Unverständnis über Fällungen

Karlsgymnasium in Pasing: Baumfällungen sorgen für Ärger

Obwohl der Neubau genauso weit reichen wird wie die bestehende Turnhalle, müssen die Ahornbäume weg. Ulrich Engel will sie und eine Vogelkirsche retten.
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Obwohl der Neubau genauso weit reichen wird wie die bestehende Turnhalle, müssen die Ahornbäume weg. Ulrich Engel will sie und eine Vogelkirsche retten.

Bei der Erweiterung des Karlsgymnasiums in Pasing sollen auch Bäume weichen, die nicht im Bauraum stehen. Bürger kämpfen nun um den Erhalt der Bäume.

Pasing - Im Zuge der Erweiterung des Karlsgymnasiums müssen mehrere Bäume gefällt werden. Darunter sind auch sechs große Ahornbäume, die aber nicht auf dem Baugrundstück stehen, sondern an der Straße „Am Stadtpark“.

Für den Pasinger Ulrich Engel ist nicht nachvollziehbar, warum sie weichen müssen. Er kämpft daher um ihren Erhalt. Und auch eine mehr als 100 Jahre alte Vogelkirsche will er retten.

Die sechs Straßenbäume stehen rund sechs Meter von der alten Turnhalle, die abgerissen werden soll, entfernt. An ihrer Stelle soll ein Neubau mit Klassenzimmern, Fachlehrsälen und Pausenhalle entstehen.

„Der neue Baukörper kommt genau dorthin, wo jetzt die Sporthalle steht. Der Keller ist sogar deutlich zurückgesetzt, sodass die Wurzeln der Bäume beim Bau nicht angetastet werden“, meint Engel, der bis vor einigen Jahren für die Lokalbaukommission gearbeitet hat. Auch für eine Baustellenzufahrt müssten die Bäume nach Engels Ansicht nicht gefällt werden.

Das sagt das Baureferat dazu:

Die Bäume haben alle einen Stammumfang von mehr als 80 Zentimeter und sind zwischen 12 und 20 Meter hoch. „Es sind wunderschöne Ahörner, die nicht beschädigt sind. Sie sind für Meisen, Fledermäuse, Siebenschläfer oder Wildbienen als Lebensraum interessant und auch für das Klima wichtig.“

Für die Nachbarn auf der gegenüberliegenden Straßenseite seien sie ein guter Lärmschutz. „Man kann sie erhalten, ohne groß umzuplanen“, meint Engel.

Das zuständige Baureferat sieht das anders: „Der nötige Abbruch der Sporthalle ist leider nicht ohne Beschädigung dieser Bäume möglich“, so ein Sprecher. Zudem würden die Wurzeln eines Ahorns bei der Errichtung des Neubaus beeinträchtigt.

Engels Vorschlag: neue Sporthalle vier Meter nach Osten verschieben

Die Vogelkirsche im Süden steht auf der Grundstücksgrenze, ist 21 Meter hoch und hat einen Stammumfang von fast drei Meter. Durch den Bau einer Dreifach-Turnhalle, die neben dem neuen Schulgebäude entstehen soll, würden ihre Wurzeln auf jeden Fall beschädigt. Das räumt Engel ein.

Deshalb schlägt er vor, die neue Sporthalle vier Meter nach Osten zu verschieben. „Im hinteren Bereich werden sowieso alle Bäume abgeholzt. Dort ist genügend Platz.“ Die Vogelkirsche und einen Baum im östlich angrenzenden Stadtpark müsste man allerdings mit einem sogenannten Wurzelvorhang schützen.

Laut Baureferat ist eine Verschiebung des Baukörpers allerdings nicht möglich. Denn dann sei nicht ausreichend Abstand zum Lebensraum „Würmaue“. Insgesamt habe die Stadt die Planung so optimiert, dass mehrere geschützte Bäume auf der Ostseite erhalten werden können.

Anbau fürs Gymnasium

Das Karlsgymnasium in Pasing erhält einen viergeschossigen Erweiterungsbau. Im Erdgeschoss sind ein Eingangsbereich, eine Aula, Musik- und Kunsträume sowie ein Pausenverkauf geplant. Im ersten Stock sind naturwissenschaftliche Fachlehrsäle vorgesehen.

In den beiden weiteren Etagen sollen Klassenzimmer entstehen. Die bestehende Doppelsporthalle wird durch eine Dreifachsporthalle ersetzt.

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