„Lerchennest“ sucht neuen Standort

Münchner Kindergarten vor dem Aus? Dringend neues Zuhause gesucht wegen Klage ‒ Vorstand ruft um Hilfe

Suchen für das „Lerchennest“ dringend ein neues Zuhause: Vorstandsmitglieder Sarah Kiank und Carmen Smyk, Kindergartenleiterin Sophie Koß sowie Stellvertreterin Petra Reinelt (v. li.). Das „Russenhaus“ an der Raheinstraße 3 (re.) wäre dafür ideal.
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Suchen für das „Lerchennest“ dringend ein neues Zuhause: Vorstandsmitglieder Sarah Kiank und Carmen Smyk, Kindergartenleiterin Sophie Koß sowie Stellvertreterin Petra Reinelt (v. li.). Das „Russenhaus“ an der Raheinstraße 3 (re.) wäre dafür ideal.

Seit 1993 ist der Kindergarten „Lerchennest“ in der Tagetesstraße beheimatet. Gültig ist der Mietvertrag zwar bis Ende 2024. Jedoch macht eine Klage eines benachbarten Gewerbebetriebs Druck.

Lerchenau - Auf den Fluren wuseln und lachen Kinder, Erzieherinnen folgen direkt dahinter. Mitten im Gewerbegebiet an der Tagetesstraße ist der bilinguale Kindergarten „Lerchennest“ beheimatet. Doch wie lange das noch so bleibt, ist ungewiss.

„Seit 1993 sind wir hier zuhause“, sagt Petra Reinelt, Stellvetretende Leiterin des Kindergartens. „Zum 31. Dezember 2024 endet unsere Genehmigung der Nutzungsänderung für das Gebäude“, ergänzt Vorstandsmitglied Carmen Smyk. Nun könnte man meinen, dass für einen Umzug genug Zeit bleibe. „Wir stehen aber mit dem Rücken zur Wand“, sagt Sarah Kiank, ebenfalls im Vorstand der Eltern-Kind-Initiative.

Der Grund: Ein benachbarter Gewerbebetrieb hat gegen die Lokalbaukommission bezüglich der erneuten Vergabe dieser Genehmigung geklagt – und Recht bekommen, da Kindergärten in Gewerbegebieten nicht zulässig sind. „Glücklicherweise hat er das Verfahren aber ruhen lassen“, erklärt Leiterin Sophie Koß.

Jedoch könne dieses jederzeit wieder aufgenommen werden. „Wenn das passiert, könnten wir bereits morgen auf der Straße sitzen“, sagt Smyk. Das wäre für die 55 Kinder und die rund zehn Angestellten fatal. „Daher suchen wir bereits jetzt auf Hochtouren nach einem neuen Standort“, erklärt Kiank. Zwei Angebote hätten sich unglücklich zerschlagen.

Neue Hoffnung gibt es aber

„Das sogenannte Russenhaus an der Raheinstraße 3 mit seinem großen Garten und der Nähe zum jetzigen Standort wäre ideal. Leider wussten wir lange nicht, wem es gehört“, sagt Koß. Hilfe bekam das Lerchennest auf der Bürgerversammlung des Stadtbezirks. Dort erklärten Smyk und Kiank ihre Lage. Mittlerweile stehe man in Kontakt mit dem Eigentümer, der CA Immo.

Hoffnung macht deren Sprecher, Markus Diekow. Er erklärt nämlich auf Hallo-Anfrage, dass Gebäude und Grundstück als allgemeines Wohngebiet eingestuft wurden: „Ziel ist es, das Haus zu erhalten und zu sanieren. Eine Nutzung als Kita ist grundsätzlich möglich.“

Dafür befinde man sich im Austausch mit dem Lerchennest. Die Nutzung als Kita sei „grundsätzlich denkbar, wenn sich die Parteien einen gemeinsamen wirtschaftlichen Rahmen geben können“, sagt Diekow.

Ein Hoffnungsschimmer also. Trotzdem freut sich das Lerchennest über weitere Vorschläge. „Idealerweise bräuchten wir 280 Quadratmeter Fläche in Feldmoching oder der Lerchenau“, sagt Smyk. Unter vorstand@lerchennest.de können Standorte genannt werden. Hier geht es zur Website des Kindergartens „Lerchennest“

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