, Feiern im Gewölbekeller und das Café Stenz bringen Sendling Mehrwert – im Gegensatz zum Wohnungsbau, der nur „Rendite für die Investoren“ ausschütte. Wenn es zur Baugenehmigung komme, erwägt die Wohnungseigentümergemeinschaft rechtliche Schritte, um eine dem Bezirk angemessene Bebauung zu erzielen.

Die Pressestelle der Firma Trivium war auf kurzfristige Nachfrage nicht erreichbar. Da die Lokalbaukommission den Vorbescheid von Trivium noch prüfe, lägen keine Ergebnisse vor, wie Sprecher Ingo Trömer bestätigt.

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