Bässe stressen Anwohner

Kollektivgarten „Sugar Mountain“: Nachbarn leiden unter Bässen – Fehlende Gesetze sorgen für Problem

Nachbarn des Projekts „Sugar Mountain“ in Obersendling klagen über zu starke Bässe. Ein Gespräch mit Betreiber und BA-Mitgliedern ist bereits anberaumt.
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Nachbarn des Projekts „Sugar Mountain“ in Obersendling klagen über zu starke Bässe. Ein Gespräch mit Betreiber und BA-Mitgliedern ist bereits anberaumt.

Anwohner neben dem Obersendlinger Kollektivgarten „Sugar Mountain“ stören sich an den starken Bässen. Warum es jedoch schwierig ist, dagegen etwas zu unternehmen.

Obersendling - Seitdem das Projekt „Sugar Mountain“ mit Biergarten, Flohmärkten und Basketballplatz für Abwechslung im sonst eher ereignislosen Obersendling sorgt, fühlen sich direkte Anwohner gestresst.

„Es ist nicht die Lautstärke, sondern das unerträgliche Wummern der Bässe, welches es unmöglich macht, sich im Haus auszuruhen“, klagt eine Anwohnerin der Gysisstraße, knapp 100 Meter Luftlinie vom Gelände entfernt. „Der Bass mit 80 Schlägen in der Minute treibt einem den Puls hoch“, ergänzt ihr Mann, der wie seine Frau nicht namentlich erwähnt werden will.

„Die Schallwellen bringen die Gläser in der Vitrine zum Klirren“, verrät Nachbarin Anna Dwelle. Sie gehe gerne mit ihrem Sohn zum „Sugar Mountain“, hätte aber schon die Polizei gerufen.

Erfolglos: Bei Dezibel-Messungen läge die Musik immer unter dem zulässigen Richtwert. Vorgaben, die den Bass reglementieren, gebe es nicht. Immissionsschutzrechtliche Auflagen beziehen sich nur auf die Musik, wie Johannes Mayer, Sprecher vom Kreisverwaltungsreferat (KVR), bestätigt.

Marlene Neumann (vorne), kann die Anwohner verstehen.

Bedingungen „für tieffrequenten Schall können nicht gefordert werden, da es in Bayern keine Rechts- und daher keine Beurteilungsgrundlage gibt.“

Beschwerden seien auch schon beim BA eingegangen. Was zu erwarten war, so Andrea Barth (SPD), Vorsitzende des Unterausschusses Kultur.

„Ich befürworte das Areal, weil es besonders für die jungen Leute gut ist. Die sanfte Technomusik habe ich nie als störend empfunden“, so Barth, die in der Nähe des „Sugar Mountain“ wohnt. Aber auf subjektives Empfinden sollte man Rücksicht nehmen.

Die Kulturgenossenschaft Dreizehn vor Zwölf, die den Kollektivgarten 3000 führt und mit Musik bespielt kennt das Problem: „Der Bass fliegt sehr weit und es ist schwierig zu bestimmen, wo er landet“, so Marlene Neumann, zweite Vorsitzende. „Ich verstehe, dass es schwierig sein muss, wenn man in einer Bass-Schneise lebt“.

Bereits dreimal seien die Boxen schon umgestellt worden. Sie verspricht, die Bässe erneut auszurichten, um das Wummern einzudämmen. Für den Winter planen sie den Kollektivgarten mit Stehtischen, Öfchen und Feuerstellen auszustatten.

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