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Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ wegen Klebeaktion in München vor Gericht ‒ „Wer, wenn nicht wir?“

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Von: Jonas Hönle

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Prozess gegen Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ in München-
Prozess gegen Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ in München. © Peter Kneffel/dpa

Nach einer Klebeaktion im Kampf gegen den Klimawandel wurde drei Aktivisten der „Letzten Generation“ in München vom Gericht wegen Nötigung verwarnt.

Update: 14.00 Uhr

Gericht in München verwarnt Klima-Aktivisten wegen Klebeaktion

Das Amtsgericht München hat drei Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ wegen einer Klebeaktion auf einer Straße in der Münchner Innenstadt verwarnt.

Die Angeklagten wurden zwar wegen Nötigung schuldig gesprochen, aber nicht bestraft. Die Staatsanwaltschaft hatte jeweils 25 Arbeitsstunden gefordert, die Verteidiger Freisprüche.

Die drei hatten ihre Beteiligung an der Aktion im Februar dieses Jahres gestanden - und mit flammenden Plädoyers für den Kampf gegen den Klimawandel geworben.

Die Richterin begründete ihr Urteil so: „Mein Job ist nicht, Politik zu machen und auch nicht, Politik zu korrigieren. Mein Job ist eine Rechtsanwendung.“

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Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ wegen Klebeaktion in München vor Gericht ‒ „Wer, wenn nicht wir?“

Erstmeldung: 16. September

Mit ihrem Klebeaktionen machten Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ in jüngster Zeit Schlagzeilen. Nun hat ein Prozess gegen zwei Frauen und einen Mann am Amtsgericht München begonnen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Nötigung vor, da sich sich mit Sekundenkleber auf einer Straße in München festgeklebt haben sollen, um auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen.

Prozess gegen Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ in München - Angeklagte vor Gericht: „Wer, wenn nicht wir?“

Mit Plädoyers für den Kampf gegen den Klimawandel haben die Aktivisten vor dem Gericht in München ihre Beteiligung an einer Straßenblockade gestanden.

Ein Student, der sich bei der Aktion im Februar dieses Jahres mit Sekundenkleber auf der Straße festgeklebt hatte, sprach zum Prozessauftakt am Freitag von Wut, Trauer und einem „irreversiblen Verlust“ von Tier- und Pflanzenarten.

Er empfinde „einfach nur Verzweiflung“. „Unsere Blockaden sind als Feuermelder notwendig“, sagte der junge Mann. „Ich werde das in Zukunft wieder machen.“

Die beiden ebenfalls angeklagten jungen Frauen, die - mit weiteren anderen - bei der Aktion dabei waren, äußerten sich am Freitag vor Gericht ähnlich.

Eine der Studentinnen sagte, sie könne „losheulen vor Angst und Wut“. Sie sehe es angesichts der dramatischen Folgen des Klimawandels als ihre „Pflicht, dagegen anzukämpfen“. Ihr wäre es auch lieber, sie müsse das nicht tun und auch nicht deswegen vor Gericht stehen, habe aber das Vertrauen in die Politik verloren. „Wer, wenn nicht wir?“, fragte sie. „Es macht sonst keiner.“

Erster Prozess in Bayern gegen Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“

Nach Angaben der Organisation ist der Prozess vor dem Münchner Gericht der erste Prozess gegen Aktivisten der „Letzten Generation“ in Bayern.

Zwar beantragte die Staatsanwaltschaft München I schon Strafbefehle gegen Aktivisten. Bei Heranwachsenden im Alter zwischen 18 und 21 Jahren sei ein Strafbefehl aber nicht möglich, teilte eine Sprecherin der Behörde mit. Die drei Angeklagten im Münchner Prozess waren zum Tatzeitpunkt im Februar dieses Jahres Heranwachsende.

Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ klebten sich auch an Rubens-Rahmen in der Alten Pinakothek in München

Erst Ende August klebten sich zwei Aktivisten der „Letzten Generation“ an dem historischen Rahmen des Rubens-Werkes“ in der Alten Pinakothek in München fest. Wie hoch die Schäden sind, konnten die Staatsgemäldesammlungen nicht beziffern.

Die Ermittlungen gegen die beiden Aktivisten liegen derzeit noch bei der Polizei, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Ähnliche Aktionen der Klimaaktivisten hatte es davor schon in Berlin, Frankfurt und Dresden gegeben.

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