Vergessene Radfahrer?

München: Sicherheitskonzept für Radwege gefordert - Kinder sollen Baustellen-Wege testen 

Maren Schüpphaus wünscht sich, dass die neue Führung des Radwegs an der Offenbachstraße durch gelbe Markierungen deutlich gemacht wird.
+
Maren Schüpphaus wünscht sich, dass die neue Führung des Radwegs an der Offenbachstraße durch gelbe Markierungen deutlich gemacht wird.

Hohe Schwellen, fehlende Markierungen, störende Absperrung. Bürger fordern Konzept für Fahrradwege an Münchner Baustellen zur Vermeidung von Unfällen.

München - Zweimal stürzten an einer Baustelle an der Offenbachstraße in Pasing Schüler mit dem Fahrrad schwer und verletzten sich.

Ursache sei gewesen, dass die Baustellen nicht sorgfältig genug eingerichtet wurden, moniert Maren Schüpphaus. Das beobachte sie immer wieder: Absperrungen ragten in den Radweg. Wenn Radfahrer auf die Straße geleitet werden, seien häufig die Schwellen des Bordsteins nicht richtig abgeflacht.

Markierungen oder Schilder, welche die neue Verkehrsführung deutlich machen, fehlten. Deshalb hat Schüpphaus mit einer Mitstreiterin bei der jüngsten Bürgerversammlung in Obermenzing ein Konzept der Stadt gefordert, wie Fahrradwege an Baustellen besser gesichert werden können.

Grundsätzliches Konzept der Stadt gefordert

Häufig seien es nur Kleinigkeiten. Aber: „Man kann durch eine bessere Planung viele Unfälle verhindern. Die Radwege müssen allerdings mehr im Blick sein. Ich wünsche mir hier eine größere Sensibilität.“ Insbesondere auf Schulwegen sei das notwendig, denn: „Vor allem Kinder haben noch kein ausgereiftes Gefahrenbewusstsein“, so Schüpphaus, die selbst zwei Söhne hat.

Die Radwege sollten zudem auch dann erhalten werden, wenn dies schwierig sei – gegebenenfalls zulasten des motorisierten Verkehrs. „Wir sind jahrzehntelang davon geprägt, dass der Autoverkehr möglichst ungehindert fließen muss. Wir sind zwar inzwischen einen Schritt weiter, aber man könnte noch mehr tun“, so Schüpphaus.

Sie fordert ein grundsätzliches Konzept der Stadt. „Wir sind als Antragsstellerinnen gerne bereit, uns partizipativ daran zu beteiligen.“ Sie kann sich auch vorstellen, Schüler in die praktische Prüfung und Umsetzbarkeit miteinzubeziehen.

Das sagt das zuständige Mobilitätsreferat der Stadt

Das zuständige Mobilitätsreferat teilt mit, dass bei der Planung von Baustellen alle Verkehrs­arten berücksichtigt würden. „Dazu gehört auch, dass ein besonderes Augenmerk auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer gelegt wird.“

Die Stadt bemühe sich immer, die Radwege zu erhalten oder an der Baustelle vorbeizuführen. „Es gibt auch immer wieder Baustellen, bei denen eine Fahrspur in einen Radweg umgewandelt wird“, so Sprecherin Christina Warta.

In Einzelfällen gebe es gemeinsame Fuß- und Radwege und nur als letztes Mittel würden Radler in andere Straßen umgeleitet. „Da jedoch die meisten Baustellen an der ein oder anderen Stelle Platz im öffentlichen Raum wegnehmen, sind Einschränkungen oder Kompromisse häufig unerlässlich.“

Selbstverständlich sei, dass die Radwege im Baustellenbereich verkehrssicher sein müssten. „Zuständig dafür sind in erster Linie die Baufirmen, die vor Ort tätig sind.“ Das Mobilitätsreferat kontrolliere dies und gehe Hinweisen aus der Bevölkerung nach.

Auch interessant

Kommentare