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Einführung der Dekane Claudia Häfner und Christoph Jahnel: Wie das Ehepaar zwei Stellen teilt

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Von: Ursula Löschau

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Beruflich und privat ein gutes Team: das Ehepaar Claudia Häfner und Christoph Jahnel.
Beruflich und privat ein gutes Team: das Ehepaar Claudia Häfner und Christoph Jahnel. © Ursula Löschau

Das Prodekanat München-West hat eine neue Spitze: Erstmals wird diese von zwei Personen besetzt, von dem Ehepaar Claudia Häfner und Christoph Jahnel. Ihre Ziele und Visionen:

NEUHAUSEN Doppelte Premiere im Prodekanat München-West, zu dem insgesamt 13 evangelische Kirchengemeinden gehören: Erstmals teilen sich mit dem Ehepaar Claudia Häfner (49) und Christoph Jahnel (52) zwei Personen die Dekansstelle. Neu ist ebenfalls, dass eine Frau dort eine Leitungsfunktion übernimmt. Und das ist bei den Beiden noch nicht alles in Sachen Teamarbeit.

Das Paar teilt sich auch die dritte Pfarrstelle in der Christuskirche am Dom-Pedro-Platz 5. Dort findet am Samstag, 17. September, ab 17 Uhr auch der Einführungsgottesdienst für das Leitungsduo mit Regionalbischof Christian Kopp statt.

Völlig neu in Neuhausen ist das Theologen-Ehepaar freilich nicht. 2013 wurde Jahnel Dekan des Prodekanats West und Pfarrer in der Christuskirche. „Sie ist mit rund 7500 Gemeindemitgliedern die größte evangelische Kirchengemeinde Oberbayerns“, sagt er nicht ohne Stolz. Frau und Kinder (inzwischen sind es vier im Alter zwischen sieben und 18 Jahren) zogen mit nach Neuhausen.

Neue Dekane in Neuhausen: Ehepaar will als Duo brillieren

Claudia Häfner trat 2014 eine Stelle als Hochschulpfarrerin an der TU München an. Davor hatte sich das Ehepaar von 2008 bis 2013 schon einmal eine Pfarrstelle geteilt, damals in der Dreieinigkeitskirche in Bogenhausen. „Das hat sehr gut funktioniert. Wir haben verschiedene Schwerpunkte und ergänzen uns so“, sagt er.

Deshalb kamen beide auch auf die Idee, es wieder als Duo zu versuchen, nachdem in der Christuskirche eine Pfarrstelle frei wurde. „Ich hatte Lust, zu teilen, und zwar richtig – auch das Dekanatsamt“, verrät Jahnel. So gab er jeweils eine halbe Stelle ab. Und das nicht nur, weil er persönlich gerne mit seiner Frau zusammenarbeite.

„Ich denke, dass wir ganz dringend mehr Frauen auf den Leitungsebenen der Kirche brauchen“, betont er und ergänzt: „Auch für die Pfarrer und Mitarbeitenden im Dekanat ist es sehr wichtig, eine Frau als Vorgesetzte zu haben.“ Darauf freut sich Claudia Häfner. „Es gibt jetzt pro Stelle zwei Positionen männlich und weiblich, zwei Ansprechpartner, die sich auch untereinander austauschen müssen, quasi ein Vier-Augen-Prinzip. Das sollte für alle von Vorteil sein.“

Neue Dekane in Neuhausen: Kirche soll sich wieder mehr an Menschen annähern

Ihre Erfahrungen als Hochschulpfarrerin will sie mit einbringen, auch bei neuen Gottesdienst- und anderen Angebotsformen. „Das Riesenthema lautet doch: Wie kommen wir zu den Menschen, wie können wir auf sie zugehen?“ Gottesdienste im Café oder im Nymphenburger Schlosspark sind nur einige Ideen, die teils auch schon umgesetzt wurden. „Vielleicht sind wir da manchmal noch etwas zu schüchtern“, deutet sie weitere Überlegungen an.

Ein Weg dahin sei, „dass Kirche in den Alltag der Menschen passt“. Sprich: Gottesdienste am Nachmittag, Online-Angebote oder kürzere Formate. Wichtig sei ihr außerdem schon immer gewesen, Frauen zu stärken und junge Menschen zu fördern. „Der Durst nach Spiritualität ist groß, besonders bei jungen Leuten“, glaubt sie. Auch einer engeren Zusammenarbeit mit anderen Pfarreien im Stadtbezirk – evangelischen wie katholischen – steht das Paar aufgeschlossen gegenüber.

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