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Personalmangel bei der Kita: Was Caritas und der Kita-Fachkräfteverband Bayern fordern

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Von: Sabina Kläsener

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Diesen Winter und im vergangenen Herbst mussten Buchungszeiten verkürzt und Gruppen zeitweise geschlossen werden, weil Personal fehlt, erklärt die Caritas.
Diesen Winter und im vergangenen Herbst mussten Buchungszeiten verkürzt und Gruppen zeitweise geschlossen werden, weil Personal fehlt, erklärt die Caritas. (Symbolfoto) © dpa/Friso Gentsch

Dass in Kitas Personalnot herrscht, ist kein neues Problem. Caritas und der Kita-Fachkräfteverband stellen jetzt einige Forderungen auf:

München - Die Lage in Münchens Kitas ist sehr ernst: unbesetzte Stellen, das Personal an der Grenze der Belastbarkeit, immer mehr Aufgaben. Der Caritasverband der Erzdiözese München fordert bei einer Pressekonferenz eine Fachkräfteoffensive gegen den Kollaps an den Kitas.

Das begrüßt der Verband der Kita-Fachkräfte Bayern: „Es ist ein guter Schritt der Caritas, sich als Arbeitgeber dafür einzusetzen, sich vor die Mitarbeitenden zu stellen“, erklärt die zweite Vorsitzende Lisa Pfeiffer. Die nun geäußerten Forderungen decken sich mit den eigenen.

Personalnot in Kitas: Mehr Wertschätzung für Beruf gefordert

Ein wichtiger Punkt ist mehr Wertschätzung für diesen Beruf in der Gesellschaft. „Kitas gleichzusetzen mit Schulen, wie es die Caritas vorschlägt, wäre gut“, erklärt Pfeiffer. Denn: „Es ist eben kein reines Spieleparadies.“ Zudem gelte es, einen Balance-Akt zu meistern: Auf das Kindeswohl und die Mitarbeitenden zu achten. Denn durch Überlastung steige das Risiko für Übergriffe, warnt Angelika Sewalski, Caritas-Fachdienstleitung Kita in Dachau. „Das muss frühzeitig verhindert werden.“ Das Signal der Caritas: Es wird nicht um jeden Preis betreut. „Das Zeichen ist wichtig“, sagt Pfeiffer.

+++ Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst sind gestartet. Münchner Verdi-Chef hält die Forderungen der Beschäftigten sogar für zu moderat +++

Manche der Punkte lassen sich erst auf lange Sicht beheben, neue Herausforderungen stehen an. Was hilft kurzfristig? „Schnelle Hilfe wäre, wenn Mitarbeitende von fachfremden Aufgaben erlöst würden, zum Beispiel bei der Verwaltung, sodass sie mehr pädagogisch arbeiten können“, sagt Pfeiffer. Helfen würde auch ein klares Zeichen der Politik, wie ein Stufenplan, was noch zu tun sei und wie die Politik das lösen will. „Dann gäbe es eine Aussicht, was viele vermutlich besser durchhalten lassen würde.“

Das ist gefordert, um die Kita-Situation zu verbessern

Es braucht dringend mehr Personal in den Kitas. Die Caritas fordert neben einer besseren Bezahlung, dass mehr Ausbildungsplätze ermöglicht werden. Zudem soll die Ausbildung zur Kinderpflegerin nicht mehr unbezahlt sein. Ausländische Bildungsabschlüsse sollen effektiver anerkannt, durch Qualifizierungsangebote Quer- und Wiedereinstieg ermöglicht werden. Der Anstellungsschlüssel für Kitas soll 1:9 statt 1:11 lauten. Fördermittel müssen besser eingesetzt werden – in frühkindliche Bildung investiert statt Kita-Gebühren zu senken. Weniger Bürokratie sowie mehr Hilfskräfte sollen das pädagogische Personal entlasten. Nach dem Vorbild von Baden-Württemberg soll Kita-Sozialarbeit eingeführt werden.

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