Ein Theater zu Gast am Gasthaus

„Komödie im Bayerischen Hof“ zieht auf den Parkplatz der Gaststätte „Siebenbrunn“

„Siebenbrunn“-Wirt Martin Osterrieder freut sich.
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„Siebenbrunn“-Wirt Martin Osterrieder freut sich.

Von der Altstadt ans Isarhochufer: Für die Sommersaison verlässt die Komödie den Bayerischen Hof und zieht zum Gasthaus Siebenbrunn. Wirt Osterrieder opfert dafür seinen Parkplatz.

Der Personalparkplatz wird zu Bühne und Publikumsraum. Dort, wo sonst Lieferwagen den Kies plattdrücken, läuft bald das Lustspiel „Das Blaue vom Himmel“.

Ab Donnerstag, 17. Juni, zieht die „Komödie im Bayerischen Hof“ vom Promenadeplatz hinaus nach Harlaching auf den Parkplatz der Gaststätte „Siebenbrunn“. Dort will sie bis Sonntag, 12. September, bleiben.

Szene aus dem Stück „Das Blaue vom Himmel“.

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Die Idee, das Theater im zweiten Pandemiesommer ins Freie zu verlegen, kam dem Intendanten Thomas Pekny auf dem Weg zum Büro. Das nämlich liegt oben auf dem Berg in Harlaching, das Lokal wiederum befindet sich unten im Tal ganz nah beim Eingang zum Tierpark.

„Pekny hat einige Erfahrung mit Freiluftbühnen“, erzählt Astrid Sautter, Sprecherin der „Komödie“. „Seit Jahren fährt er am Gasthaus Siebenbrunn vorbei und hat schon lange mit dem Gedanken gespielt, in der idyllischen Lage Freilichttheater zu spielen.“

„Komödie im Bayerischen Hof“ spielt bis Herbst auf den Parkplatz der Gaststätte „Siebenbrunn“

Nun wird das Realität. Siebenbrunn-Wirt Martin Osterrieder überlässt der Truppe seinen Parkplatz. Er will der Kultur helfen. „Wir Wirte haben ja während der Lockdowns noch was vom Staat bekommen, aber die Schauspieler und Theater, denen ging es schlecht.“

Eine Zeichnung der Freiluftbühne von Intendant Thomas Pekny.

Er selbst, sagt der Harlachinger, bräuchte die Kooperation nicht für sein Geschäft. „Wir müssen eher noch bei den Stammgästen für die Zusammenarbeit werben, denn die haben dadurch unter Umständen Einschränkungen.“

So versperrt ein Sichtschutz während der Spielzeit den Blick vom Wirtsgarten auf die Bühne, damit nur die zahlenden Gäste etwas vom Stück haben. Der Schutz nimmt den Lokalgästen zugleich aber den Blick aufs Isarhochufer.

„Siebenbrunn“-Wirt Osterrieder selbst war nur einmal in der Komödie im Bayerischen Hof

„Das ist gar nicht so lang her, damals stand Jochen Busse auf der Bühne. Eigentlich bin ich eher kinobegeistert.“ Wenn nun aber bei ihm im Vorgarten – der 57-Jährige wohnt im Gasthaus – in der Sommerspielzeit insgesamt drei verschiedene Produktionen gezeigt werden, will er sich auf jeden Fall eine anschauen. „Ein paar Schauspieler und Garderobenmitarbeiter waren schon hier, um ihr neues Theater zu begutachten.“

Die Bühne steht am Parkplatzeingang. Fürs Publikum sind dahinter 70 Bierbänke aufgebaut. „Die Belegung ist je nach Inzidenz“, sagt Osterrieder. Minimum sind zwei Menschen an einer Bank. Am Platz gibt’s nur Getränke.

Und bei Regen wird das Stück in den Bayerischen Hof quasi zurückverlegt.

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