Treffpunkt und Forum

Katholische Gemeinde in Freiham: Statt eines klassischen Gebäudes wird etwas Neues ausprobiert

Um das Kirchengrundstück in Freiham für die ersten Veranstaltungen vorzubereiten, hat Johannes van Kruijsbergen Schafe und Ziegen zum Rasenmähen organisiert.
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Um das Kirchengrundstück in Freiham für die ersten Veranstaltungen vorzubereiten, hat Johannes van Kruijsbergen Schafe und Ziegen zum Rasenmähen organisiert.

In Freiham hat sich die katholische Gemeinde etwas ganz Neues überlegt. Es soll kein klassisches Kirchengebäude gebaut werden. Was dort stattdessen enstehen soll.

Freiham - Im Stadtteil Freiham geht die Kirche neue Wege. Die evangelische Kirche hat dort gar kein Gebäude und ist mit mobilen Predigern unterwegs.

Die Katholiken verfügen zwar über eine Fläche an der Ecke Wiesentfelser/Albert-Camus-Straße. Aber ein klassisches Kirchengebäude soll dort nicht entstehen.

„Wir bekommen in München die Kirchen nicht voll. Das Leben der Menschen ändert sich und wir sind dabei, eine Antwort zu suchen, wie wir als Kirche aktuell für sie da sein müssen“, sagt Pastoralreferent Johannes van Kruijsbergen vom Pfarrverband München-West, der die Gemeinden St. Lukas am Westkreuz, St. Markus und St. Konrad in Neuaubing sowie Freiham umfasst.

Van Kruijsbergen räumt zwar ein, dass die kirchlichen Bindungen nachließen, aber nicht die Religiosität der Menschen, meint er. Deshalb müsse man „Gemeinde neu denken“ und die Menschen mit anderen Angeboten locken. Freiham sei dafür eine große Chance.

Das Grundstück dort soll ein gesellschaftliches Forum und ein Vernetzungsort werden. Es soll eine Anlaufstelle für die Freihamer sein. „Wir wollen uns dort für die Leute Zeit nehmen und einfach für die Menschen da sein“, erklärt van Kruijsbergen.

Pastoralreferent Johannes van Kruijsbergen vom Pfarrverband München-West sieht in Freiham eine große Chance.

Dass der Bedarf vorhanden sei, zeige der Seelsorge-Bus, mit dem er im Stadtbezirk unterwegs ist. „Damit sind wir sichtbar und jeder, der will, kann kommen. Das Angebot wird gut angenommen.“ Die derzeitigen Pläne für Freiham sehen auf dem Kirchen-Grundstück den Bau eines Glockenturms vor, „damit die Menschen erkennen, dass dort eine Kirche ist“, so der Pastoralreferent.

Außerdem könnten dort ein Multifunktionssaal für Veranstaltungen, ein Begegnungsraum sowie eine Kindertagesstätte entstehen. Auch erste Veranstaltungen sind bereits fix: Am Sonntag, 3. Oktober, ist zum Erntedank-Fest ein Open-Air-Gottesdienst geplant.

Am Freitag, 12. November, soll mit der evangelischen Adventskirche ein Martinsumzug stattfinden. Außerdem planen Studenten der Kunsthochschule im Herbst, auf der Fläche ein Design-Projekt umzusetzen. Sie wollen drei bis vier „Bäume“ aufbauen, die als Sonnen- und Regenschutz dienen.

„Insgesamt ist noch viel im Ungewissen. Wir wollen das mit den Leuten vor Ort entwickeln und gucken, was daraus entsteht“, sagt van Kruijs­bergen. Freihamer, die gerne in eine klassische Kirche gehen, seien in St. Markus willkommen. Das dortige Gebäude werde entsprechend ertüchtigt und modernisiert.

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