BA-Vorsitzender Kriesel: „Schlag für Neuaubing“

BUND Naturschutz steigt bei Klimapark-Projekt in Neuaubing aus - Stadt München plant Umsetzung alleine

Auf der ehemaligen Gotthardtrasse in Neuaubing hätte der Klimapark von BUND Naturschutz und Stadt München entstehen sollen.
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Auf der ehemaligen Gotthardtrasse in Neuaubing hätte der Klimapark von BUND Naturschutz und Stadt München entstehen sollen.

BUND Naturschutz und Stadt München wollten in Neuaubing einen Klimapark schaffen. Jetzt zieht sich der BN vom Projekt zurück. Wie Stadt und BA reagieren.

Neuaubing - Es sollte ein Vorzeige-Projekt werden: Auf der ehemaligen Gotthard-Trasse in Neuaubing wollten die Stadt München und der BUND Naturschutz (BN) gemeinsam einen Park ausbauen, der Spaziergänger die Auswirkungen verschiedener Vegetationsformen erleben lässt. Nun hat der sogenannte Klimapark einen herben Dämpfer erlitten: Die Naturschutzorganisation hat sich – zumindest finanziell – aus dem Projekt zurückgezogen.

BUND Naturschutz zieht sich aus Klimapark-Projekt in Neuaubing zurück - Verhandlungen mit Stadt München zu langwierig

Vor fast zehn Jahren hatte der BN von einer Münchnerin mehrere Millionen Euro geerbt, um davon eine Grünfläche in der Stadt anzulegen. Mit dem Geld wollte die Organisation Flächen zwischen der Bodenseestraße und der Radolfzeller Straße ankaufen, um einen zusammenhängenden Grünstreifen für den „Klimapark“ zu erhalten. Doch dafür hätte noch ein Grundstückstausch mit der Stadt ausgehandelt werden müssen. „Es wurden viele Gespräche geführt und es hat sich alles lange hingezogen“, sagt Rudolf Nützel, Kreisgeschäftsführer des BUND Naturschutz in München. Auch der Testamentsvollstrecker der Verstorbenen habe Ergebnisse sehen wollen.

Rudolf Nützel, Kreisgeschäftsführer des BUND Naturschutz in München.

„Jetzt hat sich für uns die Möglichkeit ergeben, einige andere Flächen in Pasing zu bekommen“, so Nützel. „Dort gab es nur einen Verhandlungspartner, das war deutlich einfacher als mit der Stadt.“ Das Geld sei bereits überwiesen. Wo genau die erworbenen Grundstücke liegen und was dort geplant ist, wolle man noch nicht verraten, sagt der Kreisgeschäftsführer. Das werde im Oktober bekanntgegeben.

BUND Naturschutz steigt bei Klimapark-Projekt in Neuaubing aus - BA-Chef wütend, Stadt München will alleine umsetzen

Im Aubinger Bezirksausschuss sorgt der Alleingang des BN für Aufregung. „Das ist ein Schlag für Neuaubing und das gesamte Projekt um den Grünzug“, findet BA-Chef Sebastian Kriesel (CSU). Es sei schade, dass der BN das Projekt aus dem Viertel abgezogen habe, „ohne die örtlichen Akteure mit einzubeziehen. Hier wird es noch einiges zu klären geben“.

In seiner jüngsten Sitzung hat der BA daher einstimmig beschlossen, die Stadt in die Pflicht zu nehmen, den Klimapark weiterzuentwickeln und eine durchgängige Wegeverbindung zwischen Bodenseestraße und dem S-Bahnhof „Leienfelsstraße“ zu erstellen. Damit werde einem entsprechenden Stadtratsbeschluss von Oktober 2018 Rechnung getragen. Den Antrag dazu hatten die Grünen gestellt.

Die sehen vor allem bei der Stadt die Schuld an der Misere: „Die schleppende Bearbeitung des Kommunalreferats kann hier nur als Grund angeführt werden“, heißt es im Grünen-Antrag. Und weiter: „Es drängt sich der Eindruck auf, dass das Kommunalreferat seine Möglichkeiten hier nicht vollständig ausgeschöpft hat und den Worten leider keine Taten folgen lässt.“

Der Zugang zum Klimapark in Neuaubing ist am Jugendzentrum Fredl geplant.

Vorwürfe, die das Referat nicht stehen lassen will: Im Bezug auf die Grundstücksgespräche mit dem BN habe es im April eine „positive Klärung“ gegeben. Darüber sei die Organisation Anfang Mai informiert worden, „verbunden mit dem Angebot, die Verhandlungen zur Umsetzung des Klimaparks kurzfristig wieder aufzunehmen“, teilt Sprecherin Maren Kowitz mit. „Eine Reaktion des BN erfolgte erst Ende Juli, mit dem Hinweis, sich voraussichtlich im Oktober zu melden, da gerade über Alternativflächen verhandelt würde.“

Die Stadt will den Grünzug nun alleine weiterentwickeln. „Hierzu muss ein entsprechendes Projekt und die dafür erforderlichen Mittel vom Stadtrat genehmigt werden“, so Kowitz. Eine Entscheidungsvorlage werde gerade vorbereitet. Gegebenenfalls könnten dafür Mittel aus einem Städtebauförderprogramm von Bund und Ländern akquiriert werden. Wann der Klimapark dann realisiert werden kann, bleibt aber unklar. Aufgrund der dafür erforderlichen Flächenkäufe und „der aktuellen Finanz- und Personalsituation bei der Stadt könne derzeit noch keine Aussage zur zeitlichen Perspektive“ gemacht werden.

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